Wenn Tiere reden könnten: Laborkaninchen Felix

Ein als Versuchstier missbrauchtes und gequältes Kaninchen berichtet nachfolgend aus seinem Leben und lässt uns daran teilhaben, wie sein Alltag aussieht und welche grausamen Tests an ihm durchgeführt werden. Seine Geschichte ist stellvertretend für Tausende weitere Labor – und Versuchstiere.

„Mein Name ist Felix, das bedeutet eigentlich „der Glückliche“, leider schaut mein Leben ganz anders aus. Ein glückliches Kaninchen bin ich nämlich ganz und gar nicht. Ich lebe in Wien in einem Labor und werde als Versuchskaninchen verwendet.

Mein „Zuhause“ ist ein Edelstahlkäfig, in dem ich alleine gehalten werde. In einer Ecke gibt es Wasser, vorne am Gitter gibt es Essen, aber kein Heu, kein Gras, kein Löwenzahn, nur in Pellets gepresstes Essen. Der gesamte Boden des Käfigs ist ein Gitter, damit meine Ausscheidungen in eine Art Lade fallen, die sich direkt darunter befindet. In dieser Lade sind Sägespäne, die meinen Urin aufsaugen sollen. Meine Pfoten schmerzen, da sie sich bei jedem Schritt, bei jeder Bewegung in das Gitter bohren. Auch beim Schlafen ist das Gitter unbequem, deshalb sitze ich oft auf der kleinen erhöhten Ebene in der Ecke, dort ist nämlich kein Gitter.

Das Licht, die Temperatur und die Frischluft werden geregelt. Sonnenlicht sehe ich aber nicht, denn es gibt keine Fenster in dem Raum, in dem mein Käfig steht. Ich sehe nur andere Käfige, der Raum ist voll damit, sie sind nebeneinander und auch übereinander angeordnet. In jedem Käfig sitzt einzeln ein Kaninchen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes leben Ratten. Die leben in Makrolonkäfigen, das sind Hartplastikbehälter, in denen mehrere Ratten zusammengepfercht sind. Diese Boxen sind so niedrig, dass sich die Ratten zwar gerade aufrichten können, aber dann oben anstehen.

Das Leben hier ist einfach grausam, es gibt nichts zu tun, es gibt keinen Platz zum Herumlaufen, es gibt kein Spielzeug, ich kann nicht graben, ich kann keine Hacken schlagen, es gibt einfach nichts, was mein Leben etwas abwechslungsreicher machen würde. Ich kann kein richtiges Kaninchenleben führen, das ist so eingesperrt einfach unmöglich. Einmal täglich kommt eine Person herein, die weiß bekleidet ist, einen Mundschutz und eine Schutzbrille trägt. Sie säubert die Käfige und verteilt neues Futter. Wir leben in völliger Sterilität.

Nur für den Test, dem ich unterzogen werde, kommen ich und auch die anderen Kaninchen aus den Käfigen mal raus, um sogleich in einer für den Test vorgesehenen Vorrichtung fixiert zu werden. Sinn dieser Vorrichtung ist es, unseren Kopf zu fixieren, damit wir weder zurückzucken noch uns wegdrehen können. Wir wehren uns, denn wir wollen da nicht rein, aber die Menschen sind stärker und wir haben keine Chance. Einmal fixiert breitet sich großer Stress und Angst aus, wir können nicht weg, wir können nicht fliehen, wir sind den Menschen völlig ausgeliefert. Und dann kommt der schlimmste Teil: Die Experimentatoren tropfen uns eine bestimmte Menge einer Substanz direkt ins Auge – Brennen, Schmerzen, Jucken, Qualen und Angst – all das spüren wir, all das verursacht uns immenses Leiden.

Ich habe einmal gehört, dass solche Versuche gemacht werden um zu Testen, ob gewisse Substanzen in Kosmetikprodukten die Augen der Menschen reizen. Dabei gibt es schon längst Alternativen…
Warum also werde ich dennoch weiterhin so gequält?

Quelle: www.vgt.at

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