Rodeo und der Tierschutz

Rodeo-Veranstalter nutzen oftmals eine „Wild-West-Atmosphäre“ hinsichtlich des Bullen – und „Wildpferde“reitens, um möglichst viele Besucher anzulocken. Weil die Tiere bei solcherlei Veranstaltungen Schmerzen, Stress und Angst durch tierquälerische Methoden erleiden, rufen Tierschützer auch immer wieder neu zum generellen Boykott derartiger Veranstaltungen auf.

Rodeos sind Tierqual zur Volksbelustigung. Neben dem enormen Stress, dem die Tiere ausgesetzt sind, besteht auch eine große Verletzungsgefahr für die betroffenen Tiere. Was dem Zuschauer als Show und Belustigung vorgegaukelt wird, ist für die Pferde und Rinder mit Schmerzen und Angst verbunden. Die Pferde, die auf diesen Schauveranstaltungen für das Flair des Wilden Westens sorgen, sind keine Wildpferde. Es sind häufig für wenig Geld gekaufte Pferde, die als „nicht reitbar“ gelten. Damit die Pferde die gewünschten Abwehrbewegungen zeigen und die Show spektakulärer wird, braucht es „Hilfsmittel“. Ein Lernen durch positive Bestätigung, also mit Hilfe von Belohnungen, findet nicht statt. Stattdessen braucht es Zwang und Bestrafung, um die Pferde und Rinder zum Buckeln zu veranlassen.

Ebenso abzulehnen ist auch das Bullenreiten. Hierbei wird das natürliche Abwehrverhalten der Rinder ausgenutzt, um den gewünschten Unterhaltungswert zu erzielen. Die beim Bullenreiten verwendeten Rinder werden im Vorfeld nicht trainiert, damit sie das erwünschte Abwehrverhalten durch Buckeln zeigen.

Über die verschiedenen Rodeo-Disziplinen:

Beim „Bare Back Riding“ muss sich der Cowboy 8 Sekunden lang auf einem bockenden Pferd halten. Er darf sich dabei nur mit einer Hand an einem Halteriemen festhalten, ein Sattel wird hierbei nicht verwendet.

Ähnlich ist es beim „Saddle Bronc Riding“, hier wird allerdings statt des Halteriemens ein Westernsattel verwendet und der Reiter hält sich an einem Strick fest, der mit dem Halfter des Pferdes verbunden ist.

Beim „Bullriding“ werden ausgewachsene Bullen eingesetzt, denen ein Seil um die Brust gegurtet wird, an dem sich der Cowboy bis zum Abwurf festhalten kann.

Das „Wild Horse Race“ ist ein Team-Wettbewerb, bei dem 3 Cowboys versuchen innerhalb von 90 Sekunden einem „Wildpferd“ einen Gurt aufzuschnallen und einen Reiter auf das Pferd zu setzen, der sich dann eine bestimmte Strecke auf dem Pferd halten muss. Dem Team stehen hierfür 90 Sekunden zur Verfügung.

Weitere im Zusammenhang mit Rodeoveranstaltungen beschriebene Disziplinen sind das „Steer-Wrestling“ (Ringen mit dem Stier), das Niederschnüren von Tieren („Team-Roping“), das zu Fall bringen („Tripping“) von Tieren, das Zwangsmelken von Mutterkühen („Wild Cow Milking“), das Schafreiten („Mutton Bustin“) und das Ferkelfangen für Kinder.

Video über Rodeoreiten in Texas:

Kommentar über Rodeoshows von Herrn Ulrich Dittmann :

Sogenannte Rodeoshows, „Einreiten“ von „wilden“ Pferden, Kälberfang, „Bullenreiten“ u.ä. sind als üble Tierschinderei einzustufen. So sah es u.a. schon vor Jahren auch Kreisveterinäramt Kaiserslautern und untersagte mit viel Rückgrat eine solche geplante Veranstaltung in der kleinen Pfälzer Gemeinde Katzweiler. Landesweit berichtete das Fernsehen darüber.

Wer unter den Herren der Schöpfung Rodeo nicht als üble Tierquälerei erkennen mag, dem sei sehr ernsthaft zur besseren Erkenntnisgewinnung der Vorschlag unterbreitet, doch einmal im Selbstversuch das Abklemmen der Hoden durch Gurte zu testen. Meinetwegen auch mit Babypuder und Watte an allen empfindlichen Stellen, wie von Rodeo-Veranstalter Dieter Brand – nach seinen Worten – praktiziert. Nach so einem Praxistest wird gewißlich von niemanden mehr die Meinung vertreten, Flankengurte (wie sie beim Rodeo verwandt werden) seien dem Wohlbefinden des armen Deliquenten gut verträglich.

Es darf in diesem als zivilisiert geltenden Lande, solche Tierquälerei nach Art perverser Tierspektakel wie im alten Rom nicht geben. Sich öffentlich ergötzen an den Ängsten und Qualen der Tiere, die künstlich zu Agressionen hochgepeitscht werden? Wer will, wer kann das für sich verantworten ? Jeder Rodeobesucher muss sich darüber im Klaren sein, dass er mit seinem Eintrittsgeld indirekt übelsten Tiermißbrauch unterstützt. „Tierfreund“ heißt im Sinne des Wortes „Freund des Tieres“. So mag ein Rodeo-Besucher vielleicht ein „Hund-Katze-Maus-Freund“ sein – ein Tierfreund ist er aber nicht.

Ulrich Dittmann

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Ein Kommentar zu “Rodeo und der Tierschutz

  1. Lieber Ulrich Dittmann,
    sehr guter Artikel. Ich kann mich Ihren Worten nur anschließen.
    Es sollte noch ergänzt werden, dass es des Öfteren zu schweren Verletzungen bis zum Tod der Kälber kommt (Genickbruch) und dass bei den Pferden, um sie aufzustacheln, häufig ein Elektrotreiber eingesetzt wird, was zwar verboten ist, aber nur in der Zeitlupe zu erkennen ist.

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