Das Erzgebirge

Heute geht es einmal in die Heimat unseres Blog-Inhabers Wolodja:

Da Wolodja ja im Erzgebirge zuhause ist, betrachte ich den heutigen Beitrag als eine gewisse Herausforderung an mich und ich werde mir Muehe geben, einiges über seine Heimat zu berichten, die er allerdings und selbstverstaendlich viel besser kennt als ich, aber ich erinnere mich noch, vor Jahrzehnten einmal durch das Erzgebirge durchgefahren zu sein, als ich Deutschland und anschliessend die Tschechoslowakei besuchte. Was ich noch in mir drin habe, das ist die Erinnerung an sehr viel Wald, sowie aber auch an eine Landschaft, welche breitflaechig kahl war, nur Baumstuempfe ragten aus dem Boden und ich weiss nicht, ob dies auf einen Sturm zurueckzufuehren war oder es sich vielmehr um ein Baumsterben handelte! Ich kann mir aber vorstellen und hoffe doch sehr, dass die dort sonst sehr dichten Wälder wieder sprießen und inzwischen von der alten Wunde nichts mehr sichtbar ist. Oder gehoerte dieses Bild in meiner Erinnerung moeglicherweise schon zur tschechischen Seite, da es immerhin schon ueber 30 Jahre her ist?

Das Erzgebirge erstreckt sich als Mittelgebirge zwischen Sachsen und Boehmen. Noerdlich der Kammlinie befindet sich die Grenze zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Die hoechsten Erhebungen sind der Keilberg und der Fichtelberg. Der Bergbau praegt seit urdenklichen Zeiten das Landschaftsbild. Als Wander- und Naturschutzgebiet ist das Erzgebirge auch Heimat vieler interessanter Tier- und Pflanzenarten, und wir werden uns gleich einigen von ihnen widmen! Die Naturparks stehen unter Staatsschutz, ausserdem finden wir hier auch einige Hochmoore mit der entsprechenden reichhaltigen Flora und Fauna. Auch herrliche Grasflaechen, aber auch Raps- und Weizenfelder prangen auf den Fotos, bei welchen einem das Herz aufgeht!

Aber was uns natuerlich ganz speziell interessiert und motiviert sind die vielen Tierarten, die wir im Erzgebirge finden! In den Waeldern grasen Reh und Hirsch, welche aber ausserhalb der Naturschutzgebiete leider bejagt werden! Beim Anblick so herrlicher Tiere – und auch der Fuechse und Hasen, Wiesel, Wildvoegel, Enten frage ich mich immer wieder: wie kann ein Mensch es fertig bringen, auf solch liebliche, das Leben liebende Geschoepfe schiessen und sie kaltbluetig toeten! Nur ein Monster bringt sowas fertig. Aber fuer zwei ganz spezielle Arten im Erzgebirge steht es ganz besonders schlimm, ja sie werden sogar verfolgt und sind nicht gern gesehen: der Wolf und die Wildkatze! – Ja es gibt sie hier noch in ihrer ganzen Groesse. So viel ich erfahren konnte, und vielleicht kann mir ja Wolodja noch ein paar gute Informationen dazu geben (immerhin traegt er den Namen eines meiner Lieblingstiere in seinem eigenen) wurden diese beiden Spezies ausgewildert und werden nun von den dortigen Bauern und Jaegern beschuldigt, im Falle des Wolfes, Schafe zu reissen – und im Falle der Wildkatze sich an andere kleine Beutetiere ranzumachen. Aber gerade diese beiden Tierarten waren doch schon seit eh und je in der Welt zum Ausgleich der Natur. Es ist inzwischen doch weltweit bekannt, dass die Raubtiere nur jene Tiere reissen, welche schwach, alt und krank sind – und somit einen natuerlichen Ausgleich in der Natur schaffen und auch Krankheiten und Seuchen vermeiden.

Argumente eines Bauers und eines Jaegers, weshalb sie diese Arten verfolgen:
Der Bauer beklagt sich, dass ihm der Wolf die Schafe und Kaelber reisst, diabolisiert ihn gleichzeitig, um seinem Ansinnen Nachdruck zu verschaffen, indem er behauptet, dieser sei auch fuer den Menschen gefaehrlich, was aber ueberhaupt nicht stimmt, denn der Wolf ist sehr scheu! Auch die Wildkatze ist ebenfalls wie der Wolf sehr scheu und zeigt sich dem Menschen nur sehr selten. Aber so wie der Fuchs ist auch sie der Willkuer der zweibeinigen Bestie ausgesetzt und sobald ein Jaeger sie vor seine Flinte kriegt wird sie geschossen und über den Haufen geballert. Doch welcher vernuenftige Mensch will einem Tier, welches am Morgen mit derselben Lebensfreude aufwacht, ans Leben und es toeten? Doch nur ein Wesen, welches innen drin bereits schon tot ist und nicht weiss, was Leben ist und wie kostbar es daherkommt und wie einmalig in jeder einzelnen Kreatur – und wenn das Lebenslicht einmal ausgeloescht, es vom Menschen nicht mehr angezuendet werden kann!

Obiger grosse Naturpark erstreckt sich ueber die oberen Lagen von Vogtland und Erzgebirge im Suedosten Deutschlands entlang der Staatsgrenze zu Tschechien. Er ist Deutschlands Naturpark mit der groessten Laengsausdehnung von 120 km. Traegerorganisation ist der Zweckverband ‚Naturpark Erzgebirge/Vogtland‘. Er umfasst folgende Schutzgebiete: 181 Flaechennaturdenkmale – 14 Landschaftsschutzgebiete – 45 Naturschutzgebiete – 48 Flora-Fauna Habitat-Gebiete – 8 Vogelschutzgebiete. Auch fuehren durch dieses Naturschutz-Gebiet 5.000 km Wanderwege, welche da hoffentlich von den naturverbundenen Wanderern sehr sorgsam und auch saeuberlich benutzt werden.

Ganz typisch fuer das Erzgebirge sind auch seine Hochmoore, bekannt fuer eine ureigene Flora und Fauna, wobei uns direkt der Sonnentau ins Auge sticht, der wegen dem naehrstoffarmen Boden des Moores darauf angewiesen ist, seine Nahrung anderweitig zu beziehen. Also hat er sich auf Fleischnahrung spezialisiert, welche er hauptsaechlich von Insekten bezieht, indem er sie auf seinen klebrigen Tropfen festklebt und dann langsam verdaut!

Als Schlussgedanke, bevor es noch zwei Videos zum Anschauen gibt, moechte ich noch festhalten, dass es ein ganz besonderes Streben des Menschen sein sollte, eben solche herrlichen Flecken auf dieser Erde zu bewahren und zwar mit all ihren Geschoepfen, denn nur das ganze macht das Vollkommene aus, wo dies gestoert oder gar zerstoert wird, entartet es zum Verkommenen, wie dies leider bereits in zahllosen Gegenden der Erde der Fall ist – aber freuen wir uns heute, dass es so was schoenes wie das Erzgebirge doch noch gibt – und hoffentlich auch weiterhin geben wird!

Der Kammweg – Vom Erzgebirge bis ins Vogtland – 289 Km Natur pur

Und hier noch eine sehr interessante Doku über das Erzgebirge, gedreht vom MDR-Fernsehen am 17.01. 2016 aus der MDR-Mediathek. Moderator Axel Bulthaupt begibt sich in einer weiteren Folge seiner Sendereihe „Sagenhaft“ auf eine Reise durchs Erzgebirge und trifft auf Erzgebirgler, die ihn mitnehmen in ihr Leben mit der Natur :

„Sagenhaftes Erzgebirge“

Liebe Gruesse von eurer Siraganda im Tierschutz


Anmerkungen von Wolodja:

Vielen herzlichen Dank an Siraganda für Ihren Beitrag über meine Heimat. Aufgrund dieses Beitrags über das Erzgebirge beschäftigte mich nur wenige Tage vor dessen Veröffentlichung der mich nicht mehr loslassende Gedanke, dass sich in diesem Beitrag von Siraganda doch auch noch ein kleines Filmchen über meinen Wohnort Jöhstadt sehr gut anbieten würde. Aber woher nehmen, da ein geeignetes Video über Jöhstadt auf Youtube leider nicht aufzufinden war? Und wieder hatte ich eine Idee, nämlich selbst solch ein Video auf die Beine zu stellen. Aber da gab es schon wieder ein Problem, denn wie soll das gehen, wenn man keine eigene Videokamera besitzt?

Aber zum Glück habe ich ja nicht nur Feinde, die mich am liebsten in der Hölle schmoren sehen würden, sondern auch noch gute Freunde, die eine solche Videokamera ihr eigen nennen können und daher meinem diesbezüglichen Anliegen auch gerne entgegen gekommen sind.  Und Dank dieser Freunde folgt nun ganz am Schluss von Siraganda´s Beitrag auch noch jenes realisierte und zwölf Minuten lange Filmchen über meinen Wohnort Jöhstadt im Erzgebirge.

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9 Kommentare zu “Das Erzgebirge

  1. Liebe Leser, lieber Wolfgang!

    Ich kann zu Jöhstadt auch was beitragen, denn als Kind verbrachte ich dort einen wunderbaren Urlaub, zwar nicht direkt in Jöhstadt, sondern in dem 4 km entfernten Örtchen Schmalzgrube. Jöhstadt war aber der Ort wo man einkaufen ging, wo man mal essen ging usw. Auch gab es dort den Stocknagel von Jöhstadt, den wir an unsere Wanderstöcke nagelten. Sowohl den Wanderstock von meiner Mutti, wie den von mir, habe ich natürlich noch und so können die Leser die Stocknägel von Jöhstadt und Annaberg-Buchholz von damals hier sehen:

    Alte Postkarte von Jöhstadt:

    Hier meine Blogberichte mit Fotomaterial und alten Postkarten von meinem Urlaub dort:

    http://barrynoa.blogspot.de/2011/07/altes-urlaub-in-schmalzgrube-erzgebirge.html

    http://barrynoa.blogspot.de/2014/10/altes-urlaub-in-schmalzgrube-erzgebirge.html

    Zum Video von Wolfgang:

    Sehr gut gemacht! Besonders über Nicky wird sich jeder Tierfreund freuen! Eine wirkliche Freundin für Wolfgang (ernst gemeint)! Dann bin ich erstaunt, wie Wolfgang jung und drahtig wirkt, schlank und rank und gar nicht wie ein alter Mann! Aber warum nur von hinten? Also beim nächsten Video (Schmalzgrube muß unbedingt auch noch mal gefilmt werden!), wollen die Leser Wolfgang von vorn sehen! Dann sein Domizil – großartig! Kein Haus, sondern eine Villa! Kein Wunder, daß Wolfgang von dort nicht weg ziehen will! Herrschaftlich! Da läßt es sich wohnen, wenn nur die vielen Anstiege in der Stadt nicht wären. Für mich als Flachländer wäre das zu Fuß nicht zu bewältigen. Alles in Allem! Ein längst überfälliges Video und die Leser hoffen, daß es nicht das letzte gewesen ist!

    • Hallo Bernd, vielen Dank für Deinen Kommentar, aber in einem Punkt muss ich Dir widersprechen, denn jenes Haus, in dem ich nun seit 56 Jahren wohne, ist keine Villa, sondern eben nur ein Wohnhaus für vier Familien. Und was soll da „herrschaftlich“ sein, zumal ja in dieser vermeintlichen „Villa“ auch keine „Herrschaften“ oder gar reiche Leute wohnen. Übrigens: in meiner Jugendzeit habe ich mit meinen Eltern ganz oben gewohnt und nach der Wende und dem Tod meiner Mutter bin ich dann eine Etage nach unten umgezogen.
      LG – Wolodja

  2. Vielen Dank an Wolodja und Siraganda für diesen tollen Beitrag und die Filme über das Erzgebirge und Jöhstadt. Auf eine Gegend in Deutschland in der es noch so viel Natur gibt muss man stolz sein. Eigentlich sollte ein Naturliebhaber unbedingt einmal das Erzgebirge besuchen. Man kennt es ansonsten nur durch die Räuchermännchen und die Pyramiden. Solche Beiträge richten wieder etwas auf und man vergisst das Elend dieser Welt für ein paar Minuten.
    Mal sehen, vielleicht verirre ich mich irgendwann noch einmal dorthin.
    Liebe Grüße an Euch Beide, natürlich auch an die Hundedame Nicky, sowie alle Tier- und Naturschützer, die diesen Blog besuchen.

  3. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    habe mir eben den ganzen Beitrag, inklusive die sehr liebreichen und interessanten Kommentare, speziell die eindruecklichen Erinnerungsfotos von Herrn Nowack – zu Gemuete gefuehrt und moechte allen dafuer danken!

    Das Video von Joehstadt ist sehr gut gemacht und gibt Einblick in diese interessante Stadt und die Gegend (steiler Aufstieg – da bleibt man schlank) Suess die liebe Nicky – soooo dick ist sie nun Auch wieder nicht, da habe ich schon dickere gesehen! Und welch schlanker Juengling von einem Wolodja, der uns aber leider nur die Rueckenansicht zeigt! Aber wie sagt doch gleich das Sprichwort: Ein schoener Ruecken kann Auch entzuecken!

    Ich werde jetzt gleich nochmals alles durchgehen, haben wir doch heute eine kleine Weile gluecklich in Erinnerungen verbracht, denn eine altehrwuerdige Stadt hat’s in sich! Viele Haeuser gleichen uebrigens den Haeusern hier in Frankreich, etwa wie sie angebaut sind!

    Als ich die Fenster vom Wohnhaus von Wolodja sah, da wurde mir ganz warm ums Herz: also von dort aus hegt er diesen guten Tierschutz-Blog und wenn wir zusammen chatten und jeder seinen Kaffee trinkt, dann kann ich mir nun Auch sein Zuhause vorstellen!

    Tja – und so entlasse ich nun euch alle mit einer herzlichen Umarmung – und ueberlasse euch noch einige Zeit dem wundervollen Erzgebirge – Eure Siraganda im Tierschutz

  4. Vielen Dank für die interessanten Informationen, Bilder und privaten Erinnerungen nebst Video und Fotos zum Erzgebirge sowie die Stadt Jöhstadt und den Urlaubsort Schmalzgrube.
    Alles war höchst interessant für mich, vor allem auch der Einblick ins Private. Ich bin nicht viel jünger als Bernd Nowack, nämlich Jahrgang 54.
    Schön auch einmal deine Hündin kennenzulernen, lieber Wolodja. Eine sehr süße Maus.
    Das Erzgebirge war mir bisher tatsächlich nur durch die Räuchermännchen, Pyramiden und Weihnachtsbögen geläufig, die auch mein Zuhause bereichern.
    Ich könnte mir gut vorstellen, das Erzgebirge einmal zu besuchen. Von der ehemaligen DDR kenne ich eigentlich nur die Ostseeküste und Rügen, Schwerin und die Müritz ein wenig, weil ich in Hamburg wohne. Es liegt halt in gut erreichbarer Nähe. 🙂

    Liebe Grüße an alle Freunde und die sonstigen Leser des Blogs.

  5. Da haben Sie es aber schön, Herr Wolodja! Ein prächtiges herrschaftliches Haus, tatsächlich eine Villa! Bei uns in den großen Städten, da werden die deutschen Hartz-4-Empfänger und Sozialhilfe-Empfänger schäbig behandelt und in „Arbeiterschließfächer“ gesteckt, alte Plattenbauten, wo die Miete ganz billig ist. Gute Wohnungen kriegen vom Sozialamt nur die Ausländer. Eigentlich müsste ich Jöhstadt kennen, aber ich war zu klein! Zusammen mit meiner Mutter wurde ich dort hin evakuiert, raus aus den Bombengebieten, das war 1944, da war ich 2 Jahre alt. Die Reichsregierung schickte Mütter mit Babys oder Kleinkind in Gebiete wo es keine Bomben gab, so nach Jöhstadt. Wo ich wohl dort untergebracht war? Vielleicht sogar in Ihrem wunderbaren Haus? Ich kann keinen mehr fragen. Frau Naturfreundin schließe ich mich an, auch mir gefällt das persönliche in Ihrem Video und die vielen Fotos von Bernd Nowack. Das ist doch viel besser als was unpersönliches und hat mir gut gefallen.

    • Werter Herr Löwigt,
      vielleicht hätte ich dieses Haus, in welchem ich seit über 50 Jahren wohne, wohl besser aus meinem Video-Filmchen über Jöhstadt heraushalten sollen – und zwar wegen der Missverständnisse aufgrund dieses Wohnhauses, denn es ist sicherlich ein sehr grosses Haus, aber deswegen ist es noch lange keine Villa und schon gar kein herrschaftliches Haus. Und was mein damaliges Hartz IV und meine jetzige Sozialhilfe betrifft, so bin ich wegen dieses Hauses und wegen meiner darin befindlichen Wohnung wohl auch nicht viel besser dran als andere Bedürftige, denn so weit ich zurückdenken kann, zahlte mir das Arbeitsamt immer nur die Miet- und Wohnkosten für die mir zustehenden 45 Quadratmeter und mehr als 100 Euro musste ich somit während meiner Hartz IV – Betroffenheit von meinem Hartz IV-Einkommen betreffs meiner Mietkosten aus eigener Tasche hinblättern. Und ist man aufgrund einer Armuts-Altersrente auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen, so verhält es sich in diesem Fall ähnlich. Aber wie auch immer: meine Miete beträgt monatlich 294. Euro – und dies wäre wohl kaum der Fall, wenn dieses Haus eine Villa wäre und die darin befindlichen Wohnungen „herrschaftliche“ Wohnungen sein würden.

      Und welch ein merkwürdiges Zusammentreffen, dass mein Wohnort Jöhstadt mit guten oder wenigen guten Erlebnissen aus Ihrer Kindheit verknüpft ist. Man erlebt halt immer wieder auch völlig unerwartete Überraschungen. Und in einem Tierschutzblog auch mal ein persönliches Video zu posten, mag ja gut und richtig sein und als willkommene Abwechslung daher auch die Zustimmung der meisten treuen Blogleser ernten, aber letztlich ist und bleibt mein Blog den besonders leidtragenden Tieren vorbehalten und ich glaube nicht, dass es etwas durch und durch „Unpersönliches“ ist, sobald man den von menschlichen „Schöpfungskronen“ geschundenen, versklavten und drangsalierten Tieren alltäglich seine Stimme gibt. Vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar und mit freundlichen Grüssen an Sie – Ihr W. Herrmann

  6. lieber Wolfgang, ein schönes Filmchen mit guter Musik. Man sieht Sie zwar nur von hinten,
    Sie sind groß und schlank (ich auch). Ihre Freudin ist ein nettes Kerlchen. Meine verstorbenen Tieren waren fast alle Mischlinge aus dem Tierschutz. Ich werde sie nie
    vergessen. Marie-Terese

  7. Lieber Wolodja,

    Wie klein die Welt ist!! Es gibt ja eine menge Leute, die dein Heimatörtchen kennen. Und siehe da, auch ich kann etwas beitragen.
    Ich kenne Jöhstadt ebenfalls persönlich, allerdings habe ich nur geringe Erinnerungen an die Örtlichkeiten, denn es sind immerhin schon knappe 40 Jahre her. Ich weiß nur, dass ich mit meiner Schulklasse mehrmals im Erzgebirge war, so um Annaberg-Buchholz und Geyer – in dieser Gegend. Unser Klassenlehrer war sehr aktiv darin, die Schulferien für seine Berliner Klasse zu einem Erlebnis zu machen. Und so waren wir in den Winter- aber auch Sommerferien ab und zu im Erzgebirge. Ich kann mich noch sehr gut an die Wanderungen durch die tollen Wälder dort erinnern. Ganz besonders an einem Wanderpfad, der sich sehr sehr weit, begleitet von einem Bach durch die Wälder zog. Wenn ich als angehender Jugendlicher noch keine Begrifflichkeit dafür gefunden habe, so würde ich heute den Begriff romantisch dafür nennen. Natürlich hat man das als Bub anders empfunden, es war einfach nur toll, diese Frische des Baches in einem hochsommerlichen Wald zu spüren. Aber auch die vielen – schon zu Ostzeiten – bestehenden Museen und Schaubergwerke waren faszinierend. Besonders angetan hatte es mir damals die Schmalspurbahn von Jöhstadt nach Wolkenstein. Ich war damals ein Modelleisenbahner und fand hier gemeinsam mit 2 gleichgesinnten Klassenkameraden das „Technik-Paradies“ auf Erden. Soviel ich weiß, gibt es im Erzgebirgischen Raum noch weitere erhaltene Schmalspurbahnen. Auch heute begeistert mich diese alte Technik des Schienenverkehrs aber auch alter Motorräder. Ich erwähne nur Zschopau und Augustusburg, die traditionellen Treffpunke der DDR-Oldtimer-Motorradfans. (gehören natürlich nicht mehr zum Erzgebirge).
    Wer das hier also liest und ´ne alte MZ oder ähnliches günstig abgeben will….. 🙂

    Ich würde auch behaupten, dass viele östliche Landstriche auf Grund Ihrer geringen Bevölkerungsdichte irgendwie angenehmer zu bereisen sind. Und ein Helmut Kohl, der vor der Wiedervereinigung Deutschlands den DDR-Bürgern blühende Landschaften versprochen hat, hat bei genauerem hinsehen – zumindest was den Zustand der Dörfer und Städte betrifft – ein klein klein wenig wahr gesprochen. (man möge mich auspeitschen 🙂 Die Gesichter vieler Dörfer und Städte haben sich positiv verändert (die der Bewohner vieleicht nicht so sehr). Als Beispiel hierfür sei kurz Erfurt genannt, wo sich ein Besuch wohl lohnen soll. Ich selbst kenne ein gutes Beispiel aus der Nähe meiner Heimat, nämlich Rüdersdorf, wo das evtl. bekannte Zementwerk steht. Zu DDR-Zeiten gab es die Farbe grün in dieser Gegend nur ca. 2 Wochen, nämlich im Frühling kurz nach der Blüte. Dannach hüllte sich die ganze Gegend samt Natur und Häuser in einen Grauschleier. Es war schrecklich! Heute hat sich das Ansehen dieser Gegend um 100 Prozent verbessert.
    Nun ja, ansonsten möchte ich nicht weiter über´n Kohl lamentieren.

    Wisst ihr, was ich manchmal sehr komisch finde. Unterhält man sich mit Freunden oder Bekannten über die letzten Urlaube, so schwärmt man über die fernen Länder Spanien, Dom-Rep, Türkei, usw.usf…. Dabei liegen wunderschöne Gegenden direkt bei jedem um die Ecke und die hat man manchmal nie gesehen…….

    Vielen Dank Wolodja, dass wir von dir und deiner Gefährtin nun ein weiteres bisschen mehr erfahren durften!

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