Lobhudelei des Staatssekretärs Bleser auf die deutsche Fleischwirtschaft

Laut einer Pressemitteilung des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) heisst es auf www.agrar-presseportal.de, dass der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Peter Bleser, die deutsche Fleischwirtschaft sehr gelobt hätte. So sagte er u.a., dass die letzten Jahre gezeigt hätten, dass die deutschen Produzenten über alle Stufen der Erzeugung auf dem EU-Binnenmarkt und auch global sehr gut aufgestellt sein würden.

Desweiteren predigte er als Lakai der deutschen Fleischindustrie, dass angesichts eines stagnierenden heimischen Fleischverzehrs dem Export eine immer bedeutendere Rolle zukommen würde. (Einfach ekelhaft!!!) Gleichsam betonte er, dass deutsche Lebensmittel hinsichtlich ihrer Qualität und auch bezüglich des Tierschutzes im Ausland einen „hervorragend guten Ruf“ genießen würden.

Diese Lobhudelei ist nochmals sehr ekelhaft und Brechreiz erzeugend, vor allen Dingen deswegen, weil er einerseits diese Mörderbande von Fleischerzeugern mit Lorbeeren bekränzt und sich andererseits nicht schämt, als Lakai der Fleischwirtschaft das Wort „Tierschutz“ überhaupt in den Mund zu nehmen. Dies passt nun ganz und gar nicht zusammen und widerspricht sich völlig, denn so wie Feuer und Wasser zwei gänzlich unterschiedliche Dinge sind und sich miteinander nicht sonderlich gut vertragen, so sind und bleiben auch immer rücksichtslose Tierausbeutung und Tierschutz ohne faule Kompromisse zwei unterschiedliche Dinge, weil ein erbarmungslos geführter Krieg gegen sogenannte „Nutztiere“ nie und nimmer dem Tierschutzgedanken auch nur annähernd zu entsprechen vermag.

Und wenn dann solch ein tierverachtender und speziesistisch verseuchter Staatssekretär auch noch lauthals verkündet, das BMEL müsse zusammen mit der Branche der Fleischwirtschaft angesichts der öffentlichen Kritik an der Nutztierhaltung „transparent und nachvollziehbar vermitteln, wie sich die moderne Nutztierhaltung entwickelt“, so verhöhnt er mit solcherlei Geschwätz und Geschwafel nicht nur das unermeßliche Leid und Elend der betroffenen Tiere, sondern zugleich auch jenen sog. „Tierschutz“, der angeblich im Ausland einen so „hervorragend guten Ruf“ genießen würde. Und so etwas aus dem Munde eines Staatssekretärs, der offenbar noch nicht kapiert zu haben scheint oder es wohl eher eiskalt zu ignorieren gedenkt, dass unser deutsches und angeblich so „hervorragendes“ Tierschutzgesetz letztlich doch nur ein hervorragend gut funktionierendes Tiernutzgesetz zu sein scheint.

Und wie typisch für unsere „ehrenwerte“ Politiker-Clique, sich angesichts schlimmster Haltungsbedingungen unzählig vieler Tiere in KZ-Massentierhaltungsfabriken immer wieder nur auf sogenannte Absichtserklärungen und ins Leben gerufene Initiativen wie z.Bsp. „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl“ zu berufen, statt ohne faule Kompromisse Gesetze zu verabschieden, die das Wohl der Tiere tatsächlich erheblich verbessern würden – und dies nicht erst an irgendeinem Sankt-Nimmerleins-Tag, sondern umgehend und sofort.

Und wenn ein Herr Bleser laut Pressemittteilung des BEML letztlich auch noch erklärt, dass es nichts gäbe, was man nicht noch besser machen könnte, so hat er damit keineswegs unrecht, denn dieses oder jenes Reförmchen in der Massentierhaltung mag ja durchaus zu begrüßen sein, sobald es auch nur ein klein wenig das Leid und Elend der Tiere eindämmt und schmälert. Aber wenn es für einen Herrn Bleser angeblich nichts gibt, was man nicht noch besser machen könnte, so sollte er auch den besseren Weg wählen, nämlich den Veganismus/Vegetarismus propagieren, statt der Fleischwirtschaft huldigend zu Füßen zu liegen und der menschlichen Gier und Lust nach fleischlicher Nahrung weiterhin mit jenen drei dümmlichen N´s das Wort zu reden, nämlich das eine fleischliche Ernährung „normal“, „natürlich“ und auch „notwendig“ sei.

Siehe hierzu in meinem zweiten Blog :

„Die drei N´s der Rechtfertigung“ (Teil 1) und

„Die drei N´s der Rechtfertigung“ (Teil 2)

In einem Schreiben von Herrn Prof. Klaus Hamper an diesen Staatssekretär namens Bleser heißt es :

Sehr geehrter Herr Staatsekretär Bleser,

nach Ihren Lobhudeleien auf die Deutsche Fleischwirtschaft frage ich mich, was Sie von den – inzwischen eigentlich zur Allgemeinbildung gehörenden – deletären Zusammenhängen zwischen industrieller Fleischproduktion einerseits und den Problemen der Welternährung, des Klimas und der Gesundheit andererseits verstanden haben. Ist Ihnen Ihr permanentes einseitiges Eintreten für die Interessen der agrarindustriellen Lobby-Verbände nicht langsam peinlich?

Ich empfehle Ihnen dringend, einmal die aufschlussreiche Zusammenstellung entsprechender Quelleninformationen Ihrer Lieblingsfeindorganisation Albert-Schweitzer-Stiftung zu lesen und zu verstehen und bitte Sie um eine Rückäußerung, wie Sie im Kontext der von der Albert-Schweizer-Stiftung zusammengestellten Erkenntnisse Ihre oben zitierte Stellungnahme zur Deutschen Fleischwirtschaft und Ihre entgegen jeder weitsichtigen Vernunft ausgesprochene Empfehlung zur Exportsteigerung von Fleisch bei stagnierendem heimischem Konsum rechtfertigen.

Siehe: Fleischkonsum: Politik unter Zugzwang

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Klaus Hamper

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