Kükenschreddern – ein "ethisches" Handeln der Tierindustrie?

Ein Nachtrag zum Blogbeitrag von heute Vormittag:

In der aktuellen Ausgabe der kirchlichen Zeitung „idea“ behauptet tatsächlich ein Dr. Clemens Dirscherl, EKD-Ratsbeauftragter für agrarsoziale Fragen, dass das Kükenschreddern und damit verbundene „wirtschaftliche Handeln“ der Eierindustrie durchaus „ethisch“ sein würde. Dies begründet dieser „ehrenwerte“ Christenmensch u.a. damit, dass Wirtschaften nichts Böses sei und man ja auch bedenken sollte, dass die getöteten Küken nicht einfach so auf den Müll geworfen werden würden, sondern zu Hundenahrung oder Zoofutter verarbeitet werden würden. Dirscherl: „Somit haben die Tiere im Schöpfungskreislauf doch noch einen sinnigen Nutzen gefunden.“

Nachfolgenden und hier auf dieser Webseite erfolgten Kommentaren kann ich mich nur voll und ganz anschließen:

Von Herrn Ulrich Dittmann:

Herr Dirscherl, Ihr lebensverachtendes Geschwätz ist schweißtreibend und einfach nur noch widerwärtig und ekelerregend, übelste geistige Umweltverschmutzung. Anstand, Ethik, Empathie ist etwas sehr Kostbares. Entsprechend geizig gehen Sie mit diesen Eigenschaften um.


Die „Dornenkrone der Schöpfung“ hat die Erde zu einem einzigen gigantischen Friedhof gemacht. Es starben und sterben viele wertvolle Tiere durch die Hand wertloser Menschen. Für die Tiere hat der Teufel keinen Klumpfuß und keine Hörner, sondern eine Menschenfratze. Schämen Sie sich, Dirscherl, schämen Sie sich ganz gewaltig. Mehr ist zu Ihrem wichtigtuerischen, dümmlichen und Gottes Mitgeschöpflichkeit verhöhnenden Geschwafel nicht zu sagen.

Ulrich Dittmann
Arbeitskreis für Umweltschutz und Tierschutz – BAG gegen betäubungsloses Schächten“

Von Martina Patterson:

Einer Kirche die solches Handeln „absegnet“ möchten wir auf keinen Fall angehören! Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Gott das Kükentöten bewerten würde und Ihre Bewertung?

Mit distanzierten Grüßen – Martina und Shawn Patterson

Von Wolfgang Weuster:
Sehr geehrter Herr Dr. Dirscherl,
über Ihre Aussagen in TOP AGRAR ONLINE vom 09.04.2015 bin ich entsetzt. Wenn Sie, als  EKD-Ratsbeauftragter für agrarsoziale Fragen die tierquälerische Massentötung als ethisch vertretbar bezeichnen, bestätigt mir dies wieder einmal das völlige Versagen der Evangelischen Kirche, moralische und ethische Grundwerte zu verteidigen, Unrecht auch Unrecht zu nennen und Tiere als gleichwertige Mitgeschöpfe anzuerkennen. Mit Ihren Ausführungen haben Sie meinem Entschluss, aus der Kirche auszutreten, ein weiteres stichhaltiges Argument hinzugefügt. Eine christliche Kirche, die derartig unchristliche Verbrechen zu legalisieren versucht, ist für mich völlig inakzeptabel. Mögen viele Leser Ihres Artikels meinem Beispiel folgen!
Mit nicht sehr freundlichen Grüßen Wolfgang Weuster, Bürgerinitiative  für einen respektvollen Umgang mit Nutztieren“

Von Harald von Fehr:
Die Aussage dieses Herrn Dirscherl ist ganz einfach ungeheuerlich. Was eigentlich hat ein solcher Mensch, mit einer derartigen Einstellung zu Lebewesen, auf dieser Erde in einer Kirche verloren? Wir fragen uns schon sehr lange, wer es dem Menschen überhaupt erlaubt hat, so mit seinen Mitgeschöpfen umzuspringen!
Einen Gott, der ein solch bestialisches Umgehen mit Lebewesen duldet, kann es nicht geben! Wenn sich dann jedoch sogar noch Personen, die vorgeben der Kirche anzugehören, derart lebensverachtend äußern, zeigt uns allen das doch wieder, welch Gesindel sich in „Gottesnamen“ auf dieser Welt umhertreibt – ja sogar von solch abscheulichen Gedankengut seinen Lebensunterhalt bestreitet! Mehr als ekelerregend, solche Aussagen mit anhören zu müssen. Ich schäme mich echt – einer solchen Spezies mit anzugehören, die keinen einzigen Gedanken daran verwendet, daß andere Lebewesen Schmerz und Leid wie wir empfinden und deren Leben so minderwertig einschätzen, daß wirtschaftlicher Umgang wohl alles rechtfertigt!!!!!
Harald von Fehr, Kooperationsleiter, Unabhängige Tierschutz-Union Deutschlands“

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0 Kommentare zu “Kükenschreddern – ein "ethisches" Handeln der Tierindustrie?

  1. Es ändert nicht viel daran, ob die Hähne bald nach dem Schlüpfen getötet werden oder 2 Monate später als Masthähne.

    Bei den glücklichen Hühnern werden manchmal Küken ausgebrütet. Da sind natürlich Hähne auch dabei. Wenn sie frühmorgens (spätnachts) krähen, regen sich die Nachbarn auf, weil sie nicht mehr schlafen können. Dann ist das Schicksal der Hähne besiegelt, sonst kommt ein Brief vom Bürgermeister.

  2. Natürlich kann man sich über das Kükenschreddern sehr aufregen. Auch mich lässt das überhaupt nicht kalt, im Gegenteil.
    Allerdings sollte jeder doch einmal überlegen, ob dieser schnelle Tod (schneller als das Ersticken mit CO2) nicht ein besserer Tod ist, als das „Leben“ im Legehennenstall (oftmals ohne Auslauf, am Ende fast ohne Federn, mit oftmals entzündeter Kloake), das brutale Einfangen, das Transportieren und das brutale Schlachten im Schlachthaus der überlebenden weiblichen Hühnchen nicht noch viel schrecklicher ist. Aber komischerweise regt sich darüber kaum jemand auf.

    Wenn man also all dieses Elend verhindern will, so sollte man einfach keine Eier essen: Keine Eier, keine toten Küken und erst recht keine gequälten Legehennen. So einfach wäre es.

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