Fließband in den Tod

45 Millionen männliche Küken werden jährlich in Deutschland getötet. Auf einem Fließband rasen sie heran. Niedlich sehen sie aus, mit ihrem gelben, flauschigen Gefieder und den winzigen Schnäbeln. Doch sie fiepen lautstark, sind aufgeregt. Sie wissen nicht, was mit ihnen geschieht. Dann werden sie gepackt. Ein kurzer Blick reicht dem geschulten Auge aus, das Geschlecht zu bestimmen. Im Bruchteil einer Sekunde ist das Schicksal der frisch geschlüpften Küken besiegelt. Das eine Fließband bedeutet ein kurzes Leben, das andere den sicheren Tod.

Weil die Hähne keine Eier legen, sind sie für Teile der Geflügelindustrie wertlos. Die Haltungskosten lägen höher als der Ertrag. Das ist nicht wirtschaftlich. Daher werden in Deutschland jährlich 45 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlupf getötet. Im Normalfall wartet eine Tonne mit Kohlendioxid. Dort werden die männlichen und frisch geschlüpften Küken betäubt und ersticken schließlich durch die hohe Gaskonzentrationen.

Doch es geht noch schlimmer, denn schlüpfen die Küken nicht rechtzeitig oder hängen noch im Ei fest, wandern sie mitsamt der Schale in einen Schredder. Dort werden sie kleingehäckselt. Auch wenn diese Form der Entsorgung in Deutschland immer seltener praktiziert wird, zeigt sie eines doch ganz deutlich: Das Leid der Küken wird vom Profitstreben der Industrie und dem Konsumverhalten der Verbraucher überlagert. „Die Verbraucher empören sich, wollen aber weiterhin ihr gewohntes Hühnchenfleisch und billige Eier. Viele verstehen gar nicht, dass es zwei komplett getrennte Stränge bei der Hühnerzucht gibt“, weist Cornelia Jäger, Landesbeauftragte für Tierschutz in Baden-Württemberg, auf die grundsätzliche Problematik hin.

Bei stetig wachsendem Bedarf und Konsum an Fleisch und Eiern ließ die Geflügelindustrie besonders in den 1980er-Jahren die Hühner hochzüchten. So wurden aus den Legehühnern, die irgendwann im Kochtopf landeten, zwei verschiedene Zuchtformen: Das Lege- und das Masthuhn. Da das Verhältnis von weiblichen und männlichen Küken bei jedem Schlupf ausgeglichen ist, gibt es zu jeder Henne auch einen Hahn. Die Fleischindustrie kann männliche wie weibliche Tiere verwerten, die Eierindustrie nur die Hennen. So entstand ein bis heute ungelöstes Problem: Das Eintagshühnchen – das männliche Küken der Eierindustrie. Daher sterben allein in Baden-Württemberg jährlich rund 2750000 männliche Küken den Erstickungstod.

Quelle: http://www.schwaebische.de

Zur Problematik des millionenfachen Tötens von Küken schreibt Dr. Ernst Walter Henrich auf seiner Webseite http://www.provegan.info :

Der Schwachsinn des Pseudo-Tierschutzes lässt grüssen.

„Diese verwerfliche Praxis kann so nicht weitergehen“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) der „Welt am Sonntag“ und bezeichnete das Töten der Eintagsküken als „ethisch-moralisch inakzeptabel“ und als eklatanten Verstoß gegen den Tierschutz.

Was für ein Schwachsinn! Als ob das Schicksal der weiblichen Küken besser sei! Diese müssen ein grausames kurzes Leben führen und ein paar Monate in engen Käfigen ohne Tageslicht so lange Eier legen, bis sie ausgelaugt sind und dann ermordet werden. Was soll daran besser sein, für ein paar Monate vor der Ermordung grausam gequält zu werden, anstatt direkt am ersten Lebenstag ermordet zu werden und der Quälerei zu entgehen?

Die Ausbeutung, das Quälen und die Ermordung der Tiere insgesamt muss gestoppt werden, anstatt irgendwelche Showaktionen zu veranstalten, mit denen man dafür sorgen will, dass das dumme Volk weiterhin mit gutem Gewissen Eier isst.

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0 Kommentare zu “Fließband in den Tod

  1. Ich habe in einem Video gesehen, wie es für die Küken ist, im CO2-Gas zu sterben. Sie schnappen nach Luft und springen verzweifelt in die Höhe, um dem tödlichen Gas zu entrinnen. Das ist aus meiner Sicht eine viel längere Qual als das Schreddern. Obwohl es unblutig ist, ist es keineswegs schonender für diese kleinen Lebewesen.

    Ich kann Herrn Dr. Henrich nur voll zustimmen: Die Aufregung über das unethische Kükentöten ist schizophren, denn die Leute blenden völlig aus, was mit den Legehennen passiert.

    Ich finde es übrigens schon unethisch, wie diese armen kleinen Würmchen auf die Welt gebracht werden: Im Brutschrank mit hunderten anderer Küken. Sie werden nie die Sicherheit und Wärme einer Mutter erfahren. Sie werden in eine kalte, technische Welt geboren – die Wärme des Brutschranks hilft kaum, die Verlorenheit dieser Kleinen zu lindern. All ihr Fiepen nach ihrer Mama erfährt keine Antwort.

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