Von vielen geliebt, aber vom Aussterben bedroht: die Biene

Beitrag von Tierschützerin Claudia Marrapodi (Siraganda) :

Das heutige Bild, welches ich Wolodja und den Lesern widme, ist die Fotografie eines Wandbehanges, welchen meine Mutter einst stickte- mit einem Baum, der viele verschiedene Fruechte traegt – und Insekten, die ihn umgeben! Darunter befinden sich unsere damaligen Tiere…sogar das Eichhoernchen, welches damals in unserem Garten wohnte, schaut noch hinter dem Stamm hervor…

Noch heute klingt mir jenes Lied in den Ohren, welches wir so oft in der Schule sangen: Summ, summ, summ, Bienchen summ herum, flieg nur aus in Wald und Heide, ei, wir tun dir nichts zuleide… Und heute muss ich im selben Atemzug die Frage stellen: Tun wir dir wirklich nichts zuleide, kleine Honigbiene, oder war das nur ein Lied? Wie hat sich doch die Welt in den letzten fuenfzig Jahren gewandelt. Seit den Tagen meiner Schulzeit sind die blumenuebersaeten Wiesen groesstenteils verschwunden, auf welchen noch eine immense Vielfalt herrschte in Flora und Fauna. Die vielen Schmetterlingsarten sind rar geworden- und heute sogar die Bienen, wie immer oefter zu lesen ist! Wir begegnen ihnen zwar noch beim Spaziergang, aber es gibt zunehmend Gegenden, aus denen sie mehr und mehr verschwinden. Noch hat mein Nachbar ein Bienenvolk, welches vor zwei Jahren in meinem Vorhof schwaermte und die beruehmte Traube bildete. Dies war das erste mal in meinem Leben, dass ich dies erleben durfte. Er brachte dann einen Behaelter – und gegen Abend waren alle Bienen dort drin und er konnte sie in das Bienenhaus zuruecktragen. Fuer mich eine interessante neue Erfahrung. Seine Bienen kennen mich, denn unsere Gaerten grenzen direkt aneinander. Am Anfang flogen zwei Arbeiterinnen um mich herum, um zu sehen, wer das denn ist, dies merkte ich genau. Dann flogen sie beruhigt weg und seitdem leben wir in grosser Harmonie nebeneinander. Ich gebe immer acht, wohin ich trete, denn manchmal krabbelt die eine oder andere Biene im Gras und ich will sie auf keinen Fall zertreten. Wenn ich eine auf der Strassenseite vor dem Haus sehe, nehme ich einen kleinen Zweig, lasse sie sich daran festhalten und lege sie auf einen Tujazweig in meinem Vorhof – und so kann sie dann wieder zurueck zu ihrem Stamm finden.

Leider sind die Bienen, wie uebrigens sehr viele andere Insekten auch, stark gefaehrdet! Dies ist vor allem zuruckzufuehren auf die Behandlung der Wiesen und Felder mit Pestiziden und Insektiziden. Auch die Eintoenigkeit der Wiesen, von welchen der grosszuegige vielfaeltige Blumenschmuck mehrheitlich verschwunden ist, fuehrt zum dramatischen Rueckgang der Bienenvoelker! Uebrigens auch die Wespen, deren Nester vielerorts vernichtet werden, sind wichtige Bestaeuber in der Natur – und der Mensch begegnet ihnen mit viel Unverstaendnis und Feindseligkeit, welche sie nicht verdienen. Im Herbst sind die Arbeiterinnen sehr mitgenommen und geschwaecht! Dies ist der Grund fuer ihre Aufdringlichkeit, denn sie suchen leicht erreichbare Nahrung und das beste waere es, ihnen irgendwo ein Tellerchen hinzustellen, wo sie sich bedienen koennen. Einst beobachtete ich in einem Restaurant sogar dermassen gemeine Menschen, welche eine Wespe einfach in einem Glas ertrinken lassen wollten und dabei lachend zusahen! Ich ging an deren Tisch, nahm das Glas und befreite die Wespe, worauf meine Handlung mit zwar kleinlautem, aber spoettischem Laecheln quittiert wurde! Aber die Hauptsache war, dass die Wespe nicht ertrank – der Rest war mir egal!

Video: Bienen – Ein Volk und seine Königin

Bienen und Blumen:

Liebe Gruesse von Siraganda

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9 Kommentare zu “Von vielen geliebt, aber vom Aussterben bedroht: die Biene

  1. An Siraganda!

    Das wunderbare Bild mit dem Stickbild Ihrer Mutter hat mich tief berührt, denn es erinnerte mich an die kunsthandwerklichen Arbeiten meiner Mutter. Eines ihrer auch selbst entworfenen Stickwandbilder hängt bei mir in der Diele, siehe das Stickwandbild unten in meinem Blogbeitrag. Und auch Mutter verewigte da (klein unter dem Phönix) unseren lieben Dackel Fanny und unser Katerchen:

    http://barrynoa.blogspot.de/2008/04/erika-nowack-meine-mutter.html

    Nicht selbst entworfen, aber auch selbst gestickt: 2 Kissen, eines von meiner Mutter und eines von meiner Oma, selbstverständlich von mir aufgehoben und plaziert auf einer Sesselgruppe in meinem Herrenzimmer:

    http://barrynoa.blogspot.de/2012/07/handarbeiten-fruher-gestickte-kissen.html

    An einem der dortigen Tische, ebenfalls ein Tischtuch, gestickt von meiner Mutter, allerdings auch nach fremden Muster:

    http://barrynoa.blogspot.de/2011/08/die-quitte-kostliche-frucht-der-gottin.html

    Ich weiß was diese Stickerei für Arbeit macht, hatte als Junge von ca. 10 Jahren auch mal einen kleinen Läufer gestickt, allerdings nach Vorlage.

    • Ja – lieber Herr Nowack, da waren unsere Muetter offenbar seelenverwandt, denn zum Thema sticken habe ich noch nicht alles enthuellt! Einen Pfau hatte sie Auch angefangen, aber bevor er vollendet wurde starb sie! Die Machart der Stickereien sind seeeeeeehr aehnlich, dh die Seelen der beiden Frauen haetten sich wohl sehr darueber gefreut, sich hier auf der Erde zu begegnen – nun wird dies ja dann wohl im Himmel geschehen – zusammen mit allen Tieren, die je auf diesem Planeten das Licht der Welt erblickten – oder ich will verdammt sein!

  2. Ja lieber Wolodja, liebe Freunde,

    so ist das mit den Bienen, uebrigens moechte ich noch zum Foto, auf welchem ein Teil meiner geretteten Tiere zu sehen ist folgendes sagen: wie man erkennen kann wohnen die Katzen in einem abgesicherten Hausteil, wo sich in der Tuer ein Schlupfloch befindet! Diesen Innenbereich koennen sie nicht verlassen, ich lasse dort aber absichtlich Wildpflanzen spriessen, dies ermoeglicht es ihnen zB im Sommer unter den Straeuchern zu liegen im Schatten oder Halbschatten, was Katzen sehr lieben. Dadurch, dass dieser Innenbereich voellig abgeschirmt ist, kann ihnen niemand etwas zuleide tun – und die Katzen koennen wiederum keinen freilebenden Kleintieren wie zB Voegeln schaden. Die Hunde haben sich von Anfang an mit ihnen sehr gut verstanden, wahrscheinlich daher, dass ja alle vorher Streuner waren. Die Hunde begleiten mich uebrallhin, wo ich bin und leisten Auch den Katzen gerne Gesellschaft – so ist das!

    Liebe Gruesse an euch alle, Eure Siraganda

  3. Siraganda:

    „…und die Katzen koennen wiederum keinen freilebenden Kleintieren wie zB Voegeln schaden.“

    Eine ganz, ganz wichtige Sache, die jeder Katzenbesitzer beherzigen muß! Sehr gut! Wer keinen abgetrennten Bereich für seine Katzen hat, der muß unbedingt seiner freilaufenden Katze ein Katzenhalsband mit Warnglöckchen anlegen. Die Katze gewöhnt sich schnell daran und es rettet durch Warnen unzähligen Beutetieren das Leben.

    • Ja lieber Herr Nowack, was meine Katzenunterkunft betrifft, so habe ich ganz grosses Glueck, denn so alt das Haus Auch sein mag, da versieht es doch einen ganz wichtigen Dienst!

      Wenn Sie das Foto betrachten, sehen Sie im Hintergrund die Eingangstuere zu einem grossen Stall, etwa 20 Meter lang – und nebenan gleich nochmals einer in der gleichen Laenge! Und dies hat einen sehr interessanten Grund, denn die ganze Kleinstadt ist so, denn sie stammt aus dem achzehnten Jahrhundert und alle Haeuser sind zusammengebaut! Und vor zweihundert Jahren bis ins letzte Jahrhundert hinein waren die sogenannten grossen Garageneinfahrten die Kutscheneinfahrten, dann gings weiter durch die heutigen Garagen, was damals so ein etwa 20 m langer Korridor war und dann in diese Innenhoefe, wie sie meinen oben im Bild sehen! Dort wurden die Kutschen gewendet und die Pferde anschliessend ausgespannt und nach hinten in den Stall gebracht! Hinter dem Stall befindet sich nochmals ein etwa 30 bis 40 m langer Garten, der frueher Auch als Pferdebewegeplatz diente und der hintere Teil natuerlich als Garten! Zwei Kutschenraeder stehen jetzt noch im Stall! Den zweiten Teil werde ich diesen Sommer ausraeumen, denn dort liegt noch viel Zeug drin und dann haben die Katzen doppelt so viel Platz! Ueber der ganzen Stallung befindet sich ein riesiger ausbaubarer Heuboden – dort koennte man eine Treppe raufbauen und das ganze wuerde ein riesiges zweistoeckiges Tierrefugium abgeben! Ich wollte bereits mehrere Male eine Tierschutzvereinigung gruenden, denn wenn man viele Tiere aufnimmt muss man das, denn wenn man eine Gesellschaft ist, wird der Tierarzt billiger, man darf Spenden sammeln und Patenschaften fuer Tiere organisieren – als Einzelperson darf man dies alles nicht! Aber ich habe bis heute noch nicht die richtigen Leute gefunden und musste das ganze mehrmals wieder abblasen! Zur Zeit habe ich acht Katzen hier, auf zwei Gnadenhoefen noch andere Tiere und so ist es am besten! Nicht zu vergessen die Hunde, die mich auf Schritt und Tritt begleiten!

      Liebe Gruesse – Ihre Siraganda

  4. Ein so wundervoller Beitrag, liebe Siraganda!

    Bienen und Hummeln faszinieren mich seit der Kindheit.
    Sehr bewundere ich auch die Arbeit deiner Mutter. Das ist phantastisch und wunderschön.
    Auch meine Mutter hat ihr Leben lang immer eine Handarbeit getan, wenn auch nicht so künstlerisch. Gerade heute hatte ich mich daran erinnert, dass sie mir früher alle Kleidung selbst genäht hat, obwohl sie damals noch eine 6-Tage-Woche hatte.

    Danke für deinen so schönen und berührenden Beitrag.

    Lieber Bernd Nowack,

    auch Ihnen möchte ich für den Link zu dem Blogbeitrag über Ihre Mutter herzlichst danken. Es ist für mich eine Freude zu erfahren, wie liebevoll Sie über Ihre Mutter sprechen und was auch sie für wunderschöne Sachen angefertigt hat.

    Alles Liebe!

    • Liebe Natur Freundin,

      frueher waren die Zeiten noch anders, die Muetter machten Handarbeit und vieles mehr! Heute beschaeftigen sich die Leute eher mit Computer oder Fernsehen (dem TV habe ich eine Absage erteilt)

      Auch ich liebe Bienen und Hummeln, ueberhaupt Insekten, das sind naemlich ganz faszinierende Tiere, man sollte sich nur die Zeit nehmen, um sie ein wenig naeher zu betrachten. Ich hatte da mal zur Herbstzeit eine Muecke im Zimmer, die ich allerdings los werden wollte, aber es ist unglaublich, wie intelligent die sind! Also erst einmal warten die ab, bis es so aussieht, als ob man schlaeft (was meistens dann tatsaechlich der Fall ist) die wissen das irgendwie! Wenn sie sich das erste mal aufs Gesicht setzt und man draufschlaegt, verpasst man sie meistens! Dann macht sie es anders: sie fliegt aufs Kopfkissen, was man ja noch hoert, dann geht sie zu Fuss weiter! Wenn man dann das Gefuehl hat, auf dem Gesicht tue sich was und abermals dreinlangt, dann macht sie beim dritten Mal folgendes: sie fliegt wieder aufs Kopfkissen, aber diesmal geht sie zu Fuss in die Haare, von wo sie sich ganz sachte zum Gesicht vorschleicht, meistens ist man dann Auch eingeschlafen und hat am Morgen den beruehmten roten Flecken unter dem leicht geschwollenen Auge! Ich habe aber einmal gewartet und wollte sie mit dem Leintuch fangen (sorry, dies ist nicht sehr liebevoll, aber schlafen moechte ich doch in Ruhe! Also ich liess sie kurz zustechen und schwupp zog ich das Leintuch ueber den Kopf, aber irgendwie ist sie mir durch die Lappen gegangen! Da hatte ich genug und zuendete das Licht an, denn irgendwo musste sie sein. Nichts, ich suchte die ganze Wand ab, die Kissen, also loeschte ich das Licht und zog das Leintuch ueber die Ohren – und da ssssssss machte es, ich langte nach dem Lichtschalter, was einige Sekunden dauerte und suchte wirklich ueberall – da kam ich auf die Idee, hinter der Bettlade zu suchen – und dort hinten, ziemlich weit unten sass sie, die Schlaumeierin! Das sind ja Muetter, die ihre Jungen mit dem Blut fuettern, das sie saugen, genau wie die Fliegen, ab August stechen die naemlich Auch zeitweise! Ja – heute habe ich so spezielle Elektrostecker, da kommen sie nicht mehr! Das war mein Mueckenabenteuer! Es gibt keine Kreatur unter der Sonne ohne Intelligenz! Nur gewissen Menschen scheint diese offenbar abhanden gekommen zu sein!

      Liebe Gruesse an Dich und alle Freunde – Eure Siraganda

  5. Das ist tatsächlich so, daß unsere Mütter (sowohl von Siraganda, wie auch von Naturfreundin) seelenverwandt waren. Was wäre eventuell aus uns geworden, wenn wir nicht so wunderbare und tierliebende Mütter gehabt hätten? Wären wir empathielos gegenüber unseren schwächsten Mitbewohnern geworden, allein egoistisch menschenfixiert und wie etliche andere unserer Mitmenschen kaltherzig gegenüber dem unvorstellbaren Leid in den Tier-KZ´s, in den Zirkussen, den Arenen?

    Am widerlichsten finde ich die Typen, die noch heute sich als Antinazis aufspielen, sogar die fortschrittliche Pegida-Bewegung des Nazitums bezichtigen, wo dort nur gegen die Ausbreitung mittelalterlicher grausamer Lebensart protestiert wird. Da jubeln Pseudolinke, daß ein 94jähriger Wachmann eines KZ jetzt vor Gericht gestellt wird, aber gegen die Tier-KZ´s da verlieren sie kein Wort.

    Zu Bienen und Hummeln: Ich kann jedem Tierfreund nur empfehlen ein kleines Insektenhotel anzubringen. Das kann man überall, auch in der Großstadt. Ich habe jedenfalls jedes Jahr seit einiger Zeit große Freude an so einem kleinen Insektenhotel, wo Wildbienen gern einziehen und ihre Eier legen. Der Erhalt gerade der Wildbienen ist eine wichtige Sache, die man unterstützen sollte. Hier ein paar Fotos davon:

    http://barrynoa.blogspot.de/2014/04/mein-kleines-insektenhotel.html

    Hummeln mag ich sehr und neben angepflanzter Blaudistel (http://barrynoa.blogspot.de/2013/07/die-wunderbare-blaue-edeldistel.html), da ist mir eine große Brombeerhecke wichtig als Nahrungsquelle von Hummeln und Bienen. Ja und ich habe auch noch etwas davon, nämlich leckere Brombeeren!

    http://barrynoa.blogspot.de/2014/06/gute-nahrung-von-bienen-und-hummeln-die.html

    Für die Kunstfreunde unter den Tierfreunden des Wolodja-Blogs noch ein Link zu einem Bild mit Hummeln und ein Scan eines Hummelbildes von Hoepner, welches in meinem Besitz ist (von meiner Mutter geerbt):

    http://barrynoa.blogspot.de/2014/04/martin-erich-philipp-blutenzweig-der.html

  6. Ein wunderschöner Beitrag über die Bienen. Dazu gehören natürlich auch die wilden Arten, die genau so wichtig sind und genau so vom Aussterben bedroht. Wir haben in unserem Garten mehrere sogenannte Bienenhotels. Im lezten Frühjahr sind fast keine Bienen aus den Nistlöchern ausgeschlüpft. Lag es am sehr nassen Sommer 2014 oder merkt man die Vergiftung immer mehr. Dies haben übrigens auch noch Andere, die auch Nisthilfen in ihren Gärten haben festgestellt.

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