Erstaunliche Symbiosen und Abwehrreaktionen der Tiere

Die heutige Widmung an Wolodja und die Leser ist ein Foto von zwei meiner Schuetzlinge:
Tajo und Dolce, in gegenseitiger Eintracht und Symbiose

Das folgende kurze Video werde ich schnell sinngemaess uebersetzen: im Amboseli-Nationalpark kommen Elefanten bei ihrer Wanderung vorbei an Knochen von ihren Artgenossen. Sie beruehren diese Knochen und verweilen eine Zeit bei ihnen und Wissenschaftler sind sich einig, dass sie trauern!

Beim heutigen Thema handelt es sich eigentlich um zwei verschiedene Themen, das erste – die friedliche Symbiose zwischen den verschiedenen Spezies, aber auch zwischen Familienmitgliedern; das zweite – der Angriff und die erstaunlichen Abwehrstrategien und sogar Hilfeleistungen zwischen den verschiedenen Spezies. Behilflich ist uns dabei ganz erstaunliches Film-Material, welches von zufaelligen Zeugen spontan festgehalten wurde in Situationen, auf welche, wenn sie uns bloss erzaehlt wuerden, hoechstwahrscheinlich mit Unglauben reagiert wuerde. Hierzu muss einfach ganz klar festgehalten werden, dass Tiere von mehr als ’nur‘ Instinkt geleitet werden – und dass da ganz eindeutig Gefuehle und Ueberlegungen mit im Spiele sind.

Beim folgenden kurzen Video erleben wir, wie ein von Hyaenen verfolgter Bueffel von Nashoernern gerettet wird, welche sich ganz eindeutig auf seine Seite stellen – erstaunlich!

Seit ich in die erste Klasse ging lag man mir in den Ohren, dass Tiere bloss Instinkte haetten, obwohl die anderen Kinder eigentlich gar nicht wussten, was das Wort bedeutete, denn es wurde ihnen von klein auf gesagt und eingedrillt, wie dem Moslem die Schahada! Und was ist die Folge davon: blindes Nachplappern von etwas, von dem man selbst ueberhaupt keine eigene Erfahrung machte! Aber da konnte ich kein Wort mehr anbringen, kein Floh ging durch – so war es und wurde versiegelt! Meine eigenen Erfahrungen mit den Tieren machte ich irgendwie losgeloest von den festgesetzten Meinungen in einem speziellen Freiraum, welcher nur fuer die Tiere und mich sozusagen wie geschaffen war. Erst viel spaeter begriff ich, dass ich selbst mir diesen ganz speziellen freien Raum schuf, wo ich mich mit den verschiedensten Spezies wiederfand – in gegenseitigem Austausch! Diese Buehne sollte sich jeder Mensch erschaffen so frueh er kann, denn die dort sich abspielenden Geschehnisse, Freuden, Trauriges, Lustiges und vieles mehr in Symbiose mit dem Reich der Tiere und der Natur kann Dir niemand stehlen – und sie sind wertvoller als Gold!

Das folgende kurze Video (hier von mir schnell sinngemaess uebersetzt) zeigt ein Zebra, welches von einem Loewen angegriffen und festgehalten wird. Aber dieses ist mit dem negativen Ausgang seiner Geschichte nicht einverstanden und dreht den Spiess um, indem es sich, als der Loewe es totbeissen will und der Kampf bereits als verloren gilt, auf diesen mit seinem ganzen Gewicht wirft und ihn unter Wasser drueckt, um ihn zu ertraenken! Es kann entfliehen und der Loewe ueberlebt arg gebeutelt!

Eine sehr wichtige Lektion, welche ich im Laufe der Zeit gelernt habe: Tiere haben uns eine ganze Menge zu sagen und wir koennen sehr viel von ihnen lernen – ohne Worte, aber durch ihre wichtigen Taten! Dies ist der Unterschied zwischen Tier und Mensch! Waehrend der Mensch meistens viel redet, ohne Taten folgen zu lassen – handelt das Tier in unterschiedlichster Weise – und wenn wir stets aufmerksam bleiben und nicht immer vom Tier verlangen, sich bloss zu unterwerfen, sondern ihm auch eine Chance geben sich zu entfalten, koennen wir grandiose Ueberraschungen erleben mit viel Zugabe! Viele grosse Persoenlichkeiten haben in ihrem Leben von den Tieren gelernt und diese Lektionen wiederum in ihrem Leben und Schaffen verarbeitet und angewendet! Denken wir nur an die bekannten Flugmaschinen von Leonardo da Vinci oder die baulichen Strukturen des vegan lebenden Architekten Antoni Gaudi! Auch fuer Giuseppe Verdi und Enrico Caruso war die Natur eine echte Lehrmeisterin. Und so ging und geht es noch zahlreichen Schaffenden unter der Sonne – und mit Recht, denn Tier und Natur enttaeuschen uns nie, was man allerdings vom Menschen nur selten behaupten kann. Voraussetzung dafuer aber ist ein ehrliches und aufrechtes Verhalten Tier und Natur gegenueber, denn wenn das Tier sein Vertrauen verliert und die Natur verraten wird, isolieren wir uns selbst und verfallen jenen nefasten Mustern, welche augenblicklich diese Welt in Schach halten und kurz schliessen. Wir muessen wieder Teil der Natur werden und mit und fuer die anderen Lebewesen leben und nicht gegen und von ihnen.

Und hier zum Schluss eines der schoensten Videos zum Thema Tierfreundschaft: Die Aspinall-Foundation rettet seit Jahren Gorillas und ist der Moment gekommen, setzt sie diese in die Freiheit. Hier zunächst die Uebersetzung des Videos:

Ich befinde mich mit meiner Tochter Tansey in Gabun und halte Ausschau nach zwei Gorillas, die wir grosszogen und vor Jahren wieder in die Wildnis entliessen. Wir suchen sie waehrend vieler Stunden am Fluss – und dann tauchen sie auf, da sie meine Rufe hoeren. Sie kommen her und sehen uns an. Ich war ein wenig nervoes sie zu treffen, denn ich habe sie seit Jahren nicht mehr gesehen und ich war gespannt, wie sie reagieren wuerden. Und die Begegnung ist so suess!!! Es war phantastisch wie ich begruesst wurde – ich fuehlte solch eine Liebe fuer sie! Wenn dich Gorillas halten, wie sie es tun – es gibt kein groesseres Privileg! Freundschaft mit Gorillas ist eine grossartige Lebenserfahrung. Die Gorillas wurden in Gefangenschaft geboren und leben jetzt voellig wild. Sie sind sehr gesund und ruhig. Wunderschoenes Zusammenfinden. Die Dinge liefen sehr gut und dann bemerkte ich, dass Shelter auf Tansey starrte. Sie hatte Tansey seit 12 Jahren nicht mehr gesehen.

Tansey: ich war nicht sicher, ob sie mich wiedererkannte, aber sie erkannte mich! So suess! Die beiden Gorillas sahen Tansey als Kleinkind, bevor sie vor Jahren nach Gabun gebracht wurden. Zuerst war ich nicht sicher, ob es angeraten war, Tansey zu den Gorillas zu bringen, aber sie wurde klar von ihnen erkannt. Ich sah, dass der Moment gekommen war und rief Tansey. Als sie sich naeherte, hoerte ich die Gorillas Laute von sich geben und ich wurde immer beruhigter, dass sie von ihnen akzeptiert wuerde.

Tansey: Es ist grossartig, die Tiere in ihrem natuerlichen Habitat zu sehen. Dies ist ein Privileg, Tiere die in Gefangenschaft gross wurden, nun frei im Wald! Nun spielten sie mit mir und ich sah ihre Zufriedenheit. Und sie waren sehr sanft und wussten, dass Tansey ein Maedchen war und waren besonders sanft mit ihr. Dies ist so lieblich, das zu sehen. Als wir gehen mussten, wollten sie Tansey nicht gehen lassen. Es war sehr beruehrend, aber wir mussten gehen, da die Nacht hereinbrach. Am naechsten Morgen wachten wir auf – und da waren sie – in der Flussbeuge, um ihre Freunde wiederzusehen.

Liebe Gruesse von Siraganda

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5 Kommentare zu “Erstaunliche Symbiosen und Abwehrreaktionen der Tiere

  1. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    das Thema Tier ist unerschoepflich – und diese vier Videos ziehen mich jedes Mal wieder neu in ihren Bann! Was sind doch die Tiere fuer erstaunliche Geschoepfe! Wenn wir unser Herz oeffnen, dann koennen wir eine Menge von ihnen lernen, denn die Tiere sind immer sich selbst und echt, egal was sie tun! Wenn der Mensch nur endlich begreift, dass Auch die nichtmenschlichen Kreaturen das Recht auf Leben und Unversehrtheit haben – denn dann haben wir eine andere Welt, aus welcher der Alptraum der Angst, des Abschlachtens und der Kriege verschwunden ist – und dort wo die Natur noch grausam ist, koennen wir helfen, statt sie noch weiter zu druecken, zu knechten und zu zerstoeren! Dann weicht Auch die Angst des Menschen vor dem eigenen Tod, denn bis jetzt Weiss ich von keinem aktiven und aufrichtigen Tier- oder Naturschuetzer, dass der sich vor dem eigenen Tod fuerchtet, dieses Gefuehl gehoert zu jenen, welche die anderen Lebewesen sterben lassen, nicht zu denjenigen, welche ihnen das Leben schenken!

    Liebe Gruesse an Euch – Eure Siraganda

  2. Siraganda: „Wenn der Mensch nur endlich begreift, dass Auch die nichtmenschlichen Kreaturen das Recht auf Leben und Unversehrtheit haben.“

    Manche Menschen begreifen das schon und sie wissen, daß die Spezies Mensch nicht die Krone der Schöpfung ist, sondern die Dornenkrone. Leider nur eine Minderheit! Die Mehrheit schaut weg! Ganz schlimm, die eifrigen Verfechter des Speziesismus, die mit viel Mühe das alte Denksystem erhalten wollen. Sie sind die Schreibtischtäter der heutigen Zeit, die in nichts weniger minderwertig sind wie die damaligen Schreibtischtäter in der NS-Zeit oder der SED-und Stasi-Zeit in der ehemaligen DDR.

  3. Ein ganz wunderbarer Beitrag, liebe Siraganda.
    Die Filme waren sehr berührend und deinen Kommentar kann ich nur unterstreichen.
    Auf dem Weg, die Tiere zu achten, kommt der Mensch zu sich selbst, denn er entdeckt, was er bisher nicht sah, dass er mit den Tieren und der Natur im Einklang leben kann und welche Freude dies jeden Tag bedeutet.
    Er könnte tiefes Glück erfahren.
    Das augenblickliche System könnte überwunden werden. Die Tiere können der Schlüssel dafür sein.

  4. Hallo lieber Wolodja, liebe Freunde,

    hier ist noch ein ganz spezielles Video als Zugabe zum obigen Vortrag: es zeigt Wounda, eine Schimpansin im Jane Goodall-Institut am Tage ihrer Entlassung auf eine der drei Inseln, wo vom Buschfleisch-Markt gerettete Schimpansen ein neues zuhause finden! Sie war lange sterbenskrank und sieht am Tage ihrer Entlassung in die Freiheit Jane Goodall zum ersten Mal! Der einzige Kontakt zwischen beiden war ein kurzer Moment, wo Jane der Schimpansin die durch die Gitterstaebe gehaltenen Finger streichelte – und seht mal selbst, was da anschliessend erstaunliches geschieht. Dieser mein Text ist gleichzeitig eine Kurzfassung der Uebersetzung des Videos!

  5. Hier noch ein intéressantes Video, welches zeigt, wie Paviane sich sehr wehrhaft gegen einen Leoparden verteidigen – so kann es leicht kommen, dass der Jaeger zum Gejagten wird:

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