Glaubenswelten und intellektuelle Redlichkeit (Teil 2)

Forsetzung des gestrigen Artikels: Gottesbefehle aus der „Heiligen Schrift“

Über Vernunft und Glaube :

„Wisst also, meine lieben Freunde, wisst, dass all dies, was in der Welt als Gottesdienst und Andacht feilgeboten und praktiziert wird, nichts als Irrtum, Täuschung, Einbildung und Betrug ist; alle Gesetze, alle Vorschriften, die im Namen und mit der Autorität Gottes und der Götter erlassen werden, sind in Wahrheit nichts als menschliche Erfindungen, nicht weniger als all diese schönen Schauspiele der Festlichkeiten und Messopfer oder Gottesdienste und all diese anderen abergläubischen Verrichtungen, die von Religion und Frömmigkeit den Göttern zu Ehren vorgeschrieben sind; all diese Dinge da, sag ich euch, sind nur menschliche Erfindungen, von schlauen und durchtriebenen Politikern erfunden, dann von lügnerischen Verführern und Betrügern gepflegt und vermehrt, schließlich von den Unwissenden blind übernommen und dann endlich aufrecht erhalten und gutgeheißen durch die Gesetze der Fürsten und Großen dieser Erde, die sich solch menschlicher Erfindungen bedient haben, um das Volk dadurch leichter in Zaum zu halten und mit ihnen zu machen, was sie wollten. Aber im Grunde sind all diese Erfindungen nichts als Kälberhalfter, wie Montaigne sagte, denn sie dienen nur dazu, den Geist der unwissenden und einfachen Gemüter zu zügeln.“
( Das Testament des Abbe Meslier, herausgegeben von Günther Mensching, Suhrkamp Verlag 1976)

Das Testament des Abbé Meslier (1684 – 1729, Priester in Etrépigny) ist die schärfste Kritik des christlichen Glaubens mit materialistischen Argumenten, äußerst fundiert formuliert und ein frühes Dokument radikaler Thesen des aufklärerischen Materialismus.
 
Der Anonymus präzisiert in seinem “Traktat über die drei Betrüger – Traité des trois imposteurs“(Felix Meiner Verlag, Hamburg, 1992):

“Obwohl die Erkenntnis der Wahrheit wichtig für alle Menschen ist, verfügen nur sehr wenige über diesen Vorzug. Die einen können sie nicht selbständig erforschen, die anderen wollen sich nicht darum bemühen. Kein Wunder also, dass die Welt voll ist von grundlosen und lächerlichen Meinungen, die durch nichts wirksamer gefördert werden, als durch die Unwissenheit. Sie ist die einzige Quelle der falschen Vorstellung von Gott, der Seele, den Geistern und von nahezu allem, was die Religion ausmacht. Die Gewohnheit hat die Oberhand gewonnen, man begnügt sich mit den von Geburt an überkommenden Vorurteilen, und in den wichtigen Angelegenheiten verlässt man sich auf eigennützige Leute, die es sich zum Grundsatz gemacht haben, hartnäckig die hergebrachten Meinungen aufrecht zu erhalten und es nicht wagen, diese zu beseitigen, weil sie fürchten, selbst beseitigt zu werden“.

Gottesbefehle aus der „Heiligen Schrift“ :

Studieren Sie bitte unbedingt en detail die Forderungen und Anordnungen dieses Gottes, der großen „moralischen“ Instanz des Abendlandes, direkt in der Bibel – der „heiligen Schrift“- und die Blutspur des Vernichtungstheismus durch die Geschichte unserer Welt wird transparent, verständlich und begreifbar.

  • 1. Mose 17,14: Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut wird er ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat.
  • 2. Mose 21,12:  Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, der soll des Todes sterben.
  • 2. Mose 21,14:  Wer aber  jemand an seinem Nächsten frevelt und ihn mit Hinterlist umbringt, sollst du ihn von meinem Altar wegreißen, dass man ihn töte.
  • 2. Mose 21,15:  Wer Vater oder Mutter schlägt, der soll des Todes sterben.
  • 2. Mose 22,17: Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen.
  • 2. Mose 22,18: Wer einem Tier beiwohnt, der soll des Todes sterben.
  • 2. Mose 30,33: Wer eine solche Salbe macht und oder einem Unberufenem davon gibt, der soll aus seinem Volk ausgerottet werden.
  • 2. Mose 30,38: Wer es (das Räucherwerk) macht, damit er sich an dem Geruch erfreue, der soll ausgerottet werden aus seinem Volk.
  • 3. Mose 17,3+4: Wer aus dem Hause Israel  einen Stier, ein Schaf, eine Ziege schlachtet im Lager oder draußen vor dem Lager und sie nicht vor die Tür der Stiftshütte bringt, dass sie dem Herrn zum Opfer gebracht werde, dem soll es als Blutschuld angerechnet werden : Blut hat er vergossen und ein solcher Mensch soll ausgerottet werden aus seinem Volk.
  • 3. Mose 20,1: Wer eines seiner Kinder dem Moloch gibt, der soll des Todes sterben, das Volk soll ihn  steinigen.
  • 3. Mose 20,9: Wenn  jemand seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben.
  • 3. Mose 20,10: Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin …
  • 3. Mose 20,11: Wenn jemand mit der Frau seines Vaters Umgang pflegt und damit seinen Vater schändet, so sollen beide des Todes sterben, ihre Blutschuld komme über sie.
  • 3. Mose 20,12: Wenn jemand mit seiner Schwiegertochter Umgang pflegt, sollen beide des Todes sterben.
  • 3. Mose 20,13: Wenn jemand bei einem Manne liegt, wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greul ist, und sollen beide des Todes sterben.
  • 3. Mose 20,14: Wenn jemand eine Frau nimmt und ihre Mutter dazu, der hat eine Schandtat begangen, man soll ihn mit Feuer verbrennen und die beiden Frauen auch, damit keine Schandtat unter euch sei.
  • 3. Mose 20,15: Wenn jemand bei einem  Tier liegt, der soll des Todes sterben, und auch das Tier soll man töten.
  • 3. Mose 20,16: Wenn eine Frau sich irgendeinem Tier naht, um mit ihm Umgang zu haben, so sollst du sie töten und das Tier auch.
  • 3. Mose 20,17: Wenn jemand seine Halbschwester nimmt, seines Vaters Tochter oder seiner Mutter Tochter, und sie miteinander Umgang haben, das ist eine Blutschande, sie sollen ausgerottet werden vor den Leuten ihres Volkes …
  • 3. Mose 20,18: Wenn ein Mann bei seiner Frau liegt zur Zeit ihrer Tage und mit ihr Umgang hat … sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden.
  • 3. Mose 21,9: Wenn eines Priesters Tochter sich durch Hurerei entheiligt, soll man sie mit Feuer verbrennen, denn sie hat ihren Vater entheiligt.
  • 4. Mose 15,30: (Gotteslästerung)Wenn ein Einzelner aus Vorsatz frevelt, so hat er denn Herrn geschmäht. Er soll ausgerottet werden aus seinem Volk.
  • 4. Mose 15,32f: (Beispielcharakter) Ein Mann sammelt Holz am Sabbat, Ergebnis der Gottesbefragung, Zitat: Der Mann soll des Todes sterben, die ganze Gemeinde soll ihn steinigen draußen vor dem Lager.
  • 4. Mose 19,20: Wer aber unrein wird und sich nicht entsündigen will, der soll ausgerottet werden aus der Gemeinde.
  • 4. Mose 25,1f:  (Beispielcharakter!!)Und Israel … fing an zu huren mit den Töchter der Moabiter … da sprach der Herr (!) zu Mose: … Hänge sie vor dem Herrn auf im Angesicht der Sonne
  • 4. Mose 35,16: Wer jemand mit einem Eisen schlägt, dass er stirbt, der ist ein Mörder und soll des Todes sterben.
  • 4. Mose 35,17: Wirft er mit einem Stein … dass er daran stirbt … soll des Todes sterben.
  • 4. Mose 35,18: Schlägt er mit einem Holz … dass er stirbt … soll des Todes sterben.
  • 4. Mose 35,19: … wer ihm (dem Mörder) begegnet, soll ihn töten.
  • 4. Mose 35,20+21: Stößt er jemand aus Hass oder wirft er etwas auf ihn … oder schlägt er ihn mit der Hand, dass er stirbt … so soll er des Todes sterben.
  • 4. Mose 35,30: Wer einen Menschen erschlägt, den soll man töten auf den Mund von Zeugen hin.
  • 5. Mose 13,2: Wenn ein Prophet oder Träumer unter euch aufsteht … und er spricht: Lass uns anderen Göttern folgen … Der Prophet aber oder Träumer soll sterben …
  • 5. Mose 13,7f: Wenn dich dein Bruder … dein Sohn, deine Tochter … deine Frau …dein Freund heimlich überreden würde (von Gott abzufallen) … sollst ihn zu Tode bringen. Deine Hand soll die erste wider ihn sein. Man soll ihn zu Tode bringen … (Anmerkung: Ehrenmorde in der Bibel oder?)
  • 5. Mose 13,13f: Wenn du in irgendeiner Stadt … (Menschen findest die eine andere Lehre vertreten) … so sollst du die Bürger dieser Stadt erschlagen mit der Schärfe des Schwertes (Anmerkung: Die Lizenz zum Töten der Andersgläubigen)
  • 5. Mose 17,2f: (Wenn jemand gefunden wird der tut) was dem Herrn missfällt … so sollst du den Mann oder die Frau, die eine solche Übeltat begangen hat, hinausführen zum Tor und sollst sie zu Tode steinigen… die Hand der Zeugen soll die erste sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volkes…
  • 5. Mose 18,20f: Wenn ein Prophet so vermessen ist, dass er redet in meinem Namen, was ich nicht geboten habe (Anmerkung: Und wer entscheidet das) und wenn einer redet im Namen anderer Götter, dieser Prophet soll sterben.
  • 5. Mose 21,18: (Todesstrafe für ungeratene Söhne) So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe….
  • 5. Mose 22,20f:…  ist es Wahrheit, dass das Mädchen nicht mehr Jungfrau war, soll man sie vor die Tür des Vaters führen und die Leute der Stadt sollen sie zu Tode steinigen.
  • 5. Mose 22,22: Wenn jemand dabei ergriffen wird, dass er einer Frau beiwohnt, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide sterben.
  • 5. Mose 22,23-24: Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war…
  • 5. Mose 22,25: Wenn aber jemand ein verlobtes Mädchen auf freiem Feld trifft..und wohnt ihr bei, so soll der Mann allein sterben.., aber dem Mädchen sollst du nichts tun, denn er fand sie auf freiem Feld und das verlobte Mädchen schrie, und niemand war da, der ihr half.


Dr. Gunter Bleibohm

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0 Kommentare zu “Glaubenswelten und intellektuelle Redlichkeit (Teil 2)

  1. Glücklicherweise werden alle diese angeblichen Anweisungen von Gott heute nicht mehr durchgeführt.
    Nur an zwei Dingen wird unbedingt festgehalten:

    1. Abschneiden der Vorhaut von männlichen Babies (obwohl es doch kein Problem wäre, eine symbolische Handlung zu vollziehen und das tatsächliche Abschneiden der Vorhaut der Entscheidung des erwachsenen Mannes zu überlassen) und

    2. Das betäubungslose Schächten der Tiere.

    Warum ist gerade das betäubungslose Schächten so überaus wichtig, dass es unter allen Umständen beibehalten werden soll?
    Es wird allerhöchste Zeit, dass sich da etwas ändert.

  2. Nun kann man nur hoffen, dass der ein oder andere Leser dieses Blogs noch intensiver über seinen „Glauben“ nachdenkt, denn noch besser kann man den „Glauben“ nicht definieren. Ich meine die Leser, die immer wieder kritisieren, dass in diesem Tierschutz-Blog religiöse Meinungen nicht toleriert werden. Wen wundert aber diese vermeintliche Intoleranz, wenn man als klar denkender Mensch, ständig, also überall und jederzeit mit dem faktischem Irrsinn des „Glaubens“ konfrontiert ist. Dieser Irrsinn umgibt uns genauso, wie der uns ständig quälende weil vorhandene Missbrauch der nichtmenschlichen Lebewesen. Daher dürfte doch jeder „gläubige“ Leser dieses Blogs die Intention dieser Kritik verstehen.
    Und vielleicht findet der ein oder andere Leser ja auch hier Lösungsansätze für eine persönliche Befreiung aus dem Zwang seines „Glaubens“
    Der Kampf für Tierrechte ist untrennbar mit dem Kampf für Menschenrechte verbunden. Und der Kampf für Menschenrechte ist ein Kampf gegen die Knechtschaft der Religionen. Darum passen Tierrechte und Religionen nicht zueinander. Es gibt sehr viele, von jedem geachtete und respektierte „gläubige“ Tierschützer. Tierrechtler jedoch können sie auf Grund ihres Glaubensbekenntnisses niemals sein.

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