Eier essen = Tierquälerei

Von Stefanie Lenz,
Pressesprecherin bei Animal Equality in Deutschland :

Eier zu essen ist eine der größten humanistischen Katastrophen unserer Ernährungsweise. Was sich erst mal nach einem schlechten Scherz anhört, birgt tatsächlich riesiges Konfrontationspotential. In Deutschland werden jedes Jahr 38 Millionen (!) Legehennen geschlachtet, dazu kommen nochmal 38 Millionen männliche Küken, die direkt nach der Geburt vergast oder zerschreddert werden, weil sie keinen wirtschaftlichen Nutzen erfüllen. Das sind 76 Millionen empfindsamer, kluger Wesen – jedes von ihnen mit einer ganz eigenen Persönlichkeit – die dieses Jahr alleine in Deutschland für Eier leiden und sterben.

Zum Vergleich: Masthühner folgen mit 67 Millionen gehaltener Tiere. In der Schweinezucht sind es 28 Millionen Tiere, bei Rindern knapp 13 Millionen (BMEL). 76 Millionen Hühner: diese Zahl liegt außerhalb unserer Vorstellungskraft. Sie ist zu abstrakt, um greifbar zu sein. Das sind fast so viele Tiere, wie Deutschland Einwohner hat. Vor 76 Millionen Jahren herrschten Dinosaurier noch über die Erde. Stellen Sie sich vor, es ginge um eine einzige Henne – und jetzt stellen Sie sich vor, Sie könnten sie vor diesem Schicksal bewahren:

Hühnerstall oder Golden-Retriever-Fleischfabrik?
Viele wird das gar nicht erschrecken. Hühner sind nun einmal Nutztiere in unserer Gesellschaft. Würde jedoch jemand eine Golden-Retriever-Fleischfabrik in Deutschland aufdecken, wäre der Skandal enorm. So stellt sich die Frage nach einem qualitativen Unterschied zwischen Hühnern und Hunden. Doch der besteht lediglich in der Art, wie wir diese Tiere betrachten.
Das soll nicht bedeuten, dass alle Tiere gleich sind, ganz im Gegenteil. Jedes von ihnen ist einzigartig, mit eigener DNA und eigener Persönlichkeit: Milliarden Wunder der Natur. Aber es bedeutet, dass es völlig irrelevant ist, wie klug, brav oder zahm ein Tier ist, wenn es um die Frage geht, wie viel Schmerz wir ihr oder ihm zufügen dürfen.

Die Fähigkeit der Tiere, Schmerzen zu empfinden, allein reicht, um uns Menschen in die Pflicht zu nehmen, ihnen diese Schmerzen nicht zuzufügen. Bei einem Menschen-Kind würde auch niemand fragen, ob das Kind denn schon zählen könne, und ob man es sonst schlagen dürfe: es tut dem Kind doch weh. In der industriellen Tierhaltung leiden die Tiere unter dem Stress, ihre natürlichen Bedürfnisse nicht ausleben zu dürfen, unter schmerzhaften Überzüchtungen, Krankheiten, unter der Trennung von ihren Eltern, Geschwistern oder Kindern.

Doch Tiere können keine Waren sein, weil sie empfinden. Nach einem viel zu kurzen, leidvollen Leben, werden sie geschlachtet, Masthühner wie Legehennen, Rinder wie Milchkühe. Auch Bio-Haltung nimmt sich da nicht aus. Ethische Haltungsformen gibt es nicht, wenn Tiere Waren sind. Es ist ein Widerspruch in sich. Wer wirklich Tiere vor diesem grausamen Schicksal bewahren will, tauscht Eier gegen pflanzliche Alternativen aus. Das ist leichter und leckerer, als Sie sich vorstellen können. Sie können jetzt schon unzählige Leben retten. (www.eiversprechen.de)

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