Das ist Nummer 53

„Es schmerzt mich, dass es nie zu einer Erhebung der Tiere gegen uns kommen wird,
der geduldigen Tiere, der Kühe, der Schafe, allen Viehs,
das in unsere Hand gegeben ist und ihr nicht entgehen kann.
Ich stelle mir vor, wie eine Rebellion in einem Schlachthaus ausbricht
und von da sich über eine ganze Stadt ergießt…
Ich wäre schon erleichtert über einen Stier, der diese Helden, die Stierkämpfer,
jämmerlich in die Flucht schlägt und eine ganze blutgierige Arena dazu.
Aber ein Ausbruch der mindern, sanften Opfer, der Schafe, der Kühe wäre mir lieber.
Ich mag nicht wahrhaben, dass sie nie geschehen kann;
dass wir vor ihnen, gerade ihnen allein, nie zittern werden.“

Elias Canetti (1905-1994), Nobelpreisträger für Literatur 1981

Von Animals Liberty :

Das ist Nummer 53
Einen anderen Namen braucht er auch nicht – denn keiner der Mitarbeiter im Versuchslabor kümmert sich um ihn.

Noch nie hat er mit Artgenossen gespielt, Freilauf erlebt oder die aufrichtige Liebe eines Menschen gespürt. „Nummer 53“ ist nur ein Hund von vielen in der großen Versuchsanlage, in der die Tiere leben müssen.

Wenige Tage nach der Aufnahme dieses Fotos wird er qualvoll sterben – einsam. In seinem kargen Metallkäfig. Und niemanden im Labor wird es kümmern – da „Nummer 53“ ja seinen „Dienst“ geleistet hat: Auswirkungen der Tiernahrung auf den Darm wurden getestet.


Auch wird er nicht begraben werden – sondern die Mitarbeiter werden seinen gequälten Körper auf einen Haufen ausgedienter Kadaver werfen, um diese dann anschließend zu verbrennen. Während die nächsten Welpen schon in Zwingern auf das gleiche Schicksal warten.
 
Was die meisten Verbraucher nicht wissen, ist, dass die Tierfuttermittelindustrie eine Erweiterung der menschlichen Lebensmittelindustrie ist. Tierfutter bietet sich auf sehr zweckmäßige Weise an, um Schlachterei-Abfälle, Getreide welches als “ungeeignet für den menschlichen Konsum” gilt, und ähnliche Abfallprodukte, gewinnbringend umzuwandeln. Bei diesen Abfallprodukten handelt es sich um Eingeweide, Euter, Köpfe, Hufe, und möglicherweise erkrankte und krebsbefallene Teile von Tierkörpern. Und oftmals werden auch giftige Chemikalien als „Lockstoffe“ eingesetzt, so dass unsere Haustiere von dem Futter regelrecht süchtig werden und anderes Futter verweigern. Eine perfekte Marketingstrategie.

Doch wie kann gewährleistet werden, dass es den Tierhaltern nicht auffällt, wie schädlich die (oft sogar teure) Tiernahrung für ihren geliebten Vierbeiner ist? Das Zauberwort lautet: Tierversuche!

Doch trotz aller „Sorgfalt“, die Schadstoffe so gut wie nur möglich zu vertuschen, kommt es dennoch des Öfteren zu Problemen. Und dann arbeiten die Tiernahrungshersteller gewöhnlich mit dem FDA (Federal Drug Administration = Zentrum für Medizinprodukte und Strahlenschutz) zusammen, um einen Rückruf der betroffenen Produkte zu koordinieren. Während viele Rückrufe weitgehend veröffentlicht werden, werden mindestens genauso viele unter den Teppich gekehrt. Will man doch das gute Bild der Tiernahrungsindustrie nicht schädigen.

Wie können wir diesen Wahnsinn stoppen?
Indem wir Aufklärung betreiben. Erzählt anderen Tierhaltern davon – und bittet diese, den Boykott all jener Marken, die für ihre Tiernahrung Tierversuche durchführen, zu unterstützen. Welche das sind, seht ihr  hier in dieser Datenbank :
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0 Kommentare zu “Das ist Nummer 53

  1. Es schnürt mir die Kehle zu, dieses Bild, Symbol der Tatsache, dass jedes Tier willkürlich von jedem Menschen benutzt, verwertet, gequält, „verspasst“, gefressen, missbraucht, getötet und misshandelt werden kann, ohne dass der Mensch je wirklich zur Verantwortung gezogen werden kann. Der Einführungstext von Elias Canetti spricht uns als Tierschützer und Tierrechtler aus dem Herzen.

    Es muß TIERRECHTE geben, auch wenn sie unser eigenes Leben einschränken werden.

    Als Tierhalter steht man allerdings selbst vor diesem Dilemma, einerseits ein Tier z.B. aus der Gefangenschaft geholt zu haben, andererseits diesem Tier ein artgerechtes Leben bieten zu müssen und zu wollen – und somit selbst ein (wenn auch kleiner) Teil dieses tierverachtenden Systems zu sein. Ich kenne bereits viele Hundehalter, die ihren Hund vegetarisch ernähren und gute Erfahrungen gemacht haben. Bei Katzen jedoch sieht es sehr schlecht aus.

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