Das Pferd – Teil 2

Die Widmung an Wolodja und die Leser im 2. Teil dieses Vortrages zeigt meine beiden irischen Zigeuner-Pferde, Hengst Sioux und Stute Candy, welche jahrzehntelang meine treuen Begleiter waren und welche in meinem Herzen ihren verewigten Platz haben! Als ich mit 21 Jahren unbedingt Pferde wollte, entschied ich mich fuer diese beiden – den Hengst rettete ich vor dem Zirkus, wohin er verkauft werden sollte, und die Stute vom Zirkus, wo sie in dem dazugehoerigen Winterquartier das Pferdchentram ziehen musste. Beide standen dann voruebergehend bei einem bekannten Schweizer Pferdehaendler zur Besichtigung fuer Interessenten.

Der zweite Teil dieses dreiteiligen Aufsatzes ist vor allem eine Ehrung an das Pferd in der Geschichte und ich moechte all jene Dinge in Erinnerung rufen, fuer welche sich der Mensch das Pferd dienstbar machte und es somit seiner Freiheit, nicht aber seiner Wuerde beraubte. Hier sind wiederum drei Hauptpunkte, auf welche ich im besonderen zu sprechen komme, denn in Wahrheit ist dieses Thema dermassen umfassend, dass es nie und nimmer auch nur ein Buch fuellen koennte, ohne aus allen Naehten zu platzen.

1. Das Pferd in Unterhaltung und Sport

Schon seit fruehester Zeit wurde das Pferd zum Vergnuegen des Menschen ruecksichtslos herangezogen fuer Rennen, Hindernis-Springen, Treibjagd, Zirkus, Shows und andere Darbietungen, welche ich heute alle aufs schaerfste verurteile. Dazu gehoert auch der ruecksichtslose Gebrauch von Pferden fuer brutale Stunts in Filmen, vor allem die Eastern und Western, wo sogar manchmal Tiere zutode kamen. Heute geschieht dies immer weniger, denn diverse Tierschutz-Organisationen passen auf, damit den Tieren nichts geschieht, so etwa die American Humane Association, deren Vertreter direkt am Drehort mit dabei sind und die Szenen mit Pferden und anderen Tieren ueberwachen. Diesbezueglich gab es aber auch Auseinandersetzungen mit Peta, welche die Ernsthaftigkeit dieser Organisation manchmal anzweifelt. In Indien werden an Film-Teams fuer historische Filme nur noch Pferde fuer zwei Stunden abgegeben und der Dreh wird ueberwacht. In vielen alten Filmen gehoeren Pferde zu unerlaesslichen Requisiten, sonst haetten gewisse historische Filme nicht gedreht werden koennen. Heute kann jedes Tier computertechnisch ersetzt werden, wie etwa in ‚Narnia‘ oder teilweise in den Tolkien-Filmen, und vielen anderen auch noch.

Der schlimmste und kriminellste Tier- und Pferdemissbrauch aber findet statt anlaesslich der spanischen Corrida, wo nicht nur Stiere, sondern auch Pferde zutode kommen, was viele Leute nicht wissen oder vergessen. Dieses barbarische, gemeine und primitive Spektakel ist eine Schande fuer die Menschheit und ganz speziell fuer Europa, wo es immer noch seine verbrecherischen Urstaende feiert.

Che Guevara als Ehrengast in der Stierkampf-Arena ‚Las Ventas‘ von Madrid

2. Das Pferd im Schlachthof

Mit Pferdeschlachthoefen bedankt sich der Mensch bei seinem tapferen Begleiter, der ihm so oft ueberall dient seit Jahrtausenden – fuerwahr eine mehr als miese und feige Geisteshaltung. So viel ich weiss, ist heute die USA das einzige Land, welches seinen letzten Pferdeschlachthof geschlossen hat, aber die unschuldigen und wehrlosen Equiden werden weiterhin exportiert vor allem nach Mexiko, wo sie geschlachtet werden.

3. Das Pferd auf dem Schlachtfeld

Pferdetod im Zweiten Weltkrieg

Erinnerung und Ehrung der Pferde des Ersten Weltkrieges

Seit Jahrtausenden hat sich der Mensch des Pferdes bedient fuer seine Eroberungsfeldzuege und blutigen Schlachten weltweit. Wie viele Pferde auf der blutigen Wahlstatt ihr Leben liessen wissen wir nicht, aber wir wollen uns ihrer erinnern. Von den Mongolenpferden zu den fliegenden Husaren, den Kosakenpferden zu den schwer gepanzerten Streitrossen der Ritter, den Ponies der Indianerkriege zu jenen der Burenschlachten in Afrika – ueberall war das Pferd an vorderster Front. Aber die Geschichte einiger von ihnen wurde uns ueberliefert und ich greife hier symbolisch fuer alle – wiederum drei Pferde heraus:

1. Marsala von Giuseppe Garibaldi

Auf dem Schimmel Marsala ritt Garibaldi, der Befreier Suedamerikas und Italiens in die Schlachten und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens zusammen mit seinem Pferd und vielen anderen Tieren auf der Mittelmeerinsel Cabrera, wo er nachweislich als Vegetarier lebte und spaeter neben dem Grab seines Pferdes bestattet wurde (Siehe früheren Artikel hier in diesem Blog: „Menschen mit Herz und Verstand – Giuseppe Garibaldi“)

2. Palomo von Simon Bolivar

Der grosse Vorgaenger Garibaldis und erster Befreier Suedamerikas, Simon Bolivar, war auch ein grosser Tierfreund! Sein Pferd Palomo und sein Hund Nevado blieben unvergesslich. Bolivar hatte mehrere Hunde und Pferde und entsprechende Pfleger (Siehe früheren Siraganda-Beitrag hier in diesem Blog: „Rainbow Warriors – Folge 12“)

3. Babieca von El Cid Campeador

Die herrliche Andalusier-Stute wurde sogar durch den weltberuehmten historischen Film ‚El Cid‘ geehrt, mit Charlton Heston in der Titelrolle. Hier sind die beiden, wie sie durch das Tor der Geschichte ritten – und eingingen in die Legende:

Fortsetzung folgt…

Liebe Gruesse von Siraganda

Advertisements

Ein Kommentar zu “Das Pferd – Teil 2

  1. Ja – lieber Wolodja, hier bin ich wieder die erste, die kommentiert, wie ein kleines Kind – denn wie immer hast Du Auch den zweiten Teil dieses Aufsatzes mit grosser Sorgsamkeit und Schoenheit inszeniert – und ich Weiss, dass da Auch eine ganze Menge Arbeit dahintersteckt!

    Hauptsache dabei ist, dass sich der eine oder andere Leser in Erinnerung ruft, wie viel das Pferd fuer die Menschheit tat, tut und ohne Zweifel noch tun wird! Hier unten noch ein ganz schreckliches Video ueber das sogenannte ‚Soring‘ bei den Tennessee Walking Horses, wo die Humane Society of the United States undercover ermittelt hat! Dieses schaendliche Verbrechen wurde teilweise verboten, existiert aber immer noch! Da sieht man das niedrige und gemeine Wesen gewisser (un)menschlicher Bestien, welches mir doch sehr viele schlaflose oder albtraumhafte Naechte bereitet!

    Inzwischen ganz liebe und dankbare Gruesse an Dich von Deiner Kameradin im Tierschutz – Siraganda und an alle lieben Leser, denn gemeinsam sind wir stark, bis alle Kaefige leer sind!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s