Über KIRCHE und TIERSCHUTZ

Von einem Professor der Theologie namens Erich Grässer :

Dr. Andreas Grasmüller, der Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes, hat einmal gesagt:

„Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung, sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen.“

Diese Scham wird von den christlichen Kirchen nicht geteilt. Diese unsere christliche Gesellschaft in diesem unserem christlichen Abendland lebt in einer beispiellosen Ehrfurchtslosigkeit vor der Schöpfung. Vom Robbenschlachten im hohen Norden bis zum Vogelmord im Süden, von der Vernichtung der Regenwälder im Westen bis zur Ausrottung der Wale in den fernöstlichen Meeren, auf der ganzen Linie liefert der Mensch den Beweis, dass es nie eine heuchlerischere Anmassung gab als die, sich selbst „Krone der Schöpfung“ zu nennen.

In Wahrheit ist der Mensch ihr gefährlichster Ausbeuter und ihr grösster Zerstörer. Und der Würde des Menschen, diesem hohen Verfassungsgut, dessen Unantastbarkeit unsere Politiker so gerne betonen, schlägt die gigantische industrialisierte Massentierquälerei brutal ins Gesicht. Es ist kein Zeichen von Menschenwürde, schwächere Lebewesen auszubeuten und zu quälen. Tiere sind schwach. Wenn wir ihre Schwäche ausnutzen, wenn wir mit ihrem unnötigen Leiden und mit ihrem unnötigen Sterben unseren Wohlstand und unseren Luxus mehren, wenn wir für jeden beliebigen Nutzen jedes beliebige Tieropfer fordern, dann haben wir unsere Menschenwürde verspielt und verdienen es nicht, eine sittliche Rechtsgemeinschaft genannt zu werden.

Und die Kirchen? Was ist mit Kirche und Tierschutz?

Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema „Kirche und Tierschutz“ im 20. Jahrhundert darin ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie einst das Thema „Kirche und Hexenverbrennung“ im Mittelalter. Und so, wie die Kirchen im 19. Jahrhundert bei der sozialen Frage versagten, und die Arbeiter aus der Kirche heraustrieben, so versagen sie heute im Tier- und Naturschutz und treiben die Tierschützer aus der Kirche heraus. Denn für Tierschutz hält sich die Kirche nicht für zuständig. Kirche sei für die Menschen da. Aber dieser Mensch ist doch gerade nach biblischer und kirchlicher Lehre ein Geschöpf Gottes inmitten anderer Geschöpfe Gottes. Er lebt als Geschöpf in der Schöpfung. Noch deutlicher: Er hat von Gott her das Amt, Haushalter und nicht Ausbeuter der göttlichen Schöpfung zu sein.

Viel zu lange hat die Kirche statt vom Heil der Schöpfung nur vom Heil des Menschen gesprochen, und damit jene Grundeinstellung gefördert, die da sagt: Wir Menschen sind alles, alles andere ist nichts. Die gnadenlosen Folgen dieser Einstellung, die den Menschen zum höchsten Wesen übersteigert, die Natur aber zum frei disponiblen Objekt entwertet, bekommen wir immer deutlicher zu spüren. Die Ressourcen schwinden, die Böden versauern, die Gewässer verfaulen, die Lüfte verpesten, die Wälder sterben, die Wüsten wachsen, die Äcker und Tierbestände schrumpfen, nur die Menschheit wächst und wächst. Ein globaler ökologischer Kollaps ist schon längst nicht mehr nur Alptraum ängstlicher Gemüter.

Weltuntergang, na und? In unzähligen Dokumenten betonen die Kirchen ihre „Friedensverantwortung“, die allein auf den Menschen beschränkt bleibt. Auf dem Kriegsschauplatz Natur dagegen und in dem Verbrecherstück der industrialisierten Tierquälerei tritt die Kirche nicht einmal als Samariter auf. Da ist sie Priester und Levit. Da geht sie vorüber. Sie vergisst den Ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses, den Martin Luther mit den Worten erklärt hat: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen.“ Die hier noch gewahrte Ganzheit der Schöpfung ist kirchlich allenfalls Lippenbekenntnis. In der Ethik entspricht ihm jedenfalls nichts. Veruntreuung der Schöpfung aber ist heute jene Sünde wider den Heiligen Geist, die nach dem Markusevangelium (3.29) die unvergebbare heisst.

Die Ehrfurcht vor allem Lebendigen, diese im Namen des dreieinigen Gottes ureigenste Domäne, überlassen die christlichen Kirchen den Natur- und Tierschützern, die sich dafür von den Regierenden als Weltverbesserer und Phantasten im grünen Mäntelchen verspotten lassen müssen. Von der Kirche dürften sie jedoch unter keinen Umständen so behandelt werden. Vielmehr müsste diese hier selbst Partei ergreifen, und der stärkste Anwalt der Ehrfurcht vor allem Lebendigen sein.

Dass man Franz von Assisi verehrt und Albert Schweitzer als Genie der Menschlichkeit feiert, genügt hier nicht! Woher kommt diese Tiervergessenheit in der Kirche? Nun, es liegt daran, dass die Ethik, die theologische wie die philosophische, meint, sie habe es nur mit dem Verhalten des Menschen zum Menschen und zur Gesellschaft zu tun. Das von Albert Schweitzer gewählte Bild ist deutlich:

„Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht herein komme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen.“

Was sie sich an Torheiten leisten, um die überlieferte Engherzigkeit aufrechtzuerhalten und auf ein Prinzip zu bringen, grenzt ans Unglaubliche. Entweder lassen sie das Mitgefühl gegen Tiere ganz weg oder sie sorgen dafür, dass es zu einem nichtssagenden Rest zusammenschrumpft.

Was wir heute erleben, ist ein mit dem Rechenstift ausgeklügeltes schreckliches Höllenspiel, in dem wir unsere Nutztiere in der Massentierhaltung zu Tiermaschinen herabstufen. Die Übermenge an Eiern, Fleisch und Butter, die die westlichen Wohlstandsgesellschaften auf diese Weise produzieren, ist mit menschenunwürdiger Tierquälerei bezahlt. Gegenüber dieser überall straflos praktizierten Ungeheuerlichkeit liest sich Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben wie eine Botschaft von einem anderen Stern. Und eine Kirche, die zu dem allem schweigt, erklärt damit den Bankrott ihrer Barmherzigkeitspreidigt!

Quelle: Zusendung von Tierfreund Manfred K.

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12 Kommentare zu “Über KIRCHE und TIERSCHUTZ

  1. Lieber Wolodja,

    dieser Artikel von Dr. Erich Graesser ist etwas vom Hervorragendsten, das ich je gelesen habe! Genauso ist es, denn was ich im Herzen habe und ausdruecken moechte ist ebendies! Bleibt nur zu hoffen, dass es Auch diejenigen lesen, die es angeht und dann frage ich mich, ob jene Stellen das notwendige Zeug dazu haben, vor allem das Herz und das Hirn am richtigen Fleck, um dies zu verinnerlichen und Taten folgen zu lassen!

    Tatsache ist aber, dass dieses Schriftstueck existiert und zusammen mit dem Versagen der Kirche und dem unermesslichen Tierleid in die Geschichte eingehen – und dort fuer immer verbleiben wird! Diesen Platz kann ihm niemand und nichts entreissen! Ich bin froh und stolz darauf, dass Dr. Graesser die Kraft hat, um Worte zu verewigen, welche so dringend not tun! Solch eine grosse Seele gibt mir wiederum die Kraft weiterzumachen auf einem Gebiet, welches nicht nur versumpft, sondern bereits unter Wasser steht! Aber Dr. Graesser ist eine Seele, die es vermag auf dem Wasser zu gehen – und dort hinueber folge ich ihm – um mit unverminderter Kraft und Treue das bodenlose Versagen der Kirche an ihrem lebendigen Leib, der Schoepfung – blosszulegen, anzuklagen und zu bekaempfen. Denn diese (die Kirche) ist nur noch eine Made (Verzeihung bitte an die Made) im Speck, welche den Keller ausnimmt, wo sich die totgeschlagenen und ausgeschlachteten Kadaver unschuldiger Wesen haeufen! Und darauf baue ich nicht, sondern auf jenen Tag der Befreiung, wo es Auch dem schwaechsten Lichtlein in der Hirnschale daemmert, dass es von ‚Mutter‘ Kirche nicht nur aufs Glatteis und in den Sumpf gefuehrt wurde, sondern abgesetzt in der tosenden Brandung der Schande sich selbst ueberlassen wurde, mit einem Buendel auf dem Ruecken angefuellt mit tausend Schmerzen alles Lebendigen, das da kreucht und fleucht!

    Liebe Gruesse an Dich, lieber Wolodja, und nochmals vielen Dank fuer diesen Artikel, der Auch mir in vieler Hinsicht nochmals die Kraft gab, die Augen zu oeffnen und den noch verbliebenen Klebstoff zu entfernen – und liebe Gruesse Auch an alle Freunde – Eure Siraganda

  2. Prof. Grässer´s Zitat:

    „Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema “Kirche und Tierschutz” im 20. Jahrhundert darin ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie einst das Thema “Kirche und Hexenverbrennung” im Mittelalter.“

    Absolut zutreffend!

    Wie jetzt sogenannte Demokraten und das ganze andere wegschauende Pack (Pack darf man ja wieder sagen, denn ein SPD-Gabriel bezeichnete ja auch besorgte Bürger so!) über die Generation den Stab bricht, die zu NS-Zeiten zu den KZ´s schwieg, obwohl damals etwas dagegen zu sagen lebensgefährlich war, aber nun selbst auch schweigt über die Tier-KZ´s, obwohl es heutzutage nicht mehr gefährlich ist, dagegen zu kämpfen, so wird man in späterer Zeit diese Typen nicht weniger verachten wie jene Menschen, die in der NS-Zeit nichts gegen die KZ´s unternahmen. Die Nazis hielten die Bevölkerung im Unklaren was in den KZ´s geschah, heute aber weiß jeder Bürger, was in der Tier“haltung“ der Gegenwart den Tieren passiert.

    Jeder, der dazu schweigt, der dieses System der millionenfachen Tierqualen durch sein eigenes Verhalten gar unterstützt, der wird in späterer Zeit auch als Verbrecher bezeichnet werden. So wie heute die damals Verantwortlichen für die KZ´s als Verbrecher angesehen werden, so werden dereinst auch die in unserer heutigen Zeit stattfindenden Verbrechen gegen die Tierwelt verdammt und als Verbrechen gebrandmarkt werden. Und man wird Menschen, die heute noch moralisches Ansehen haben als Schwerverbrecher bezeichnen.

    All das, was Prof. Grässer über die Kirche in jetziger Zeit gesagt hat, trifft genau so auch auf die Menschen der derzeitigen bürgerlichen Gesellschaft zu, die zu den Greueln an den Tieren in der Gegenwart schweigen.

  3. Warum sollte sich eine Kirche um das Wohl derer kümmern, die ihnen keinen Gewinn bringen und durch ihre Untertänigkeit nicht alte Pfründe sichern?
    Die Erfindung eines Gottes war der genialste Schachzug der mittelalterlichen Merchandiser, um die Menschen in permanenter Angst zu halten und gefügig zu machen! Unsere Mitwelt spielt dabei keine Rolle. Aber eines Tages werden die Umwelt-Katastrophen auch alle Kirchen zerstören…..
    Das die Religionen heute noch so viele Menschen beeinflussen kann, stimmt mich hoffnungslos. Und wenn eine Bundeskanzlerin in ihrer Neujahrsansprache allen Menschen Gottes Segen wünscht, dann frage ich mich, ob sie angesichts des Elends auf dieser Welt überhaupt noch bei klarem Verstand ist. Es ist schon erstaunlich, wie vermeintlich intelligente Menschen, Glauben vor Wissen stellen.

    @Bernd: sehr guter Kommentar, aber an nachfogendes Zitat glaube ich nicht:

    [Jeder, der dazu schweigt, der dieses System der millionenfachen Tierqualen durch sein eigenes Verhalten gar unterstützt, der wird in späterer Zeit auch als Verbrecher bezeichnet werden. So wie heute die damals Verantwortlichen für die KZ´s als Verbrecher angesehen werden, so werden dereinst auch die in unserer heutigen Zeit stattfindenden Verbrechen gegen die Tierwelt verdammt und als Verbrechen gebrandmarkt werden. Und man wird Menschen, die heute noch moralisches Ansehen haben als Schwerverbrecher bezeichnen.]

    Zum einen deswegen nicht, weil die Menschheit diese Zeit möglicherweise nicht mehr erlebt, und wenn doch, dann wird sie in ihrer Borniertheit niemals zugeben, dass sie auf Grund ihrer „Ernährungsnotwendigkeit“ zum Verbrecher abgestempelt werden kann. Es betrifft eben nicht die eigene Spezies.

  4. Michael: „Zum einen deswegen nicht, weil die Menschheit diese Zeit möglicherweise nicht mehr erlebt, und wenn doch, dann wird sie in ihrer Borniertheit niemals zugeben, dass sie auf Grund ihrer “Ernährungsnotwendigkeit” zum Verbrecher abgestempelt werden kann. Es betrifft eben nicht die eigene Spezies.“

    Da hast Du wahrscheinlich recht, Michael! Leider! Ein paar mal blitzte ja bei der Menschheit Vernunft auf, so um 1750 bei den französischen Aufklärern, wie Voltaire, Diderot u.a. und die unbeschränkte Macht der Kirche nahm ab, wie auch die Hexenverbrennungen usw. Auch die Sklaverei bei Menschen wurde geächtet, allerdings ging das nur mit Gewalt gegen die US-amerikanischen Südstaaten, seitens der Nordstaatler. Aber was die Unterdrückung der Tiere anlangt, da wirst Du wohl recht behalten, das wird nicht abgeschafft werden, höchstens dann wird man das einsehen, wenn es zu spät ist, wenn die Erde kaputt ist und ein paar wenige Überlebende dann all jene Menschen, welche das alles zuließen, als Schwerverbrecher bezeichnen werden, allerdings wird dann nichts mehr umkehrbar sein.

  5. Prof. Dr. Erich Gräßer – in der Tat eine große Persönlichkeit!

    Kurze persönliche Anmerkung dazu: 1983 trat ich aus der Amtskirche aus. Im gleichen Zeitraum erstellte das Regional-Fernsehen des Hessischen Rundfunks eine Dokumentation „Kirche und Tierschutz“.
    Der Theologe Prof. Dr. Erich Gräßer konnte dabei ausführlich Stellung zu diesem Thema nehmen und ein hervorragendes, Kirchenkritsches Plädoyer im Sinne des Tierschutzes abgeben.

    Nach Rücksprache mit ihm wurde ich im Tierheim Heppenheim, wo ich als Pfleger aushalf, auch interviewt. Eben als unzufriedener Bürger, der aus dieser „Großsekte“ austrat: Aus Empörung, dass die Kirche zu all den Schrecklichkeiten, die der Mensch den Tieren antut, schweigt. Das Fernseh-Team filmte einen ganzen Tag im Tierheim. Später wurde davon dann allerdings nur ein kurzes Statement von ca. 2 Minuten gesendet.-

    So konnte damals schon die Unzufriedenheit von Kirchenmitgliedern öffentlich gemacht werden – nur geändert hat sich am schmählichen Versagen der Amtskirchenvertreter bis heute nichts. Man säuselt salbungsvolle Reden von der Kanzel, predigt Wasser, säuft aber Wein und segnet übelste Tierschindereien (Beispiel – Hubertusmessen) hoheitsvoll ab.

    Jeder ernsthafte(!) Tierfreund sollte so sinnvoller Weise „Kirchens“ den Rücken kehren – und die eingesparte Kirchensteuer den Ärmsten der Armen, den Tieren – also dem Tierschutz zugute kommen lassen.

    • Ulrich Dittmann: „Das Fernseh-Team filmte einen ganzen Tag im Tierheim. Später wurde davon dann allerdings nur ein kurzes Statement von ca. 2 Minuten gesendet.“

      Werter Herr Dittmann, daß ein Fernseh-Team den ganzen Tag im Tierheim filmte und dann nur 2 Minuten gesendet wurden, dies muß nicht damit zusammenhängen, daß man wichtiges unter den Teppich kehren wollte, das ist sehr oft bei Film-Teams so. Mir ging es auch so, daß man mich ein und eine halbe Stunde interviewte und ich redete und redete und beantwortete eine Frage nach der anderen und letztendlich wurden aus dem ellenlangen Interview auch nur 2 Minuten bei Arte gesendet. Das machen die Filmleute so, denn ich glaube nicht, daß meine politischen und sonstigen Auslassungen dem Regisseur, ein bekannter französischer Filmemacher, nicht gefielen, denn während des Interviews schien er sehr zufrieden. Filmleute haben oft ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie ihr Film aussehen soll.

      Wen es interessiert, hier mehr:
      http://barrynoa.blogspot.de/2014/06/heute-bei-mir-im-haus-ein-fernsehteam.html
      http://barrynoa.blogspot.de/2015/01/dokumentarfilm-pif-lenvers-du-gadget-am.html
      http://barrynoa.blogspot.de/2015/01/rezension-zu-guillaume-podrovniks-film.html

      • Sehr interessant, Herr Nowack, habe alle Beitraege nachgeschaut, da gibt es ein paar schoene Fotos von Ihnen, dies ist fuer mich immer sehr wichtig, damit ich den Menschen kenne, mit welchem ich Gedanken austausche! Vielen Dank fuer den Hinweis!

  6. Das freut mich, werte Siraganda, daß Sie gern Fotos von Usern sehen möchten. Ich habe damit keine Probleme, diese zu posten, im Gegensatz zu vielen Usern in Foren oder Blogs, die ein Geheimnis um ihr eigenes Aussehen machen. Gern schiebe ich noch ein paar Fotos nach, die mich in meinem Haus zeigen und wie Sie feststellen werden, so lebe ich mit alter Kunst und Zigarren, beides möchte ich nicht missen und schon gar nicht meinen Anno-1900-Lebensstil, wo die Moderne wenig Platz hat (außer Autos auf die ich nicht verzichten möchte). In einer Plattenbaumietwohnung würde ich mich nicht wohlfühlen und so ist auch mein Garten am Haus mir sehr wichtig.

    Am wichtigsten sind mir aber meine Tiere, derzeit nur noch meine lieben Hühner, neben den vielen Wildtieren, die in meinem Garten zuhause sind, wunderbar sensible Geschöpfe, die aber auch oft viel Sorgen bereiten, so hat jetzt das Huhn Schneeweißchen schwere Arthrose, dank der Medikamente kann sie wieder laufen, wenn auch breitbeinig und schwerfällig, aber sie fühlt sich wohl und ist sehr dankbar, wenn ich sie zum Schlafen in ein Körbchen hebe, denn allein kann sie es nicht. Die derzeitigen Züchtungen sind darauf ausgelegt, daß die Hühner nur kurze Zeit ordentlich Eier legen und danach regelrecht fertig sind mit den Knochen, es ist eine Schande. Aber an Hühnern, die nicht aus Qualhaltung kommen, da habe ich kein Interesse, da würde ich keine halten, sondern es geht ja einzig und allein nur darum, ein paar wenige Hühner aus Qualhaltung zu retten, auch wenn das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

    Auch die Eier gehören den Hühnern, die meisten koche ich und füttere sie gehackt, samt Schale an die Hühner, wenngleich ich auch täglich eines esse, aber bei derzeit 6 Hühnern können die Hühner das verschmerzen. An Menschen gebe ich keine Eier ab, die sind es nicht wert, daß sie diese essen, denn sie achten sie nicht, es interessiert sie nicht, wie sich ein Huhn abquälen muß um ein Ei zu legen und wie es eifersüchtig das eigene Ei bewacht. Im Beisein eines Huhnes ein Ei wegnehmen, das ist Tierquälerei und wird von einem Huhn übel angesehen, das kann man nur heimlich machen und so zerstört man auch die enge Freundschaft zu den Hühnern nicht.

    Zigarrensucht:
    http://barrynoa.blogspot.de/2012/12/neues-nostalgische-zigarrenkisten.html

    Leben bei mir zuhause wie Anno 1900, in alten Möbeln, Zigarre, Lorgnon und Nostalgie:
    http://barrynoa.blogspot.de/2013/02/erinnerungsstucke-meinen-urgrovater-max.html

    Gern gesehene Gäste bei mir in meinem Salon, Kunstfreunde:
    http://barrynoa.blogspot.de/2012/12/dessauer-sammlertreff-am-heiligabend-tag.html

    Nette Unterhaltung mit dem Prinzen Eduard von Anhalt (letztes Foto) bei einer Ausstellungseröffnung:
    http://barrynoa.blogspot.de/2014/04/schlo-oranienbaum-eroffnung-des-tabak.html

    Leben mit Hühnern:
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/07/das-neugierige-zwerghuhn-braunchen.html

    Das arme Huhn Karla, nach nicht mal einem Monat tötete sie ein Fuchs. In den 4 Wochen wo sie bei mir war, hatte ich einen wunderbaren Kontakt zu ihr. Von den anderen Hühnern wollte sie nichts wissen, sondern sie lief jeden Schritt, den ich ging mit mir mit und wartete oft stundenlang vor der Hoftür, daß ich raus komme. Es war ein Jammer, daß ausgerechnet, dieses so dankbare Huhn vom Fuchs getötet wurde:
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/06/karla-das-schlachthuhn.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/07/nach-3-wochen-in-freiheit-karla-das.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/07/der-unerwartete-tod-von-huhn-karla.html

    • Lieber Herr Nowack,

      sehr beruehrend Ihre Beziehung zu der Spezies Huhn! Es ist sehr wichtig im Leben, dass wir alle Tiere, die uns irgendwie umgeben mit einbeziehen und geschwisterlich, vaeterlich oder muetterlich mit ihnen umgehen! Ich werde da allen Ihren links nachgehen und studieren! Wir werden sehen, ob ich da Auch einmal ein paar Fotos von mir aufsetzen werde, jedenfalls bin ich ja bereits am Schluss der ersten Anti-Corrida Tonbildschau zu sehen! Wenn jeder eine kleine Ahnung hat, wie der andere aussieht, wird das Leben doch gleich viel netter und gemuetlicher! Jedenfalls faellt mir der Umgang leichter mit Menschen, von welchen ich eine Ahnung habe, wie sie aussehen! Wenn natuerlich der eine sich zeigt, ist es irgendwie unfair ihm gegenueber, wenn sich der andere nicht zeigt, das macht Sinn! Mal sehen, ob ich es fertigbringe, aus meinem Schneckenhaus herauszukriechen!

      Inzwischen ganz liebe Gruesse an Sie von Siraganda

      • habe jetzt alles gelesen! Sehr interessant! Uebrigens das mit der getoeteten Henne – das war kein Fuchs, sondern ein Marder! Wir hatten das gleiche Phaenomen bei einem Nachbarn in der Schweiz! Und an unserem frueheren Wohnort fanden wir sehr oft am Morgen tote Voegel mit abgebissenem Kopf am Boden – die Marder steigen in die Baeume und ueberraschen die Voegel im Schlaf, dann beissen sie ihnen den Kopf ab und saugen das Blut aus!

        Der Marder ist ein schlimmes Raubtier, und unser Nachbar hatte diesem dann im Zorn mit der Flinte aufgelauert, aber der Schlaumeier liess sich nicht erwischen! Ich bin dagegen, diese Tiere zu verfolgen, aber es tut weh!!!!

  7. Wie kommen Sie darauf, daß ein Marder meine Hühner tötete, werte Siraganda? Es war immer ein Fuchs, denn er war ja sogar auf dem Hof (am hellen Tage) und biß wild um sich und ließ sich durch meinen Krach, den ich am Fenster machte, kaum vertreiben. Auch sah mein Nachbar den Fuchs mit dem Hühnerkopf von Karla über den Zaun springen. Also das war immer ein Fuchs bei den diversen Überfällen. Das ganz Schlimme ist, mit anzuhören wie die Hühner leiden und sich im Todeskampf winden und markerschütternd schreien. Der armen Grüni fügte der Fuchs einen Oberschenkelhalsbruch bei und ich mußte sie wochenlang im Körbchen pflegen, denn laufen konnte sie nicht. Zum Glück heilte der Bruch und bis zu ihrem Lebensende konnte sie humpelnd wieder ein normales Hühnerleben leben. Viele meiner lieben Hühner fielen Füchsen zum Opfer.

    Hier meine damaligen Berichte, den Fuchs fotografierte ich natürlich nicht, denn das war das Eingreifen viel wichtiger als etwa noch zu fotografieren, das wäre pervers gewesen.

    http://barrynoa.blogspot.de/2015/01/huhner-tod.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/04/huhnerschicksal-der-fuchs-schlug-wieder.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/05/das-kranke-huhn-gruni.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/06/heimischer-garten-willkommener-igel.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/01/erinnerung-meine-lieben-huhner.html

    • Den Kopf abbeissen tun sonst die Marder, aber da ich noch nie einen Fuchs persoenlich in ‚Aktion‘ erlebt habe, kann ich nicht sagen, ob die das Auch machen, aber wenn Sie, werter Herr Nowack, dies mit eigenen Augen gesehen haben, muss es ja leider so sein! Traurig, aber die Natur ist eben Auch sehr grausam, die Natur ist grausam, aber der Mensch ist gemein – da gibt es noch eine Steigerung der Nuance! Aber ich kann Ihren Schmerz nachempfinden!

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