Dumme Fragen – Gute Antworten (Teil 1)

Hast Du von Freunden und Bekannten betreffs Deiner vegetarisch/veganen Ernährungsweise auch schon dumme Fragen und vorurteilsbehaftete Bemerkungen vernommen? Sehr häufig tauchen ja oftmals die gleichen Fragen und Vorurteile auf, wenn es darum geht, dass man „anders“ isst als die grosse Mehrheit. Zu einigen dieser oft gestellten Fragen hat PETA die entsprechenden Antworten zusammengetragen:

“Warum versuchst Du, anderen Deinen Vegetarismus/Veganismus aufzudrängen? Ist das nicht eine persönliche Entscheidung?“
Moralisch gesehen, sind Handlungen, bei denen andere zu Schaden kommen, keine Sache der persönlichen Entscheidung. Mord, Kindesmissbrauch und Tierquälerei sind unethische Handlungen und nicht eine Frage der persönlichen Wahl. Die heutige Gesellschaft fördert den Fleischverzehr und die Intensivtierhaltung, aber es gab auch eine Zeit, in der sie Sklaverei, Kinderarbeit und viele andere Praktiken guthieß, die heute global als falsch angesehen werden.

“Tiere töten ja auch andere Tiere, um sich zu ernähren, warum sollten wir es also nicht auch tun?”
Die meisten Tiere, die töten, um sich zu ernähren, könnten anders nicht überleben. Für Menschen trifft dies allerdings nicht zu. Es ist vielmehr so, dass wir besser dran wären, wenn wir kein Fleisch essen würden. Viele Tiere, darunter einige unserer engsten Verwandten unter den Primaten, sind Vegetarier. Wir sollten uns eher an denen orientieren als an den Fleischessern, wenn es um ein Vorbild für gesunde Ernährung geht.

“Tiere müssen sowieso eines Tages sterben, warum sollen wir sie also nicht essen?”
Auch die Menschen müssen eines Tages sterben, aber das gibt einem noch nicht das Recht, sie zu töten oder einem Leben voller Leiden auszusetzen.

„Wenn wir die Tiere nicht nutzen, dann sterben doch viele Rassen aus. Ist nicht ein kurzes, aber schönes Leben besser als gar keines?“
In der landwirtschaftlichen Tierhaltung kann nie die Rede von einem schönen Leben sein. Jedes Tier ist nur auf der Welt, um vom Menschen genutzt zu werden und stellt für die Landwirte ein reines Wirtschaftsgut dar, welches getötet wird, sobald es der Landwirt will. In diesem meist sehr kurzen Leben erleiden die Tiere unvorstellbare Qualen. Ferkeln wird meist ohne Betäubung der Schwanz abgeschnitten, die Hoden herausgeschnitten und Hühnern und Puten wird der sensible vordere Teil des Schnabels abgetrennt. In jeder Haltungsform, also auch in der ökologischen Landwirtschaft, erreicht ein Tier nur einen Bruchteil seiner natürlichen Lebenserwartung und auch dort werden den Mutterkühen ihre Kälber weggenommen und männliche Küken, die für die Eierindustrie wertlos sind, werden vergast oder bei lebendigem Leib geschreddert. Zudem würde es die Rassen, die heute in der Tierindustrie ausgebeutet werden, natürlicherweise überhaupt nicht geben. Diese sind so überzüchtet, dass sie sich teilweise überhaupt nicht mehr selbstständig fortpflanzen können. Solche Qualzuchten gehören verboten und nicht millionenfach vermehrt. Doch es ist ganz einfach dieses Leid zu verhindern: Ein veganes Leben ist gut für die Tiere, gut für die Umwelt und gut für die Gesundheit.

“Behandeln etwa die Bauern ihre Tiere nicht gut genug, damit sie mehr Milch oder Eier produzieren?”
Die Tiere in der Intensivtierhaltung nehmen sehr schnell an Gewicht zu, legen Eier oder produzieren Milch – aber nicht, weil man sich so gut um sie kümmert, sie sich wohlfühlen und zufrieden sind, sondern weil man ihre Körper durch Medikamente, Hormone, Genetik und Managementtechniken manipuliert hat. Außerdem werden die Tiere, die der Nahrungsmittelgewinnung dienen, geschlachtet, wenn sie noch sehr jung sind, also gewöhnlich, bevor Krankheiten und ihre elenden Lebensbedingungen sie dezimieren. In der Intensivtierhaltung werden solche riesigen Zahlen an Tieren für die Nahrungsgewinnung gezüchtet, dass es billiger ist, ein paar Verluste hinzunehmen, als für humane Bedingungen zu sorgen.

“Was sollten wir mit all den Hühnern, Kühen und Schweinen anfangen, wenn alle Vegetarier oder Veganer wären?”
Es ist unrealistisch anzunehmen, dass alle über Nacht aufhören, Tiere zu essen. Mit der sinkenden Nachfrage nach Fleisch werden auch weniger Tiere für die Nahrungsgewinnung gezüchtet. Die Bauern werden aufhören, so viele Tiere zu züchten, und sich anderen Arten der Landwirtschaft zuwenden. Wenn es weniger Tiere gibt, werden diese unter natürlicheren Bedingungen leben können.

“Wenn alle nur noch Gemüse und Getreide essen, gäbe es dann noch genug zu essen?”
Ja. Wir verfüttern soviel Getreide an die Tiere, um sie für den Verzehr zu mästen, dass wir, wenn wir alle Vegetarier würden, genug Nahrung produzieren könnten, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. In den USA z.B. werden 70% des Mais, Weizens und der anderen Getreide, die wir anbauen, an Tiere verfüttert. Die Tiere auf der ganzen Welt verbrauchen eine Futtermenge, die dem kalorischen Bedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspricht – das ist mehr als die gesamte Weltbevölkerung.

“Haben Vegetarier und Veganer nicht Probleme, ihren Eiweißbedarf zu decken?”
In den westlichen Ländern haben wir vielmehr das Problem, dass wir zuviel Protein bekommen, nicht zu wenig. Die meisten Amerikaner bekommen doppelt soviel Protein, wie sie brauchten, und zuviel Protein, insbesondere tierisches, kann das Risiko von Osteoporose und Nierenerkrankungen erhöhen. Vollkornbrot, Haferflocken, Bohnen, Mais, Erbsen, Pilze und Broccoli enthalten ausreichend Protein, denn fast jedes Nahrungsmittel enthält Eiweiß. Wer sich ausgewogen und bewusst ernährt bekommt also genau die richtige Portion hochwertiges pflanzliches Eiweiß durch frische und gesunde Lebensmittel.

“Müssen Menschen denn nicht Fleisch essen, um gesund zu bleiben?”
Sowohl das Amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) als auch die Amerikanische Vereinigung für Ernährung (Academy of Nutrition and Dietetics) heißen eine vegetarische Ernährung gut. Studien belegen ferner, dass Vegetarier einen niedrigeren Cholesterinspiegel als Fleischesser haben und mit wesentlich geringerer Wahrscheinlichkeit an einer Herzerkrankung oder Krebs sterben. Der Verzehr von Fleisch und Milchprodukten wurde nun schlüssig mit Diabetes, Arthritis, Osteoporose, verstopften Arterien, Fettleibigkeit, Asthma und Impotenz in Verbindung gebracht.

“Sind Menschen denn nicht von Natur aus Fleischesser?”
Es ist vielmehr so, dass eine vegetarische Ernährung dem menschlichen Körper viel besser entspricht als eine mit Fleisch. Fleischessende Tiere haben Klauen, einen kurzen Verdauungstrakt und lange, gebogene Fangzähne. Menschen haben flache, biegsame Nägel, und unsere eigentlichen „Fleisch“zähne, die Eckzähne, sind winzig, verglichen mit denen von Fleischessern und sogar denen von vegetarischen Primaten wie Gorillas und Orang-Utans. Unsere winzigen Eckzähne sind wesentlich besser dafür geeignet, in Früchte zu beißen als durch die festen Häute von Tieren. Wir besitzen flache Backenzähne und einen langen Verdauungstrakt, die für eine Ernährung bestehend aus Gemüse, Obst und Getreide gemacht sind. Der Verzehr von Fleisch ist für uns gesundheitsgefährdend und trägt zu Herzerkrankungen, Krebs und vielen anderen gesundheitlichen Problemen bei.

“Müssen Milchkühe denn nicht gemolken werden?”
Damit eine Kuh Milch produziert, muss sie kalben. Jede „Milchkuh“ wird Jahr für Jahr geschwängert, damit ihr Milchfluss nicht versiegt. In der Natur würde das Kalb die Milch der Mutter trinke
n, und es bestände kein Bedarf, dass der Mensch diese Aufgabe übernimmt. In der Intensivtierhaltung jedoch werden Kälber ihren Müttern bereits ein bis zwei Tage nach der Geburt weggenommen, damit die Milch, die von Natur aus für das Kälbchen vorgesehen ist, vom Menschen getrunken werden kann. Weibliche Kälbchen werden entweder sofort geschlachtet oder aufgezogen, um selbst wieder Milchkühe zu werden. Die männlichen Kälbchen werden 16 Wochen lang in winzige Kälberboxen gepfercht, die so klein sind, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. Wegen der hohen Nachfrage nach Milchprodukten werden Kühe genetisch manipuliert und mit Wachstumshormonen gefüttert, um so zu erzwingen, dass sie Milchmengen produzieren, die jenseits jeder natürlichen Grenze liegen. Und selbst diejenigen Bauern, die Tiere nicht in Intensivhaltung halten, müssen die Kälbchen loswerden, die sonst die Milch trinken würden, und schicken die Mütter zum Schlachter, wenn ihre Milchproduktion nachlässt.

“Ich kenne einen Vegetarier, der nicht gesund ist. Ist Vegetarismus wirklich gut für die Menschen?”
Es gibt gesunde und ungesunde Vegetarier, aber Ärzte sind sich einig darin, dass Vegetarier, die eine abwechslungsreiche, fettarme Ernährung zu sich nehmen, eine wesentlich größere Chance haben, länger und gesünder zu leben als Fleischesser.
Literaturtipp: „Vegetarische Ernährung“ von Prof. Dr. Claus Leitzmann und Dr. Markus Keller

“Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, Fleisch zu essen? Ich habe das Tier ja nicht getötet.”
Entscheide Dich gegen die grausamen Praktiken der Tierwirtschaft und werde als souveräner Konsument aktiv. Mit der gezielten Nachfrage nach pflanzlichen Produkten setzen wir Menschen ein Signal, denn unsere Nachfrage bestimmt das künftige Angebot und kann die Welt verbessern. Doch jedes Mal, wenn wir Fleisch kaufen, wurde in unserem Namen getötet und wir haben dafür bezahlt.

Weitere Fragen und Antworten im morgigen Beitrag ……

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s