Die Wiese

Die heutige Widmung an Wolodja und die Leser sind zwei Fotos unseres Dorfbiotops, welches die Gemeinde extra fuer die Spaziergaenger geschaffen hat! Hier gehen wir mit unseren Hunden spazieren! Die sich einfindenden Reiher und Weihen haben ihre Scheu verloren und lassen einen recht nahe herankommen! Im Sommer gibt’s viel Froschgequake.

Zum heutigen Thema, der Wiese, sagte ich mir diesmal: Weshalb denn in die Ferne schweifen? Liegen doch ebenso grosse Naturwunder nur allzu oft direkt vor unserer Haustuere! Obwohl es die Wiese im urspruenglichen Sinne eigentlich bereits an den meisten Orten gar nicht mehr gibt – so wie sie sein sollte, denn durch Guelle und Duengen wurde die Landschaft inzwischen fatal veraendert, und dies nicht nur zum Leidwesen unserer Augen, welche sich doch nur allzugerne von den herrlichsten Blumen und Graesern verwoehnen lassen, sondern vor allem fuer die unzaehligen Tiere von Feld und Flur, welche heute dazu verdammt sind, in einer ganz anderen Umwelt zu leben, als dies eigentlich fuer sie vorgesehen war!

Ja in vielen Gegenden ist die Wiese, welche zu einem eintoenigen Fettacker mutierte, tierleer, das Summen, Zirpen, Gaukeln und Wiegen ist verstummt und verschwunden, denn das Gras ist einzig und alleine dazu bestimmt, die Leistungen der Milch- und Fleischkuehe auf Hochleistung zu trimmen. Der totale Kreislauf der Ausbeutung ist vollendet. Der Mensch kuemmert sich nicht um das millionenfache Leben und Sterben der Kleinstlebewesen in Feld und Flur – er will nur Geld verdienen und konkurrenzfaehig bleiben, sonst verschwinden auch noch diese Bauernhoefe mit ihren Tieren und werden durch Grossmastbetriebe ersetzt, in welchen Kuehe und andere Nutztiere niemals in ihrem elenden Leben weder den Himmel noch die Wiesen sehen. Diese Zuversicht ist doch sehr bedenklich und sollte doch jeden von uns zutiefst aufruetteln.

Da sollte sich jeder aufrechte Mensch sagen: Da mache ich nicht laenger mit – ich will nicht eine dieser Schrauben im Getriebe sein, welches das Leben der Natur anhaelt! Ich will lebendige, gesunde, freie und glueckliche Geschoepfe um mich haben – grosse und kleine! Eine Biene soll genauso emsig ihren Honig einholen duerfen, wie das Reh, welches am Abendwaldrand zarte Graeser zupft! Eine Kuh soll die saftigen Blueten rupfen, waehrend ihr Kaelbchen Freudenspruenge macht – und die Kaefer entlang den Grashalmen wandeln und in der Sonne blinken! Die Schnecke sollte auf dem feuchten Grasboden kriechen und das Maeuschen sich im hohen Bluetengras vor seiner Wohnung tummeln! Und die Singvoegel in kuehnem Fluge nach den Mueckenschwaermen tauchen, bis ins hohe Gras – und dort zirpend und schwatzend sich raufen, wo so manches Wuermchen sich eingefunden hat! Aber all dies ist dem modernen Menschen egal! Er holt sich seinen Liter Milch und sein Steak im Einkaufszentrum – danach verschwindet er wieder vor dem Fernseher oder hinter dem Computer – er ist nur noch Zuschauer – und betritt die Buehne nicht mehr – dies tun inzwischen die Maschinen, welche immer leistungsfaehiger werden! Und da beide kein Gefuehl haben, der Mensch, weil er sich der Natur entfremdet hat – und die Maschine weil sie ein Machwerk des Menschen ist – stirbt die Natur unaufhoerlich und leise.

Ich moechte hier keine apokalyptischen Szenarien ausmalen, sondern jeden einzelnen mit seiner persoenlichen Verantwortung zuruecklassen, inklusive mich selbst, denn jeder von uns ist gefordert, in seinem Geist und seinem Herzen zu einem erneuernden Szenario und einer erneuernden Bewusstwerdung beizutragen, um diesen sterilen Kreislauf zu unterbrechen und den Kreis wieder erbluehen zu lassen – und jedem Lebewesen jenen Platz zurueckzugeben, der ihm von Anfang an zusteht und auf den es ein natuerliches Recht hat!

Und hier noch ein Video ueber die Geschichte der Wiesen:

Liebe Gruesse von Siraganda

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7 Kommentare zu “Die Wiese

  1. Ja, lieber Wolodja, an der Wiese sollte uns Menschen besonders viel gelegen sein! Auf meinen taeglichen Spaziergaengen mit Dédé kann ich dieses Naturwunder jahrein-jahraus bestaunen, hier in Frankreich spriessen noch Blumen, welche zB in der Schweiz bereits ausgestorben sind – sicher erlebst Du mit Nicky waehrend Deiner Spaziergaenge Auch des oeftern grosse und kleine Naturwunder – so ist das halt, mit uns Naturfreunden!

    Ich wuensche Dir und allen Freunden und Lesern noch einen angenehmen Tag und trotz des unermesslichen Tierleides und dem Leid der Welt – ein kleines bisschen Freude am heutigen Vortrag!

    Eure Siraganda

  2. Ein sehr schöner Vortrag und ein wundervoller Film: Ja, so sollte eine Wiese aussehen: Vielfalt statt Eintönigkeit, Lebendigkeit statt Tod.
    Aber leider gibt es solche Wiesen nur noch an wenigen Stellen.
    Ich könnte von meiner Wohnung aus kilometerweit gehen und fände doch keine solche Wiese, obwohl ich ganz am Rand von Hamburg wohne, vielleicht 250 m zum Bundesland Schleswig-Holstein.
    Dennoch tut auch mir ein Spaziergang draußen sehr gut und es ist von hier nicht weit zu einem kleinen Flüsschen mit einem Randstreifen Natur, wo ich frei atmen und die Seele baumeln lassen kann.
    Danke für eure tollen Beiträge, Wolodja und Siraganda.
    Allen Lesern, Tier- und Naturfreunden wünsche ich einen schönen Tag.

  3. Hier und da trifft man sie noch bei uns an, die Wiese wie sie in Deinem wundervollen Beitrag und in dem Film geschildert wird. Aber nur dort, wo der Mensch sich wieder zurück besinnt auf extensive Bewirtschaftung, meistens von Naturschutzorganisationen betreut.
    Es geht so viel verloren und die meisten Menschen merken es noch nicht einmal.
    Aber wir wollen die Hoffnung nicht ganz aufgeben, dass der Mensch vielleicht doch noch die Kurve kriegt.

  4. Liebe Natur Freundin, liebe Elke,

    grosse duftende Wiesenflaechen stimmen uns oft nostalgisch! Beim Einatmen des Blumenduftes schweifen unsere Gedanken zurueck in die Kindheit und wir sehen vor unserem inneren Auge, wie es einst war! Hier in Frankreich gibt es sie noch, so weit das Auge reicht, zwar sind Auch nicht mehr so viele Blumen zu finden wie frueher, aber es ist immer noch was zu sehen. Im Sommer kommen dann die Kuehe und Pferde zum Abgrasen, geguellt wird nicht, so bleibt doch noch was erhalten!

    Liebe Gruesse an Euch von Eurer Siraganda

    • Die Sinne, die beim Durchstreifen der Natur angeregt werden, sind oftmals unvergleichlich. Man muss sie nur bewusst wahr nehmen. Das ist etwas, was einem Großteil der Menschen abhanden gekommen ist. Kein materieller Konsum ist vergleichbar mit der Befriedigung, die man in einer intakten Natur findet. Ich finde es faszinierend, wenn man jede der vier Jahreszeiten in einem Wald riechen kann. Wie die Natur ihr unbeirrtes Werk vorantreibt ist einfach unglaublich.
      Für mich als „Stadtmensch“ der leider sehr sehr selten in’s Gebirge kommt, löst der Anblick eines Gebirges wie z.B. die Alpen ein unglaubliches Hochgefühl aus und ehrfurchtsvoll möchte ich mich vor Mutter Natur verbeugen. Und voller Demut, möchte ich mich für diese kranke Menschheit entschuldigen.

      • Lieber Michael-B,

        wie ermutigend es doch ist, dass es noch Menschen wie Dich gibt, denen die Natur etwas bedeutet! Dies ist immer wieder ein Ansporn fuer mich und ein Fingerzeig, dass da unter uns Menschen doch noch nicht alles verloren ist!

        Liebe Gruesse an Dich von Siraganda

  5. Es gab in der DDR ein politisches Lied, welches in der Rangordnung gleich nach der Nationalhymne der DDR kam – 1952 entstanden, siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Unsere_Heimat_(Lied), welches ich heute noch sehr mag. Der Text von dem Dessauer Theaterintendanten und Dichter Herbert Keller:

    Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
    unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
    Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
    das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
    und die Tiere der Erde
    und die Fische im Fluß sind die Heimat.
    Und wir lieben die Heimat, die schöne
    und wir schützen sie,
    weil sie dem Volke gehört,
    weil sie unserem Volke gehört.

    Das Lied auf YouTube:

    Unsre Heimat sind tatsächlich die Bäume, das Gras auf der Wiese und die Tiere der Erde und da man sich auch als Tierschützer an etwas erfreuen sollte, nach all den schrecklichen Bildern und Nachrichten der Tierquälerei, habe ich für die Leser des Wolodja-Blogs mal meinen heutigen Blogbeitrag von meiner „Blauen Blume“ verlinkt, viel Freude!

    http://barrynoa.blogspot.de/2016/10/pladoyer-fur-die-blaue-blume-die-blaue.html

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