Über Spaltpilze in der Tierrechtsbewegung (Teil 2)

Fortsetzung des gestigen Artikels von Bernd Höcker:

Die Professionalisierung des Mobbings

Ich bin vor einiger Zeit auf die DDR-Stasi-Richtlinie 1/76 gestoßen, als ich für einen Anti-Mobbing-Verein tätig war. In dieser Richtlinie wird beschrieben, wie „feindlich-negative Kräfte“ zu unterwandern und zu zersetzen seien. In diesem Fall also feindlich-negative Kräfte aus der Sicht der Tierverwertungsindustrie, die wohl als einzige das Ziel haben könnte, eine (echte) Tierrechtsbewegung so zu schwächen, dass sie keinen Einfluss in der Gesellschaft bekommt. Dazu schleust man am besten eigene Leute ein, die sich besonders fanatisch geben (und damit in den Reihen der zu schwächenden Organisationen unverdächtig erscheinen!), aber konsequent und listig im Sinne der Auftraggeber handeln. Ich behaupte nicht, dass die Einpeitscher aus dieser Ecke kommen, ich zeige hier nur die Logik auf, dass es so sein könnte.

Es wäre naiv davon auszugehen, dass sich Fleischindustrie und Pharmalobby „einfach so“ mit einer schlagkräftigen (echten!) Tierrechtsbewegung abfinden würde. Denn das wäre für sie das Ende! Und hinterhältige Methoden sind bekanntlich die effektivste Art, eine Zersetzung voranzutreiben!

Das ist nach der Richtlinie 1/76 Zersetzung:

„Maßnahmen der Zersetzung sind auf das Hervorrufen sowie die Ausnutzung und Verstärkung solcher Widersprüche bzw. Differenzen zwischen feindlich-negativen Kräften zu richten, durch die sie zersplittert, gelähmt, desorganisiert und isoliert und ihre feindlich-negativen Handlungen einschließlich deren Auswirkungen vorbeugend verhindert, wesentlich eingeschränkt oder gänzlich unterbunden werden.“

Formen der Zersetzung sind nach dieser Richtlinie z.B.:

  • systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben
  • zielstrebige Untergrabung von Überzeugungen im Zusammenhang mit bestimmten Idealen, Vorbildern usw.
  • Erzeugen von Misstrauen und gegenseitigen Verdächtigungen innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen
  • Erzeugen bzw. Ausnutzen und Verstärken von Rivalitäten innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen
  • Beschäftigung von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen mit ihren internen Problemen mit dem Ziel der Einschränkung feindlich-negativer Handlungen
  • Örtliches und zeitliches Unterbinden bzw. Einschränken der gegenseitigen Beziehungen der Mitglieder einer Gruppe, Gruppierung

Man muss also kein „Verschwörungstheoretiker“ sein, um da deutliche Parallelen zu den momentanen Geschehnissen zu sehen!

Rechtsverstöße werden in Kauf genommen

Mitglieder des UL werden systematisch von Veranstaltungen ausgeschlossen und diffamiert. Ich habe von Fällen gehört, dass sich einige der Mobber vor den Ständen von Jagdgegnern (Initiative zur Abschaffung der Jagd) und von anderen Tierrechtlern mit UL-Nähe aufgebaut haben und mit Megafonen lautstark Diffamierungen gebrüllt haben. Also eine ziemlich grobe Art, die Arbeit von Leuten zu unterbinden.

Dass man mit solchen Handlungen schwere Rechtsverstöße begeht, wird einfach hingenommen. Wir haben nach unserem Grundgesetz Religions- und Glaubensfreiheit und wir haben nun auch ein „Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz“ (AGG) welches die Diskriminierung wegen der Religion ausdrücklich verbietet und dieses Verbot auch auf den privaten Umgang ausweitet. Diese Mobbinghandlungen sind also eindeutig Rechtsbruch!

Staatliche Anerkennungen und Auszeichnungen

Das Ganze wäre ja noch ein wenig zu verstehen, wenn das UL irgendwie straffällig geworden wäre oder sich seinerseits als Mobber gegenüber anderen Personen oder Volksgruppen gezeigt hätte. Stattdessen wird die Arbeit dieser Gemeinschaft auch von staatlicher Seite durchaus unterstützt: So ist etwa die „Privatschule Lern mit mir“, die von UL-Mitgliedern geleitet wird, nicht nur als solche staatlich anerkannt, sondern hat darüber hinaus auch das Recht zugesprochen bekommen, staatlich anerkannte Prüfungen und Zeugnisse von der ersten bis zur 10. Klasse abzunehmen, bzw. zu vergeben („Prüfungshoheit“ und „Zeugnisrecht“). Die Schule wurde vier Jahre in Folge als „Umweltschule Europa“ vom Bayerischem Umweltminister und dem Landesbund für Vogelschutz mit der höchsten Kategorie „3 Sterne“ ausgezeichnet (Internationale Agenda-21-Schule). Die HG Naturklinik Michelrieth, die ebenfalls von Mitgliedern des Universellen Lebens betrieben wird, ist von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen anerkannt. Beides, die staatliche Zulassung als eigenständige Privatschule, wie auch die Zulassung einer Privatklinik von den Krankenkassen, ist in unserem Land mit großen Hürden versehen. Dass diese Hürden im katholischen Bayern übersprungen wurden, zeigt meines Erachtens, dass es sich beim UL nicht um eine „totalitäre Sekte“ handelt, sondern um einen Zusammenschluss von Menschen, die einfach anders leben möchten – nämlich nach urchristlicher Tradition, also u.a. auch tierfreundlich.

Die Mobber und ihre Mitläufer

Der Tierrechtsbewegung ist in den vergangenen Jahren durch die geschilderten Zersetzungsmaßnahmen ein großer Teil ihrer Schlagkraft abhanden gekommen. Ausgegangen ist alles nach meinen Recherchen von ganz wenigen sehr aktiven Personen aus der Szene.

Generell kann gesagt werden: Ohne Mitläufer würde es in fast keinen Fällen zu Mobbing kommen können. Mitläufer sind der Nährboden für ein erfolgreiches Mobbing! Menschen, die sich an diesen Mobbinghandlungen beteiligen, handeln aus meiner Sicht und sicherlich auch aus Sicht der betroffenen, eingepferchten Tiere – um die es jedenfalls den echten Tierrechtlern geht – moralisch wie Verbrecher. Sie erreichen nämlich, dass die Tiere über unermesslich viele Generationen hinweg niemals frei kommen werden. Und die Mitläufer lassen sich von Menschen einspannen, die mit ihrem Verhalten nur eines bewirken: Die Zersetzung der Tierrechtsbewegung und die Beibehaltung des jetzigen Zustandes!

Gemeinschaftlich für die Rechte der Tiere eintreten!

Wir müssen stattdessen gemeinsam für die Tiere kämpfen: Christen, Atheisten, Vegetarier und Veganer und alle anderen, die das Elend der Tiere erkannt haben und es beenden wollen – ja sogar zusammen mit gutwilligen Fleischessern, die den Sprung „weg vom Fleisch“ noch nicht geschafft haben! Bündelung und Vielfalt, statt Spaltung und Mobbing!

Stoppt endlich diese Spaltpilze!

Schaut sie Euch genau an: An ihren Taten, nicht an ihren Worten sollt ihr sie erkennen! Eine Weisheit, die nicht nur Christen, sondern alle Menschen beherzigen sollten! Auch im eigenen Interesse! Und noch etwas ist mir zu dem Ganzen eingefallen, ebenfalls aus der Bibel: Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein! Oder besser: Es wird überhaupt nicht mehr mit Steinen geschmissen, sondern zusammengearbeitet!

Bernd Höcker
(Höcker Verlag)

(Danke auch an Elke, für den Hinweis auf diesen sehr interessanten, nachdenkenswerten und aufklärenden Artikel!)

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3 Kommentare zu “Über Spaltpilze in der Tierrechtsbewegung (Teil 2)

  1. Ja, ein sehr guter Beiitrag, der sicher bei einer Menge Leute Assoziationen zum gegenwärtig viel diskutierten Hetzblog der Tanatra-Jünger auslöst! Auch dort wurde und wird ja mit sehr ähnlichen Methoden gearbeitet. Man solle doch besser mit ALLEN gutwilligen Leuten zusammengehen, auch mit Fleischessern, wenn diese den Absprung noch nicht geschafft haben. Anstatt zu polemisieren, dass Vegetarier schlimmer seien als diese Fleischfresser! Sowas demotiviert doch, und man kann nie den zweiten Schritt vor dem ersten tun. Ansonsten lebt man in einer Traumwelt oder handelt aus böser Absicht! Auch die Tanatra-Sekte von heute arbeitet nach dem Grundsatz, dass Andersdenkende zu mobben seien! Und wer dabei nicht mitmachen will, wird ebenfalls gemobbt. Und man versucht, auch dort, aufgrund von bestehenden gegenläufigen Interessen innerhalb, die Mitglieder und Sympathisanten gegeneinander auszuspielen. All das hat wohl sehr wenig mit Tierschutz zu tun!

  2. Lieber Wolodja, liebe Freunde,

    Fortsetzung

    die ganze Tragik und Tragweite des Themas ‚Fleisch‘ kann ich life bei meinem Sohn und meinen Nachbarn miterleben – und wo ich frueher sehr viel unnachsichtiger urteilte und ueber jemanden den Stab brach, versuche ich nun statt auf den Kriegspfad zu gehen, immer wieder mit vernuenftigen und guetigen Argumenten meine Tierschutzgedanken einzubringen – und siehe da: mit Erfolg! So etwa hat meine Nachbarin ihren Partner dahingehend ueberzeugen koennen, dass er fuer sich keine Tiere mehr toeten laesst und sie selbst bemueht sich, nur noch einmal pro Woche weisses Fleisch (kein rotes Fleisch mehr, also keine Saeugetiere) zu essen! Sie sagt, wenn sie alleine leben wuerde, wuerde sie sich fuer den Vegetarismus entscheiden! Mein Sohn, welcher frueher, als ich noch viel militanter war, absichtlich vor mir Fleisch ass, hat jetzt ebenfalls (zumal er ja auch aelter wurde) seine Meinung ueber den Fleischverkehr drastisch geaendert und isst auch nur noch ein- bis zweimal pro Woche Fleisch!

    Ich finde es schon sehr wichtig, dass jeder einzelne dort, wo er kann einen Schritt weitergeht und etwas zum Allgemeinwohl von allen Lebewesen beitraegt! Natuerlich sieht mein Sohn auch, dass ich mit 63 Jahren gesundheitlich sehr viel besser dran bin als er mit 23, speziell wenn es sehr heiss oder sehr kalt ist! Da spielt eindeutig eine spartanische Lebensweise mit hinein und haertet den karg lebenden Menschen viel mehr ab, als jenen, der jedem Gelueste gleich nachgibt!

    Ein interessantes Erlebis und eine interessante Begegnung hatte ich am 25. Dezember, als mir armer Schluckerin buchstaeblich alle Lebensmittel ausgegangen waren! Da klopfte es gegen 7 Uhr abends ploetzlich an meine Tuer – und draussen stand eine junge Frau mit einem riesigen Container voller veganer Lebensmittel und viel Hunde- und Katzennahrung! Sie sagte, sie haette von mir gehoert dass ich Tiere liebe und vegan lebe! Sie selber sei nicht Vegetarierin, aber sie bewundere diejenigen, welche dem Fleisch abgeschworen haetten, eben gerade weil sie selber noch nicht soweit sei! Dies ist doch ein sehr ermutigendes und schoenes Erlebnis – oder nicht!

    So – jetzt warten wir erst mal ab, ob und wie weit sich diese Irrlichter auf dem Antiblog weiter auslassen in der Hoffnung, dass denen doch noch ein helleres Lichtlein zuendet!

    Liebe Gruesse an Dich lieber Wolodja, und alle diese Zeilen lesenden Freunde!

    Eure Siraganda

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