Jäger schaffen keinen Lebensraum für Wildtiere

Pressemitteilung von: Wild beim Wild

Kaum sind ein paar Exemplare Luchs oder Wolf im Land, sitzen die Jäger schon wieder bei Fuss und wedeln mit dem Schwanz. Lautstark fordern sie landauf landab per Revisionen deren Abschüsse. Im Urzustand, also dort, wo der Jäger das Leben in der Natur nicht verpfuscht hat, sind nur geringe Wildbestände vorhanden, die sich dynamisch anpassen. Beutegreifer, harte Winter usw. sorgen dafür, dass keine Massenvermehrung eintritt.

Jäger zählen gerne die Bäume, Büsche und Hegestunden die sie — aus lauter Naturliebe und im fürsorglichen Dienst an der Allgemeinheit — pflanzen. Warum sie dafür einen Jagdschein brauchen, wissen nur sie. Und wenn ihnen die Bäume im Schussfeld stehen, sägen sie sie ab, um Schussschneisen anzulegen. Das ganze Propaganda-Geschrei um die Hegearbeit verhält sich umgekehrt proportional zu den Taten: Mit ihren hunderten von Tonnen Bleigeschossabfällen verseuchen sie Boden, Gewässer und auch das Fleisch der Tiere. Daran stirbt ein erheblicher Teil von fleischfressenden Beutegreifern, insbesondere Greifvögel.

Jagd ist sportliches Schiessen auf bewegliche, lebende Ziele in tierquälerischer Gesellschaft. Nicht selten werden die gesunden Tiere nicht richtig getroffen: Ein Jäger verpasst einem Rotwildkalb einen Bauchschuss. Alle Wildtiere im selbigen Gebiet zucken wegen dem Lärm zusammen, haben Angst. Der Darm tritt aus. Vor Schmerzen gepeinigt und in höchster Todesangst flieht das Jungtier. Es beginnt eine dreiviertelstündige Hetzjagd mit Hunden. Der Darm tritt weiter aus. Er wickelt sich um die Beine des Tieres. Das Tier reisst sich selbst den ganzen Darm heraus. Der Darm zerreisst in Stücke. Die Stücke säumen seinen Fluchtweg. Die Hunde beissen das Tier am ganzen Körper. Am Ende klopft sich der Jäger dafür auf die Schulter, dass er das Tier von “seinen” Leiden erlöst hat. Das sind die aktiven Naturerlebnisse, die Passion des Jägers.

Dennoch nennen sich Jäger Tier- und Naturschützer. Ständig führen sie ihre gesetzliche Verpflichtung, durch die Hege des Wildes für einen “artenreichen und gesunden Wildbestand” zu sorgen, im Munde. Die Hälfte der jagbaren Tierarten ist jedoch ausgestorben oder vom Aussterben bedroht (z. B. Elch, Wisent, Luchs, Wolf, Wildkatze, Auer-, Birk-, Haselhuhn, Grosstrappe, Adler, Falken, Geier), und das nach hundert Jahren waidmännischer Hege. So gesehen haben sie auch vollständig versagt.

Ist man einmal in den Fängen einer dieser sektenartigen Jagdgesellschaften, gibt es fast kein Entrinnen mehr. Nicht wenigen Jägern bleibt ab soviel Kultur nur der Griff zu Flasche. Jäger und Muslime haben auch etwas gemein: Sie dürfen Tiere ohne vorherige Betäubung töten. Der kleine Unterschied: Schlachter lassen sich fürs Töten bezahlen. Jäger bezahlen, um zum Spass töten zu dürfen. Gemäss einer wissenschaftliche Untersuchung in Österreich waren es zu 94% aller Fälle Jäger, welche Wildtiere zur Flucht veranlassen, 2% Forstarbeiter und nur zu 4% Erholungsuchende.

Liest man das Jägerlatein in deren militanten Zeitschriften sind es, ausser den Jägern natürlich: Spaziergänger, Reiter, Jogger, Fahrradfahrer, Pilze- und Beerensammler, Hundehalter, Foto- und Filmfreunde — sie alle vertreiben das Wild und gehören gemassregelt. Es sind aber die Jäger, die das Wild scheu machen. Sie versetzen das Wild in einen andauernden Kriegs- und Belagerungszustand.

Reh und Rothirsch sind ursprünglich keine Waldtiere, sondern in der offenen Landschaft oder am Waldrand beheimatet. Nur der Jäger wegen verstecken sie sich tagsüber im Wald, wo sie dann Blätter und Knospen von den Bäumen fressen oder Rinde abschälen und so grossen Schaden anrichten können. Den Sinn der fanatischen Fuchsjagd im sektiererischen Jagdwahn kennt auch kein Mensch, dem keine Gehirnwäsche verpasst wurde.

„Wild beim Wild“ fordert die sofortige Einstellung der Jagd und ein professionelles Wildtiermanagement durch Naturschutzorganisationen.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Carl Sonnthal

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