Der Schmetterling

Die heutige Widmung an Wolodja und alle Freunde ist eine wunderbare, leuchtende Blumenwiese (von Facebook), deren Nektar fuer das Schmetterlingsvolk ein Festessen ist und ein zweites Foto, etwas bescheidener, aber von mir geknipst, eine wilde Malvenblume, welchen den Schmetterlingen hoffentlich genauso willkommen ist.

Wer kennt und liebt ihn nicht – den Schmetterling, wie er spielerisch ueber die Sommerwiesen gaukelt – und uns mit seinen Farben und seinem leichten Fluegelspiel erfreut. Fuer viele Menschen ist er Inhalt ihres Lebens, ja sie dekorieren ihren Innenraum mit Bildern, Figuren und anderen Erinnerungs-Stuecken an diesen Wiesentraum, den ich persoenlich als wahres Naturwunder ansehe, nicht ohne seine Verletzlichkeit zutiefst zu bedauern, ist dieses zarte Geschoepf, oft schon als Raupe – und erst wenn es mal geschluepft ist, alles andere als sicher unter der Sonne. Seine Zerbrechlichkeit ist geradezu Sinnbild fuer die Vergaenglichkeit dieser Welt und alles Lebendigen! Vielleicht ist dies das Geheimnis seiner Beliebtheit bei der Gattung Mensch, welche doch entgegen aller Vernunft, den Lebensraum des Tag – wie auch des Nachtfalters durch sehr viel Unbedachtsamkeit aufs schaerfste gefaehrdet! Und so ist diese Spezies bereits an vielen Orten der Erde vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.

Der Tagschmetterling, dem wir uns zuerst zuwenden, gehoert zu den Insekten, seine Larve entwickelt sich als Raupe, bis seine Metamorphose so weit fortgeschritten ist, dass er schluepfen kann, was ihn durch den starken Symbolgehalt dem Menschen besonders nahe bringt. Es existieren ca. 160’000 Schmetterlingsarten weltweit, davon ca. 7’000 in Europa. Der geschluepfte Falter hat drei Beinpaare und seine vier Fluegel sind mit Schuppen bedeckt, kleinste Chitinplaketten, welche in den verschiedensten Farben schimmern, je nach seiner Art. Seine Lebensdauer variiert zwischen einigen Tagen bis einigen Monaten, je nach Ort, Umstaenden und Rasse, wobei der Zitronenfalter mit zehn Monaten einer der langlebigsten ist. Die beruehmten ‚Augen‘ auf den Fluegeln sind sowohl Kennzeichen innerhalb der verschiedenen Rassen, als auch Abwehrpunkte gegenueber eventuellen Raeubern, welche sich durch die Groesse der ‚Augen‘ wiederum bedroht fuehlen und eventuell auf die Beute verzichten. Diese Strategie funktioniert aber gerade bei Voegeln nicht immer und setzt den Schmetterling grossen Gefahren aus. Aber der groesste Feind ist der Mensch, welcher vor allem durch Pestizide das Ueberleben des Schmetterlingsvolkes aeusserst gefaehrdet und wir muessen heute alles daransetzen, um in dieser Beziehung umzudenken und andere Wege der Bodennutzung finden, welche von der sogenannten Schaedlingsbekaempfung immer mehr absieht.

Die Schuppen der Maennchen enthalten an der Oberflaeche sexuelle Duftstoffe, um die Weibchen anzulocken und das Schliessen der Fluegel dient beiden Geschlechtern zur Tarnung. Wenn sich der Schmetterling naehren will, rollt er den zusammengerollten Ruessel auf, ein hochsensibles Praezisionsgeraet, welches ihm erlaubt, den Kopf voellig unbewegt zu halten. Der Schmetterling legt zwischen 300 und 30’000 Eiern je nach Art in Naehe oder auf die Wirtspflanze, wofuer in unseren Gegenden vor allem die Brennessel bekannt ist – also bitte Brennesseln immer schonen, denn sie sind zur Fortpflanzung von Schmetterlingen lebenswichtig! Denn der Schmetterling ist fuer unser Oekosystem ueberlebenswichtig und ausserdem zusammen mit der Larve wichtiges Bestandteil innerhalb der Nahrungskette. Die Raupe entwickelt sich in fuenf Stadien bis zum Schluepfen. Dann koennen wir alle das vollendete Wunder betrachten!

Schema zur allgemeinen Anatomie der Insekten:

A Kopf – B Brust – C Hinterleib – 1 Antenne – 2 vorne – 3 oben – 4 facettenauge – 5 gehirn – 6 Prothorax – 7 rueckseitige Arterie – 8 Tracheen – 9 Mesothorax – 10 Metathorax – 11 erstes Fluegelpaar – 12 zweites Fluegelpaar – 13 Mitteldarm – 14 Herz – 15 Eierstock – 16 Hinterdarm – 17 Anus – 18 Vagina – 19 bauchseitiges Nervensystem mit Ganglien – 20 malpigische Gefaesse – 21 Tarsomer – 22 Praetarsus – 23 Tarsus – 24 Tibia – 25 Femur – 26 Trochanter – 27 Vorderdarm – 28 Thoraxganglion – 29 Coxa – 30 Speicheldruese – 31 Unterschlundganglion – 32 Mundwerkzeuge

Der Nachtfalter ist wie schon sein Name verraet, meistens nachtaktiv, aber nicht immer –  und wird auch als Motte bezeichnet. Er gehoert zu den Grossschmetterlingen. Es gibt aber auch diverse Arten, welche mit den Tagfaltern eng verwandt sind und stellen somit keine zoologische Einheit dar. Die groesste Sammlung von Nachtfaltern weltweit befindet sich im Museum Witt in Muenchen.

Gefilmte Pudelmotte:

Entwicklungsweg einer Atlasmotte:

Aber um all diese herrlichen Tiere, Tag- und Nachtfalter, weiterhin in freier Natur erleben zu koennen – und nicht aufgespiesst im Museum – sind wir alle dazu aufgerufen die Natur in jeder Art und Weise zu respektieren, zu schonen und dort, wo es erforderlich ist, zu hegen und zu pflegen, denn die Gebrechlichkeit ihrer einmaligen Geschoepfe erlaubt uns keinen Fehltritt mehr auf unserem leider sehr oft grossgestiefelten Gang ueber Mutter Erde. Eine ausgestorbene Art ist unwiderbringlich verloren, auch wenn mit sogenannten Kreuzzuechtungen doch ab und zu mal erstaunliche Aehnlichkeiten hervorgerufen werden – es ist nicht dasselbe!

Und zum Ausklang ein ganz besonderes Geschenk von Mutter Natur: Entspannt Euch und lasst Euch verwoehnen von diesem wunderbaren Augenschmaus – bei einer warmen Tasse Tee oder Kaffee:

Liebe Gruesse von Siraganda

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10 Kommentare zu “Der Schmetterling

  1. Liebe Siraganda,
    vielen Dank für den wundervollen Beitrag. Schmetterlinge sind einfach faszinierende Lebewesen, die mich immer wieder begeistern. Hoffentlich merkt der Mensch noch rechtzeitig was er verliert, wenn diese schönen Tiere für immer verschwinden sollten.

    • Liebe Elke,

      es freut mich sehr, dass Dir der heutige Beitrag gefaellt! Ja – Schmetterlinge sind wirklich zauberhafte Wesen, die uns in ihren Bann ziehen! Wir koennen nur hoffen, dass sie uns noch so lange wie moeglich erhalten bleiben, was bei den Bienen nicht mehr lange der Fall sein wird – wie ein naechster Beitrag von uns aufzeigen wird!

      Liebe Gruesse an Dich von Siraganda

  2. Lieber Wolodja,

    Ganz toll! Auch Deine gestalteten Titelbilder! Ein Kompliment vor allem an die Schmetterlinge, die ja diesen Beitrag erst ermoeglichten.
    Ganz liebe Gruesse an Dich und alle Freunde – eure Siraganda im Tierschutz und auf den Schmetterlingswiesen

  3. Liebe Siraganda, lieber Wolodja,

    vielen lieben Dank für diesen wunderschönen Beitrag.
    Ich hoffe so sehr, dass der Mensch sich besinnt und erkennt, was wirklich zählt – zum Beispiel eine intakte Natur.

    LG

    • Liebe Natur Freundin,

      es freut mich, dass Du immer da bist und wir Dir eine Freude machen koennen! Denn wenn ein Leser oder eine Leserin reagiert, so ist dies immer eine Bestaetigung, weiter zu machen und nie aufzugeben! Nichts ist lieblicher als ein Echo im Walde!

      Liebe Gruesse an Dich von Siraganda

  4. Werte Siraganda! Ich habe mich sehr über Ihren wundervollen Vortrag gefreut, denn er ist bestens gelungen. Auch ich bin ein großer Schmetterlingsfreund und erlaube mir von meinen Blogbeiträgen, wo es um Schmetterlinge geht, Ihnen und allen anderen Leser, ein paar zu verlinken:

    http://barrynoa.blogspot.de/2014/12/ein-schmetterling-zu-weihnachten.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2013/08/besuch-eines-admirals.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2012/04/erinnerung-max-svabinsky-und-seine.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2013/05/perverses-schmetterlingssammeln-um-1900.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/09/das-schmetterlings-vivarium-von-h-noel.html
    http://barrynoa.blogspot.de/2015/09/gif-die-schmetterlinge-nordamerikas.html

    Schmetterlinge sind für mich sowieso mit die größten Naturwunder! Wie kann bloß aus einer Raupe nach der Verpuppung ein so filigranes Insekt mit Flügeln usw. werden, wo doch bekanntlich in einer Raupe sich nur eine gallertartige Masse befindet? Also, wenn das kein Wunder ist, diese Metamorphose! Da sind doch alle religiösen „Wunder“ der Menschen nichts dagegen!

    • Lieber Bernd Nowack,
      ja der Schmetterling ist ein wahres Wunder! Ich habe Ihre verlinkten Berichte angeschaut und staune: das sind ja Aufnahmen, die Sie offenbar selbst gemacht haben – da braucht man Auch eine sehr gute Kamera! Es freut mich sehr, dass dieser Aufsatz Sie anspricht und hoffe natuerlich, dass es Auch in Zukunft so bleiben wird – es werden noch unzaehlige Tierarten, aber Auch Tierschutzsituationen und Slide-Shows vorkommen! Es ist gut, dass wir all diese Dinge miteinander austauschen und erleben koennen, denn erst dies verleiht ja einem blog erst Leben!

      Liebe Gruesse an Sie von Siraganda

      • Werte Siraganda! Einen guten Fotoapparat habe ich nicht, der war sogar sehr billig, bei Aldi um die 70 Euro mal gekauft. Eines ist klar, um gute Fotos zu machen, da bedarf es keinesfalls guter Apparate, sondern nur eines Foto-Blicks, oder auch nur eines künstlerischen Blicks.

        Was „meine“ Schmetterlinge anlangt, also ohne ein klein wenig nachzuhelfen, da hätte ich auch keine auf meinem Grundstück. Ganz simpel, und das kann jeder bei sich anbauen, das ist Oregano und Blaudistel, ganz tolle Nahrungspflanzen für Schmetterlinge und Insekten aller Art. Oregano und Blaudistel gedeihen überall und sie brauchen keinerlei Pflege und sie breiten sich von selbst aus und sie sind eine tolle Nahrungsquelle für Schmetterlinge.

        Das wunderbare, wenn sie dann im Herbst Samen bilden, dann kommen noch jede Menge Vögel, die diese Samen mögen. Außerdem wird jede Suppe schmackhafter, wenn man Oregano dran macht, schmeckt wie Majoran. Ich kann jedem Schmetterlingsfreund und Vogelfreund nur empfehlen diese beiden Sachen anzubauen und außerdem sind die Blüten auch noch eine Zierde jeden Gartens. Schauen Sie mal, werte Siraganda:

        http://barrynoa.blogspot.de/2013/07/die-wunderbare-blaue-edeldistel.html
        http://barrynoa.blogspot.de/2009/07/sommerzeit-beerenzeit.html

  5. Hallo lieber Bernd Nowack,

    habe eben bei Ihnen reingeschaut! Diese blaue Distel ist eine wunderschoene Pflanze, Majoran kenne ich! Ich habe ja Auch einen Garten hinter dem Haus, den mein Nachbar verwaltet und dort ein Bienenhaus hat! Er pflanzt immer spezielle Blumen an! Ich werde ihm diese Distel zeigen und den Majoran, ich glaube, das hat er noch nicht gesetzt, Buddleija zieht ebenfalls die Schmetterlinge an! Himbeeren hat er mir gesetzt, 20 Setzlinge und wenn er seine ausduennt, dann setzt er sie mir Auch rein! Ich bin froh, dass er mir den Garten bepflanzt, denn mit dem Haus, dem Hund und den acht Katzen, dazu den Aufsaetzen bin ich vollumfaenglich beschaeftigt! Er ist uebrigens Vegetarier geworden diesen Sommer und seine Freundin ist jetzt Auch inspiriert! Den ganzen Winter ueber kochen die mir jede Woche einen grossen Topf Gemuesesuppe – aus seinem und meinem Garten!

    Das Bienenvolk war letztes Jahr bei mir im Vorgarten – da habe ich das Schwaermen eines ganzen Stammes das erste Mal in meinem Leben miterlebt, als es ploetzlich vor dem Fenster dunkel wurde und ein tiefer Summton in der Luft lag! Dann bildeten sie eine Traube! Er brachte dann einen Behaelter und am Abend waren alle dort drin, worauf er sie wieder hinters Haus in den Garten brachte! So war das!

    Inzwischen ganz liebe Gruesse an Sie von Siraganda

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