Vom anthropozentrischen zum veganen Humanismus

Hier wird erstmalig ein Manifest des Veganen Humanismus vorgelegt. Soll die Menschheit vegan werden, muss der traditionelle Humanismus durchschaut und überwunden werden. Was ist für uns ein schlimmes Übel? Mit Sicherheit alles, was wir den Tieren antun: sie erzwungen hilflos aufziehen, sie schmerzvoll transportieren, sie in Experimenten quälen, sie in Todesangst nicht selten betäubungslos töten.

Was ist das Böse? Das Übel, das Anderen angetan wird. Unser Umgang mit den Anderen bildet im Fall der Tiere ein verwerflich böses Verhalten. Auch sind alle, die Tierfleisch verzehren, für die Massentierhaltung und die Massentiertötung mitverantwortlich. Was war bisher Humanismus? Unbedingter Vorrang menschlicher Interessen, einschließlich der Nutzung und Vernutzung der Tiere. Was aber soll Veganer Humanismus sein? Ein für Menschen und Tiere gerechtes und wohltätiges Ende aller Tiernutzung. Veganer Humanismus läuft also auf eine erfüllbare wie auch unbedingte Pflicht hinaus, die Tiere aus aller Nutzung durch die Menschen zu entlassen. Das Zeitalter eines Veganen Humanismus ist angesagt.

Der Philosoph Bernhard H. F. Taureck legt in seinem schmalen Band „Manifest des veganen Humanismus“ ein Plädoyer für ein Ende der menschlichen Tiernutzung in all ihren Bezügen vor und plädiert für eine Abkehr von einem menschenzentrierten hin zu einem veganen Humanismus. Dies ist das Anliegen seines gerade mal knapp über hundert Seiten starken Bandes „Manifest des veganen Humanismus“. So heisst es auf Seite 13 seines Buches:

„Mit dem Ende aller Tiernutzung soll eine Bedingung geschaffen werden, dass die Tiere ihre moralischen Qualitäten ohne Anleitung und Beeinflussung durch die Menschen unter sich zur Geltung bringen. Wir haben die Pflicht, sie zu einer eigenen Ausübung ihrer Lebensansprüche frei zu lassen. Das Recht der Tiere besteht nur in Einem: Im Recht zur Regulation ihrer Angelegenheiten durch niemanden als sie selbst“

Taurek betont zunächst die Besonderheiten der Menschen hinsichtlich ihrer Projekte und demgegenüber die Andersheit aufgrund deren Fehlens bei den Tieren. Bei all dem nehme indessen der Mensch eine Nutzensperspektive gegenüber den Tieren ein. Gleichzeitig ignoriere er dabei die Folgen seines Handelns, etwa in Gestalt des Fleischkonsums, wobei dieser durch scheinbare Argumentation oder stumme Vermeidung nicht hinterfragt werde.

Indessen sei diese Auffassung eher das Ergebnis neuerer Entwicklungen in der Geschichte, insbesondere des entfesselten Anstiegs der Güterproduktion. In der Antike habe es ein anderes Bewusstsein gegeben. Es bestand damals – weder als alleinige noch als dominierende Auffassung – aber durchaus ein veganer Humanismus. Als heute noch bekannteste Protagonisten gelten Pythagoras und Ovid.

Dann springt Taureck historisch nach vorn in das Zeitalter der Aufklärung. Kant habe zwar ebenfalls in Tieren nur Instrumente oder Objekte gesehen. Gleichwohl könne man mit Kant über Kant hinausdenken, was in seinem „Imperativ der ausnahmslosen Entnutzung der Fauna“ mündet:

„Niemand darf Tiere zum Zweck irgend einer Nutzung durch den Menschen weder halten, noch züchten, noch töten, noch zum Verzehr bringen, noch verzehren, noch sie dessen berauben, was sie für ihren eigenen Bedarf hervorbringen“

Im Kontext dieser Ausführungen nimmt der Autor eine kurze Kritik an den Begründungen für den Fleischkonsum vor und setzt sich kritisch mit einschlägigen Diskursbestandteilen wie der Beschwörung der Toleranz durch Fleischkonsumenten auseinander:

„Ihr Toleranzverhalten ist als Maske ihrer Tötungsbejahung der Tiere enttarnt. Sie tun so, als äßen sie ihren Geschmack und nicht getötete Lebewesen“

Quelle: http://www.hpd.de und http://www.amazon.de

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Ein Kommentar zu “Vom anthropozentrischen zum veganen Humanismus

  1. Eine wichtige Nachricht:

    China will Fleischkonsum um 50 % reduzieren!

    Das wichtigste an dieser Nachricht ist, daß damit Millionen und aber Millionen von Nutztieren ein qualvolles Leben und ein qualvoller Tod erspart wird!

    Wo bleiben solche Kampagnen zum weniger Fleischverzehr in Deutschland? Deutschland spielt sich doch sonst immer als der Oberlehrer der Welt in punkto Ökologie und Klimarettung auf?

    Individueller Tierschutz ist wichtig, aber ändert nichts an dem Leid der Masse der Tiere durch Massentierhaltung. Nur die Politik kann was bewegen, das ist der einzige Weg.

    http://barrynoa.blogspot.de/2016/06/china-will-fleischkonsum-um-50.html

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