Nutztierhaltung in Deutschland: sehr mangelhaft

Massentierhaltung ist in Deutschland die Regel. Dass es den Tieren in den Betrieben vermutlich nicht gut geht, dürfte niemanden mehr überraschen. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Skandale publik, in denen das Leid der Tiere und die Folgen für die Umwelt die Hauptrollen spielten. Ein Gutachten für das Bundeslandwirtschaftsministerium macht es jetzt noch einmal offiziell. Das Zeugnis für die Nutztierhalter in Deutschland ist vernichtend, sowohl in Sachen Tierschutz als auch bezüglich des Umweltschutzes gibt es erhebliche Defizite. Der Bauernverband dagegen hält das Gutachten für realitätsfern.

Riesige Mastanlagen, Hunderttausende Puten unter einem Dach oder Hunderte von Schweinen, die sich kaum frei bewegen können: Seit Langem gibt es in Deutschland Proteste gegen diese tierquälerische Massentierhaltung und jenes offizielle Gutachten für das Agrarministerium kommt nun zu dem Schluss: Die derzeitigen Haltungsbedingungen für Nutztiere sind nicht zukunftsfähig. In der Analyse ist von erheblichen Defiziten die Rede, vor allem im Tierschutz. In vielen Haltungssystemen bestehe ein hohes Risiko, dass Tiere Schmerzen und Schäden erleiden.

So fordert und argumentiert z.Bsp. der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter: „Aus dem Gutachten zur Nutztierhaltung aus dem Landwirtschaftsministerium ziehen wir den klaren Schluss, dass eine Agrarwende dringend notwendig ist. Das Gutachten zeigt deutlich, dass Schluss gemacht werden muss mit der massenhaften Amputation bei Nutztieren, dass Schluss gemacht werden muss mit dem massenhaften Einsatz von Antibiotika und dem Einleiten von Gülle, die de facto im Grundwasser landet.“ Eine Agrarwende mahnt auch der wissenschaftliche Beirat des Agrarministeriums an, der das Gutachten erstellt hat, selbst wenn die Kosten in die Milliarden gingen. Die Wissenschaftler machen mehrere Vorschläge, um die Nutztierhaltung zu verbessern, viele klingen ähnlich wie die Hofreiters: zum Beispiel weniger Arzneimittel und bessere Ställe.
Meine persönliche Einstellung hierzu lautet allerdings: Jede den leidenden Tieren dienende Verbesserung kann nur befürwortet werden, jedoch das eigentliche und endgültige Ziel muss die gänzliche Abschaffung dieser verbrecherischen Nutztierhaltung sein und bleiben!

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, steht diesem Gutachten – wie auch nicht anders zu erwarten – skeptisch gegenüber und erklärt: „Die Vorschläge, die hier gemacht werden, laufen im Wesentlichen darauf hinaus, dass man Tierhaltung hier am Standort Deutschland sehr deutlich reglementiert, sehr deutlich einschränkt. Bei dem Nachfrageverhalten, das wir sehen, könnten aber möglicherweise die Theken, aus denen sich der deutsche Verbraucher bedient, nicht mehr aus deutscher Erzeugung befüllt werden.“

Damit die Fleischproduktion nicht ins Ausland wandert, wo oftmals noch geringere Standards herrschen, empfehlen die Wissenschaftler zudem politische Regelungen. Dazu zählen zusätzliche und eindeutigere Gesetze, die einen Mindeststandard für die Nutztierhaltung festlegen. Der Bauernverband verweist dagegen auf freiwillige Initiativen, die es aber bereits schon längst gibt und leider immer noch sehr zu wünschen übrig lassen.

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