"Kälber für die Tonne"

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat in seiner neuesten Ausgabe nun auch die Milcherzeuger ins Visier genommen. Nach Aussage des Magazins werden in Deutschland Bullenkälber illegal getötet oder dem Tod überlassen. Gründe seien das Ende der Milchquote und der Verlust des Bezugs zum Tier.

In den deutschen Milchviehställen werden immer mehr Bullenkälber heimlich und illegal getötet oder dem Tod überlassen, berichtet Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Siehe Link: Bullenkälber werden illegal getötet

Ähnlich wie bei männlichen Eintagsküken, die geschreddert oder vergast würden, seien auch Bullenkälber von Milchkühen kaum mehr rentabel aufzuziehen und würden oft getötet – obwohl das nach dem Tierschutzgesetz strafbar wäre, so das Nachrichtenmagazin.

Bislang hätten die Milchbauern die Bullenkälber 14 Tage lang aufgezogen und dann an spezialisierte Mastbetriebe verkauft. Dort seien sie ein paar qualvolle Monate lang eng an eng in dunklen Hallen gemästet worden. Weidegang hätte es für sie nicht gegeben, auch Tageslicht hätten viele nur auf dem Weg zum Schlachter gesehen. „Es ist ein kurzes, hässliches Leben“, schreiben die Spiegel-Autoren im besagten Artikel.

Die EU und die daraus resultierenden Folgen für den Tierschutz

Von Tierschützer und Animal Spirit-Obmann Dr. Franz-Joseph Plank:

„Seit fast 30 Jahren werden auf EU-Ebene Bestimmungen erlassen, die unter dem Begriff „Tierschutz“ eingeordnet werden. So z.B. im Lissabonner Vertrag, wo sich die EU – auf dem Papier – zu dem Prinzip verpflichtet, daß „dem Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen“ Rechnung getragen wird. Aber die EU ist in ihrer Struktur eine reine Wirtschaftsorganisation, deshalb beziehen sich die meisten „Tierschutz“-Regelungen auch auf die landwirtschaftliche Tierhaltung und deren Tiertransporte: Lebende Tiere werden so wie Kartoffeln als „Agrarprodukte“ definiert – und leider meistens auch so behandelt“, bringt Tierschützer Dr. Franz-Joseph Plank das Hauptproblem bezüglich Tierschutz in der EU auf den Punkt.

„Die EU-Richtlinien schreiben lediglich Mindestanforderungen vor, dabei geht es nicht in erster Linie um die Tiere, sondern v.a. darum, wie man den Züchtern und Händlern das Geschäft mit Tieren vereinfachen kann. Um Tierschutz geht es lediglich insofern, als man – zur Verhinderung von Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU – erreichen will, daß durch noch mehr Tierausbeutung in einem Mitgliedsland noch billiger produziert werden könnte. Von wirklich tiergerechten Bedingungen sind diese Richtlinien meilenweit entfernt.

Die EU ist vielmehr – gemeinsam mit den USA – durch die von ihr massiv geförderte Agrar- und Tierausbeutungsindustrie Hauptverursacher schrecklichen Tierleids; außerdem für massiven Einsatz von Pharmazeutika und damit verbundenen Antibiotika-Resistenzen, großflächige Umweltschäden, Seuchen und regelmäßige Fleischskandale – die Fakten rund um die industrielle Massentierhaltung liegen auf dem Tisch. Allein im Jahr 2013 flossen in der EU 60 Milliarden Euro an Subventionen in die Landwirtschaft bzw. Agrarindustrie, das waren über 40 Prozent des gesamten EU-Haushaltes!“

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0 Kommentare zu “"Kälber für die Tonne"

  1. Die EU kümmert sich so gut wie gar nicht darum, wie es den Tieren ergeht, denn – wie Herr Dr. Plank es schon sagte – geht es bei der EU NICHT um das Wohl der Tiere, sondern um das Wohl der WIRTSCHAFT (und um das Wohl der tausenden von Beschäftigten in Brüssel und den übrigen Standorten der EU).
    Was könnte getan werden?
    Der konsequenteste Schritt ist es, vegan zu werden.
    Und die Bevölkerung müsste über das Kälberelend noch mehr aufgeklärt werden als bisher.

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