Dr. Barbara Wardeck-Mohr an den EU-Abgeordneten Stefan B. Eck

Da kann man wieder einmal nur verwundert und bestürzt seinen Kopf schütteln, wenn Politiker meinen, es sei noch mehr Beweismaterial erforderlich, um auch nur annähernd etwas gegen das Abschlachten rumänischer Streunerhunde unternehmen und gegen diese barbarischen Verbrechen endlich vorgehen zu können. 

So schrieb MEP Stefan Bernhard Eck in einem Aufruf vom 28.02.2015:

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, Tierschützerinnen und Tierschützer,
am 02. Februar 2015 habe ich ein Schreiben mit der Bitte um einen Gesprächstermin einer Delegation der Intergroup for Animal Welfare and Conservation beim Amtssitz des rumänischen Staatspräsidenten Klaus Iohannis persönlich abgegeben. Bei diesem Treffen soll das Populationsmanagement der Streunerhunde und die in diesem Zusammenhang bekannt gewordenen Verstöße gegen geltendes nationales und europäisches Recht durch städtische und private Hundefängerdienste, lokale, regionale und nationale Kontrollbehörden angesprochen werden. Gleichzeitig sollen dem rumänischen Staatsoberhaupt Lösungswege aufgezeigt werden, wie sich die große Anzahl der in Rumänien vorhandenen Streunerhunde mittelfristig ohne ein landesweites Tötungsprogramm verringern lässt.

Ein Mitarbeiter des Stabes von Herrn Präsident Iohannis hat dem Vorsitzenden der Intergroup for Animal Welfare and Conservation, Herrn Janusz Wojciechowski, bei einem Besuch Mitte Januar bereits mündlich zugesagt, dass einem solchen Treffen nichts im Wege stünde und man mit einer verbindlichen Zusage innerhalb von sechs bis acht Wochen rechnen könne. Wir haben zwar bis heute noch keine Terminbekanntgabe seitens Präsident Iohannis erhalten, aber wir wollen uns schon jetzt auf dieses wichtige Treffen vorbereiten.

Dafür benötigen wir möglichst detaillierte und verifizierte Daten über die Anzahl der bisher eingefangenen und getöteten Hunde, über dokumentierte Verstöße gegen nationales und europäisches Recht durch die städtische und private Hundefängerdienste, lokale, regionale und nationale Kontrollbehörden (beispielsweise bekanntgewordene Übergriffe der ASPA gegenüber Hundehalter/innen und Tierschützer/innen), Foto und Videomaterial über die schlechten Verhältnisse in den öffentlichen Sheltern sowie über das brutale Einfangen und das Töten der Streunerhunde. Gleichzeitig wollen wir mit positiven Beispielen belegen, dass durch das Verfahren „catch-neuter-release“ und/oder Adoption eine humane und tierfreundliche Lösung im Sinne einer Populationsverminderung möglich ist.

Ich bitte deshalb hiermit Privatpersonen sowie die in Rumänien tätigen Tierschutzorganisationen, die benötigten Informationen und eventuell vorhandenes Foto- und Videomaterial der Intergroup for Animal Welfare and Conservation zur Verfügung zu stellen, damit wir diese Daten auswerten und zusammenfassen können. Diese wollen wir Herrn Präsident Iohannis in einem adäquaten Dossier übergeben, so dass er sich selbst ein umfassendes Bild über die inakzeptablen Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Populationsregulierung der Streunerhunde in seinem Land machen kann.

Wir hoffen, dass wir das rumänische Staatsoberhaupt bewegen können, seinen Einfluss auf die rumänische Regierung und das rumänische Parlament zu nutzen, damit das im Herbst 2013 verabschiedete Streunerhundegesetz aufgehoben und durch eine tier- und menschenfreundliche und den europäischen Standards entsprechende Verordnung ersetzt wird.
Bitte sendet/senden Sie die oben benötigten Informationen, Dokumente, das Foto – und Videomaterial usw. an: stefanbernhardeck@yahoo.de

Ich würde mich freuen, wenn Ihr/Sie diesen Aufruf weitflächig teilt, damit möglichst viele Informationen und Daten bei uns eingehen. Vielen Dank im Voraus für Eure/Ihre Kooperation!
Lasst uns gemeinsam dazu beitragen, das unermessliche Leiden der Streunerhunde in diesem osteuropäischen Land zu beenden.
Herzliche Grüße
Stefan Bernhard Eck
Member of the European Parliament
 
OFFENER BRIEF von Dr. Barbara Wardeck-Mohr an MEP Stefan Bernhard Eck :
        
Sehr geehrter Herr Europaparlamentsabgeordneter Eck,
selbstverständlich können wir Ihnen grundsätzlich gerne weiteres Beweismaterial für ein Gespräch mit dem Rumänischen Präsidenten zukommen lassen. Angesichts folgender überprüfbarer Tatsachen jedoch, dass

  • in den vergangenen Jahren unzählige Dokumente, Videos, Statistiken und gerichtstaugliche Beweise für die Verbrechen an rumän. Streunerhunden nicht nur gesammelt, sondern an die EU, an die Rumänische und Deutsche Regierung immer wieder gesandt wurden – ohne irgendwelche Konsequenzen,
  • diese gerichttauglichen Beweise bisher meines Wissens nach überhaupt nicht politisch ausgewertet wurden,
  • Millionenfache Proteste und Petitionen nicht nur in Europa erfolgten, sondern auch weltweit über Yes, we care … und nichts geschah,
  • mein Vorschlag für ein EU-Stray-Dog-Pilot-Projekt, welches in Brüssel bei der Animal Welfare Intergroupe (zusammen mit der Tierhilfe Hoffnung e. V.) vorgestellt werden sollte, ohne jede Begründung und Kommunikation nach Monaten des Hinhaltens und der  „Terminsuche“ 2014 einfach gekippt wurde,

gestatten Sie mir bitte folgende Fragen:
        

  • Was sollen weitere erdrückende unzählige Beweise, die tagtäglich anwachsen und die vom Umfang niemand in Jahrzehnten überhaupt nur annähernd auswerten kann und die Gerichte Jahrzehnte beschäftigen würden?
  • Was soll das bringen – vor allem, da der Rumänische Präsident die  Fakten selbst kennt, ebenso das Urteil des Curtii Appel vom Juni 2014… und trotz der Rechtswidrigkeit des Tötens können ASPA u.andere fast ungehemmt  ihrem „Blutigen Handwerk“ nachgehen??

        
Selbst BM Oprescu spricht von 111 Strafanzeigen gegen die ASPA-Leitung. Das, was Rumänien braucht – vor allem die Hunde und Tierschützer – ist ein „Machtwort des Präsidenten“: Hunde zu töten ist ein Straftatbestand und wird rechtlich geahndet. Punkt!
Weiterhin ein neues Tierschutzgesetz und ein „Neuter-und Return-Programm“, ebenso Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und in Schulen… für den sozialen Umgang mit Tieren. So einfach wäre das, wenn man denn nur wollen täte!
        
Ich selbst habe, wie viele andere persönlich an den Rumän. Präsidenten geschrieben, das Schreiben wurde in Bukarest auch übergeben. Aber weder eine Antwort noch ein Machtwort für das Leben der „Streuner-Hunde“ wurde bisher von uns vernommen. Oder sollten wir etwas überhört haben? Nur darum geht es!
        
Gerne stehe ich für eine strategisch – lösungsorientierte Kooperation, für ein „Transnationales humanes Stray-Dog- Management in Rumänien“ weiterhin  zur Verfügung. Aber nur dafür!
Es grüßt Sie freundlich
Dr. Barbara Wardeck-Mohr

Statement von Herrn Ulrich Dittmann:

Absolut richtig, auf den Punkt, wie hier von Dr. Barbara Wardeck-Mohr artikuliert.
Welche und wieviele Beweismaterialien sollen noch gesammelt werden? Heilige Einfalt – all das gigantische Elend der Straßentiere liegt in Massen dokumentiert vor! Man muss es nur verwerten. Konkret verwiesen wird beispielsweise auf die Erfahrungen der “Tierhilfe Hoffnung – Hilfe für Tiere in Not e.V.” mit Sitz in D-72135 Dettenhausen.
 
Es gilt nun nicht länger Betroffenheit zu zelebrieren, zu schwätzen und mit ungetrübter Naivität sich im Sammeln von noch mehr Daten zu ergehen. Geredet und Fakten zusammen getragen wurde schon genug.
 
Die vorhandenen bisherigen grauseligen Erkenntnisse betreff dem Straßentiermorden in Rumänien, müssen nun endlich zwingend zu einem politisches HANDELN führen.
 
Ulrich Dittmann
Arbeitskreis für Umweltschutz und Tierschutz –
BAG gegen betäubungsloses Schächten

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2 Kommentare zu “Dr. Barbara Wardeck-Mohr an den EU-Abgeordneten Stefan B. Eck

  1. Politiker, egal welcher Partei sie angehören, reden am liebsten und zeigen sich mit Presse in der Öffentlichkeit. Handeln ist weniger ihr Ding. Große Töne spucken und nichts dahinter!!!

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