Das Leiden der Tiere in deutschen Ställen

Kürzlich gesendet in der Fakt-Sendung des ARD-Fernsehens:
Grausamer Umgang mit Schweinen in einem Schlachthof
Aufnahmen mit versteckter Kamera zeigen verwerfliche Praktiken im Aschaffenburger Schlachthof. Die Tiere leiden Qualen und die Bilder schockieren : Link zur ARD-Mediathek


Schreiben von Dr. Haferbeck an die Redakteurin der „Stuttgarter Nachrichten“ zu ihrem Artikel „Bauern sind keine Tierquäler“ :

Sehr geehrte Frau Köhler,
 
Sie können versichert sein, dass die Bilder aus den Intensivtierhaltungsanlagen von Hühnern, Puten, Rindern, Schweinen, Kaninchen u.a. systemimmanent gequälten sog. Nutztieren, die von PETA seit Jahrzehnten präsentiert werden und die allein zu kleinsten Verbesserungen in diesen einer Zivilgesellschaft unwürdigen Augiasställen geführt haben, echt sind. Und sie stellen keine Ausschnitte dar oder Fälschungen.

Ist die „eiserne Jungfrau“ keine Realität? Bringen etwa die Tierrechtler den Tieren ihre Verletzungen bei, worunter auch Abzesse, Hufschäden, kannibalistische Wunden etc. zählen? Haben etwa Tierrechtler die Turborassen erfunden, die dazu führen, dass Hühner, Puten und Schweine schon dadurch schwerste Einschränkungen ihres normalen Lebens in schadstoffgeschwängerter Luft erleben müssen?

Tierrechtler brechen nicht ein, sondern dokumentieren schwerste Vergehen gegen von der Verfassung her geschützte Lebewesen, die alltäglich sind. Dies ist vom Gesetz her zulässig oder warum gibt es keine einzige Verurteilung von PETA-Ermittlern wg. dieser Undercover-Ermittlungen, obwohl sie als Augenzeugen den Strafverfolgungsbehörden bekannt gegeben werden? Der Werbefeldzug „Fleisch aus der Region“ ist eine einzige Farce, reine Verbrauchertäuschung, wir haben uns damit beschäftigt:

Glauben Sie allen Ernstes, dass solche und hunderte anderer Ermittlungen, die teilweise vor Gericht landen und zu Verurteilungen oder zu hohen Geldbußen führen, Fälschungen seien?
 
Tierrechtler machen diese auch psychisch schwere Arbeit nicht, um die Landwirte zu diffamieren (welch eine unverfrorene Unterstellung, die allein der Ablenkung von den alltäglichen Vergehen an den Tieren dienen soll), sondern einzig und allein für die Tiere, damit sich etwas ändert, damit auch diese Gesellschaft die richtigen Schritte zu einer veganen und damit gewaltfreien Lebensweise schneller findet. Die Produktion tierischer Produkte ist niemals fair und niemals tiergerecht!
 
Wenn Landwirte Sprüche klopfen wie „Ich arbeite gern mit Tieren“  oder „es sei anspruchsvoll, die Sauen zu besamen, Ferkeln auf die Welt zu helfen und sie großzuziehen“, dann ist das ebenfalls falsch und Schönfärberei und Verbrauchertäuschung. Landwirte arbeiten nur dann gerne mit den Tieren, wenn sie funktionieren und am Ende Geld abwerfen – nur aus diesem Grund. Und ist es auch anspruchsvoll, den kleinen Ferkeln – betäubungslos – die Zähne abzuzwacken, die Ringelschwänze abzuschneiden und die Hoden rauszureissen? Das Prinzip, die Tiere an die Haltungsbedingungen anzupassen, sie betäubungslos zurechtzuschneiden, ist ein einziges Verbrechen, aber halt „anspruchsvoll“ ….
 
Die „Initiative Tierwohl“, die vom Lebensmitteleinzelhandel kommt (der Bauernverband musste mit ins Boot gezwungen werden) ist einzig und allein auf Druck der PETA-Bilder entstanden. Fleisch wird dadurch flächendeckend teurer, was PETA als einen kleinen Schritt in die richtige Richtung deutet, und zwar zu weniger Fleisch und Umstieg auf die nachhaltigen veganen Produkte.
 
Der Druck der Bilder wird weitergehen. In Kürze veröffentlicht PETA wiederum schlimme Bilder aus einer Muttersauenanlage „aus der Region“, vom „Bauern von nebenan“, Missstände, über die jegliche Diskussion überflüssig ist.
 
Freundliche Grüße von
Dr. Edmund Haferbeck
Manager der Wissenschafts- und Rechtsabteilung von PETA Deutschland

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