Tierschutz versus Religionsfreiheit

Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit (aus Engelskirchen nahe Köln) über das Schächten auf Facebook:

SCHÄCHTEN – Der Tod durch Verbluten OHNE Betäubung !!!

In Neuss (NRW) plant man Deutschlands größtes Schächt-Schlachthaus noch im März 2016 zu eröffnen – daher hier eine sachliche Erklärung, warum man sich als empathischer Mensch dagegen verwehren muss:

Sowohl im Islam wie auch im Judentum ist der Verzehr von Blut verboten, entsprechend gilt nur unblutiges Fleisch als rein. Um dies zu gewährleisten werden den zu tötenden Tieren mit einem einzigen Schnitt die Halsschlagadern durchtrennt, um den raschen Todeseintritt durch Verbluten herbeizuführen. Im Unterschied zur kommerziell westlichen Schlachtmethode werden die Tiere vor diesem tödlichen Schnitt NICHT betäubt! Das bedeutet, dass ihnen bei vollem Bewusstsein Hauptblutgefäße sowie Luft- und Speiseröhre durchtrennt werden.

Der Grund dafür liegt in den religiösen Ansichten begraben, dass Tiere beim Schnitt körperlich unversehrt und bewusstseinsklar sein müssen um den Eigenschaften ‚halal‘ (Islam) oder ‚koscher‘ (Judentum) gerecht zu werden. Daher dürfen bei der rituellen Schächtung keine betäubenden Maßnahmen wie Bolzenschuss o.ä. Maßnahmen angewendet werden.

Es gibt Quellen, die davon ausgehen, dass Rinder (theoretisch) bei einer Schächtung innerhalb von 10-14 Sekunden nach dem Schnitt kollabieren würden. Die Realität zeigt aber leider ein komplett anderes Bild: Tiere, die auch noch nach 6 oder mehr Minuten (!!!) versuchen aufzustehen und panisch nach Luft ringen.

DER GRUND:

Im Gegensatz zu beispielsweise Schweinen oder auch Menschen erfolgt die Blutversorgung des Hirns beim Rind über das sogenannte Rete mirabile epidurale rostrale – das bedeutet, dass sich die Arterienwände nach Durchschnitt der großen Hauptschlagadern (Carotisarterien) zusammenziehen und die Blutversorgung des Hirns über die in der Wirbelsäule verlaufenden Vertebralarterien weiterhin aufrecht erhalten wird. Dadurch quälen sie sich viel, viel länger nach diesem Kehlschnitt!

Zu dieser Erkenntnis kamen schon die Wissenschaftler Blackmore und Newhook: So vermuteten sie 1982 den Grund hierfür in der Versorgung durch die Vertebralarterien. Eine Studie aus dem Jahre 1989 von Kallweit kam zusätzlich zu dem Schluss, dass die Blutversorgung des Hirns von Rindern über die Vertebralarterien mit dem Alter des Tieres sogar noch zunimmt – das bedeutet je älter das Tier desto länger das Leiden.

In Schweden, den Niederlanden und Dänemark herrscht ein rigoroses Schächt-Verbot – ohne jedwede Ausnahme! Damit stellt man dort den Tierschutz eindeutig über das Ausleben der Religionsfreiheit. Ein in meinen Augen fauler Kompromiss war das sogenannte im Jahre 2002 gefällte ‚Schächturteil‘, welches sinngemäß im Kern gestattet, das Tierschutzrecht auf Antrag mit Füßen zu treten. Somit bin ich der Meinung, dass es langsam an der Zeit ist darüber nachzudenken das betäubungsLOSE Schlachten = Schächten grundsätzlich zu verbieten! Ausnahmslos.

Ich habe bewusst auf historische Quellen bzw. Verweise auf Koran, Bibel oder Talmud verzichtet, da es in meinen Augen unerheblich ist auf wessen Geheiß man Tiere quälen sollte oder auch nicht! Ach ja, dieser Artikel dient einzig und allein dem Tierschutz – PUNKT und BASTA! In meinen Augen hat in unserer Welt religiöse Schächtung genauso wenig verloren wie Rassismus, Terrorismus oder ähnlicher Abschaum.

Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit

Zur Kenntniserweiterung:

Beim Schächten wird einem unbetäubten Tier der Hals mit einem Messer von der Kehle aus durchschnitten. Dabei werden bei vollem Bewusstsein Haut, Muskeln, die Halsschlagadern, die Luft- und Speiseröhre sowie die daneben befindlichen Nervenstränge durchtrennt. Die Tiere durchleiden einen Todeskampf, der Minuten andauern kann, mit höllischen Schmerzen, Atemnot und Todesangst und sterben schließlich durch Verbluten

Schächten ist eine der grausamsten Methoden, ein Tier zu töten. Vorgebliche Begründung für die Notwendigkeit des Schächtens sind Religionsvorschriften, die bis zu ca. 2.800 Jahre zurückreichen. Diese archaisch-brutalen Vorschriften werden mit rigider Konsequenz allerdings nur gegenüber der wehr- und rechtlosen Tierwelt umgesetzt.


Tatsächlich? Eine sehr stark von Sozialneid geprägte Debatte ???

Seit September erhalten Flüchtlingsgruppen mit Begleitern im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach freien Eintritt. Die Marketing-Leiterin dieses Freilichtmuseums bezeichnet diesen freien Eintritt für Flüchtlinge als sogenannten „Beitrag zur Integration“ und verhöhnt letztlich mit Ihrer Aussage „Wir nehmen niemandem etwas weg“ all jene deutschen Familien, Armutsrentner und Hartz IV-Empfänger, die sich den Eintritt nicht leisten können, da sie mit hohen Eintrittsgeldern abgezockt werden.

Aber jeder muss letztlich selbst entscheiden und darüber nachdenken, ob es gut, richtig und gerechtfertigt ist, zwischen Flüchtlingen und den Bedürftigen im eigenen Land eine derartig unterschiedliche Behandlung zu praktizieren und somit Öl ins Feuer aller Benachteiligten zu gießen.

Siehe Beitrag  „Freier Eintritt für Flüchtlinge“ auf www.spiegel.de

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3 Kommentare zu “Tierschutz versus Religionsfreiheit

  1. Lieber Wolodja,

    dass es verantwortungslose Individuen in der heutigen Zeit immer noch gibt, welche auf dieser betaeubungslosen Methode bestehen ist ein Zeichen fuer deren kriminellen Geist! Wie kann ein Menschenwesen so etwas fordern, fuer sich durchfuehren lassen oder sogar selbst durchfuehren – an empfindsamen Geschoepfen, welche genauso am Leben haengen, wie jeder einzelne Mensch!

    Die heutige Zeit ist der Spiegel eben dieses Ungeistes, der ausser der hochgejubelten Gattung Mensch alles unter die Fuesse tritt – und letztlich auch sich selbst, denn Kriege sind ja auch die Folge dieser geisteskranken Haltung!

    Der Mensch ist offenbar die einzige Spezies, welche nicht aus ihren Fehlern lernt und weiter ins misstoenende Hifthorn blaest, denn er hat die Zeichen der Zeit ueberhaupt nicht erkannt und macht immer noch fein saeuberlich jene Trennungslinie zwischen sich und den Erdlingen, welche ihn zu einem fehlgesteuerten Irrlaeufer mutieren laesst.

    Bedenklich stimmt mich auch, dass der sogenannte Fortschrittsmensch sich mehr und mehr den vorsintflutlichen barbarischen Methoden seiner rueckstaendigen Artgenossen anschliesst! Dies macht ihn zu einem Perversling ersten Grades, fuer den es keine geeigneten Worte gibt! Solch ein Wesen kann man nur noch zutiefst verachten und seine Gemeinschaft meiden – etwas anderes bleibt uns ja nicht uebrig, denn da er explosionsartig wie die Methastasen eines Krebsgeschwuers die Kultur und Ethik des normal Empfindenden Jetztmenschen ueberwuchert und ihn faschistisch in die Ecke draengt, wo dieser (der ethische normal entwickelte Mensch) gezwungen ist dessen seelisch, koerperlich-geistige Knute zu dulden und mitansehen muss, wie die schoensten und lieblichsten Geschoepfe der Erde von diesem daemonischen zweibeinigen Ungeheuer geschaendet und gemordet werden. Wer mit dieser kranken Morderei nicht einverstanden ist, wird extrem verlacht oder beschimpft, wobei ja die Tatsache genuegend bekannt ist, dass jeder Irre von sich glaubt, der kluegste zu sein und den Gesunden als Irren hinstellt!

    Extrem jedoch ist einzig und allein das Toeten – jegliche Art von Toeten, und zu allererst das Toeten wehrloser, unschuldiger Lebewesen, welche uns vertrauen! Tiere sind doch wie Kinder, innig fuehlende Wesen, welche auf diesem Planeten nur noch in Angst leben koennen, weil die zweibeinige Bestie ein NICHTFUEHLENDES Wesen ist, welches dies nicht erkennt! Jeder Leopard erkennt die Not eines Lebewesens, wenn er nicht hungert – und schont es! Wir, mit unseren Einkaufszentren und ihrem Riesenangebot von Fruechten, Gemuesen, Nuessen und noch vielen anderen gesunden und leckeren Dingen hungern nicht – wir brauchen also keine Tiere zu toeten, aber der Leopard hat dies begriffen, der Mensch nicht, folglich steht der Leopard moralisch ueber dem Menschen! Dies nuetzt dem Leoparden allerdings momentan nichts, aber die Zeiten sind fleissig daran, sich zu aendern – und es genuegt, wenn Mutter Erde sich mal gruendlich schuettelt, dass der Irrwicht Mensch mit seiner ganzen kuenstlich angekurbelten und in Gang gesetzten Qual aus dem Lot faellt! Ich warte ab!

    Inzwischen liebe Gruesse an Dich und alle Freunde, denn wir sind Echtmenschen und keine Fakes, wie diese kranken Fleischsaecke – Eure Siraganda im Tierschutz

  2. Hallo Freunde,

    hier ist noch ein wunderschoenes Video ueber Echtmenschen, die Tiere lieben – OIPA Italia, damals gegruendet von Giuseppe Garibaldi! Ein Film zum neuen Tierschutzkalender! Die Botschaft ist klar: Tiere lieb haben, nicht fressen! Eine herrliche Inspiration an all jene, die umgedacht haben oder umdenken wollen – es waere so einfach – und die Welt waere eine andere!!!!!!!!

  3. Ein sehr guter Artikel, vielen Dank dafür!
    Es ist mir einfach unbegreiflich, wie es Menschen geben kann, die den Tieren derartige Leiden zufügen.
    Wie kann ein fühlender Mensch nur WOLLEN, dass ein unschuldiges Tier so schreckliche Leiden erduldet?
    Würde es das für sich selbst etwa wollen, auf diese Weise zu sterben?
    Ganz bestimmt nicht.
    Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
    Wenn alle Menschen dieses Wort beherzigen würden, sähe die Welt völlig anders aus.

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