Fleisch vom Gutshof: Marketing-Trick statt glücklicher Tiere

Fleisch und Wurst von Tieren, die ein artgerechtes Leben auf idyllischen Gutshöfen führen? Die Wurstverpackungen im Discounter werben mit solchen Bildern, die das suggerieren. Aber kommt das Fleisch wirklich von dort?

Von Stefanie Heiß :

Fleisch und Wurst sollen zwar billig sein, die Masttiere aber auch artgerecht gehalten werden – am besten in einer idyllischen Bauernhofumgebung. Einen kalten, profitorientierten Fleischindustriebetrieb möchten wir uns nicht vorstellen, auch wenn wir ahnen, dass nur so unser billiges Fleisch produziert werden kann.

Mit Gutshof-Idylle im Kühlregal versuchen die Supermärkte und Discounter, ihre Kunden zu ködern: Aldi Nord verkauft Fleisch und Wurst vom „Gut drei Eichen“ und vom „Güldenhof“. Penny hat den „Mühlenhof“ und Tengelmann den „Birkenhof“. Bei Norma: gleich zwei Güter, „Gut Langenhof“ und „Gut Bartenhof“. Und bei Netto gibt es Produkte vom „Gut Ponholz“.

Nur ein Ort dieser Landgüter findet sich tatsächlich auf der Landkarte: Ponholz bei Regensburg. Dort steht die Zentrale von Netto. Aber ein Gut, das Fleisch produziert, kennt hier niemand. Vor Jahrzehnten gab es hier mal einen Gutshof mit Tierhaltung. Doch Netto wurde von diesem nie beliefert.

Netto, Aldi Nord, Norma und Tengelmann geben zu, dass die Höfe gar nicht existieren und die Namen nur dem Marketing dienen. In den hübschen Verpackungen steckt also ganz normales Fleisch aus Massentierhaltung. Den Birkenhof hat es nie gegeben. Heißt im Klartext: das Fleisch kommt von großen Schlachthöfen in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern. Und aus vielen anonymen Mastställen.

Der Münchner Markenexperte Jon Christoph Berndt erklärt, warum es so wichtig ist, den Kunden einen Bauernhof oder ein gutklingendes Landgut auf der Verpackung zu präsentieren: „Billig alleine reicht heute nicht mehr, um Produkte zu verkaufen. Die Verbraucher wollen das ‚gute Gefühl‘ gleich mitkaufen. Bodenständiges Landleben liegt voll im Trend. Und jeder möchte sich davon ein Stückchen kaufen.“

Die Bucht – erschütternder Film über die Delfinjagd in Japan

2009 ging der Oscar für die beste Dokumentation an Louie Psihoyos und seinen erschütternden Film über die Delfinjagd in Japan. Pro Jahr werden dort rund 23’000 Delphine brutal abgeschlachtet. Dagegen wehrt sich Richard O’Barry, früher selbst Delfintrainer und seit 1970 aktiver Tierschützer.

Nachdem er in den 60er Jahren für die Fernsehserie «Flipper» Delphine dressierte und die Tiere nach der Show gnadenlos ausgebeutet wurden, entschied sich Richard O’Barry für einen krassen Lebenswandel und wurde Tierschützer. Auslöser war der Selbstmord einer Flipper-Darstellerin, die in seinen Armen starb. Seit diesem Tag im Jahr 1970 kämpft er für das Leben von Delfinen.

Was er im japanischen Küstenort Taiji entdeckt hat, ist unvorstellbar. In einer von der Aussenwelt abgeschotteten Bucht liegt ein dunkles und tödliches Geheimnis. Nichts für sensible Gemüter.

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